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Arbeiten enger zusammen: Alexander Harlander (l.) und Ingrid Huber (2.v.r.) vom Kultur im Oberbräu und Isabella Krobisch und Martin Fischhaber vom Waitzinger Keller.

Kultur im Oberbräu und Waitzinger Keller arbeiten zusammen

Neue Kooperation: Eine Kulturkarte für zwei Häuser

Landkreis - Konkurrenten waren sie nie, jetzt werden sie sogar Freunde. Das Kultur im Oberbräu in Holzkirchen und das Waitzinger Keller Kulturzentrum in Miesbach geben eine gemeinsame Kulturkarte heraus.

Mit Werksspionage hatte es nichts zu tun, wenn sich Isabella Krobisch bislang im Holzkirchner Foolstheater ins Publikum setzte. Als Konkurrenz habe sie das Kultur im Oberbräu ohnehin nicht empfunden, versichert die Stellvertretende Leiterin des Waitzinger Keller Kulturzentrums Miesbach. „Ich bin einfach eine leidenschaftliche Besucherin“, sagt Krobisch schmunzelnd. Genau wie die meisten anderen kulturinteressierten Bürger im Landkreis. „Die Leute schauen nicht auf den Ort, sondern auf das, was läuft“, bestätigt Krobischs Kollege aus Holzkirchen, Alexander Harlander.

Die Erkenntnis ist nicht neu. Immer wieder haben sich die beiden Kultur-Teams in den vergangenen Jahren über eine Zusammenarbeit unterhalten. „Wir sind uns einfach sehr ähnlich“, sagt die Leiterin des Holzkirchner Kulturbüros, Ingrid Huber. Jetzt ist aus den Stammtischgesprächen eine echte Kooperation geworden. Nicht nur hinter den Kulissen, sondern für jeden spürbar.

Am 1. Juli hebt sich der Vorhang für die neue Kulturkarte. Für zwölf Euro pro Jahr erhält der Besucher auf alle Veranstaltungen im Kultur im Oberbräu und im Waitzinger Keller Kulturzentrum einen Rabatt. Das Holzkirchner Erfolgsmodell – laut Harlander wurden seit dem Start vor fünf Jahren mehrere tausend Karten verkauft – wird also auf Miesbach erweitert. Das dortige Abo läuft zum Ende der Spielzeit aus. „Wir werden alle Kunden rechtzeitig informieren“, sagt der Miesbacher Kulturamtsleiter Martin Fischhaber.

Doch auch für die Holzkirchner Kulturkarten-Inhaber ändert sich etwas. So richtet sich die Höhe des Rabatts künftig nicht mehr nach dem Spielort, sondern nach dem Eintrittspreis. Pro zehn Euro gibt’s einen Euro Nachlass. Vorsicht ist jedoch bei der Laufzeit geboten. So kann sich der Kunde nicht mehr zwischen einem und drei Jahren Laufzeit entscheiden, sondern muss kündigen, wenn er das Abo beenden möchte. Für Harlander eher ein Plus an Komfort: „Früher mussten die Leute ihre Karten aktiv verlängern.“

Komfortabler wird auch die Programmauswahl. So erscheinen die Miesbacher Termine ab sofort regelmäßig in der Holzkirchner Kulturzeitung, die wiederum auch im Waitzinger Keller ausliegt. Nicht nur Informationen, sondern auch Veranstaltungen wollen die beiden Häuser tauschen. „Viele unserer Theatergruppen würden gerne mal in Miesbach spielen“, sagt Huber. Den Anfang macht das Fools-Ensemble mit „Der Wunschpunsch“ am Mittwoch, 28. Dezember.

Damit nicht genug. Zum Start in die neue Spielzeit wird die Künstlerin Kerstin Brandes in beiden Häusern gleichzeitig ausstellen. In Holzkirchen gerahmte Fotografien, in Miesbach großformatige Werke im Treppenhaus. „Wir ergänzen uns auch von den Räumen her“, sagt Fischhaber. Trotzdem stelle jeder weiter selbst sein Programm zusammen. „Aber wir tauschen uns intensiver aus.“

Dass auch andere Kulturhäuser mitmachen können, will das neue Team nicht ausschließen. Anknüpfungspunkte im Tegernseer Tal sehe man noch nicht. So biete das Seeforum in Rottach-Egern bereits ein Abo mit einem externen Partner an, der Ludwig-Thoma-Saal in Tegernsee werde dagegen nicht regelmäßig bespielt. Trotzdem sei der Weg auch für andere beschreitbar, sagt Huber: „Es geht um die Kultur, nicht um persönliche Interessen oder Konkurrenzgedanken.“

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