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Platzhirsch beim Busverkehr im Landkreis ist die Deutsche Bahn mit ihrem Tochterunternehmen RVO. Im kommenden Jahr laufen mehrere Konzessionen ab.

Hitzige Diskussion im Kreistag - mit fragwürdigem Ergebnis

Und wie läuft's eigentlich mit dem Busverkehr?

Landkreis – Neue Erkenntnisse bei CSU und Freien Wählern: Die Attraktivität des Busverkehrs im Landkreis müsse gesteigert werden, finden die Fraktionen - und fordern Antworten.

„Wir bitten um die Darstellung der Überlegungen der Landkreisverwaltung, wie sich der Landkreis als zuständiger Aufgabenträger für den Busverkehr vorstellt, die Attraktivität des ÖPNV zu steigern, um zu erreichen, dass mehr Bürger vom Auto auf Busse umsteigen und so Umwelt und Straßen entlastet werden“, heißt es in dem Antrag. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) ließ keinen Zweifel daran, dass er den Vorstoß für puren Aktionismus hält. „Wir haben die Zukunftswerkstatt Mobilität, in der das Thema behandelt wird“, sagte er in Richtung der Fraktionssprecher Josef Bierschneider (CSU) und Norbert Kerkel (FWG). Letzterer habe an der jüngsten Sitzung teilgenommen, Ersterer nicht.

Rzehak teilte die Auffassung, dass der ÖPNV attraktiver werden müsse, doch das koste Geld. „Wir können uns derzeit keinen neuen Nahverkehrsplan leisten, dazu wären 100 000 bis 200 000 Euro nötig“, erinnerte er. „Wenn es nach mir geht, geben wir das Geld bei den Haushaltsberatungen am Runden Tisch frei. Aber die Mittel müssen woanders eingespart werden – da bitte ich dann um Vorschläge.“ Wiessees Bürgermeister Peter Höß (FWG) wollte das nicht gelten lassen: „Es wird immer nur von Kosten gesprochen. Wir müssen die Möglichkeiten, die wir haben, wahrnehmen und auch mal investieren.“

„Ich verstehe die Emotionalität nicht“

Bierschneider wunderte sich über den scharfen Ton des Landrats. „Ich verstehe die Emotionalität nicht“, sagte er leutselig. „CSU und FWG dürfen doch wohl noch nachfragen. Wir wollten nur den Sachstand wissen. Das ist nichts Verwerfliches.“ Wenn man die Verkehrssituation verbessern wolle, dann nur mit dem Umstieg vom Auto auf den Bus. „Der Landkreis ist Aufgabenträger“, erklärte Bierschneider. „Im kommenden Jahr laufen mehrere RVO-Buskonzessionen ab, da müssen wir rechtzeitig die Weichen stellen.“ Er habe auch kein Problem damit, wenn es den Sachstandsbericht nach der Sommerpause gibt.

„Ich glaube nicht, dass wir im September mehr sagen könnten“, antwortete Rzehak. Er stellte den Sachstandsbericht zum Ende des Jahres in Aussicht. Fachbereichsleiter Peter Schiffmann vom Landratsamt klang da optimistischer: „Zumindest ein paar Projekte können wir im Herbst skizzieren.“

Rzehak sah in diesem Zusammenhang auch die Staatsregierung in der Pflicht. Im laufenden Jahr stünden für ganz Oberbayern ÖPNV-Mittel in Höhe von rund 8,6 Millionen Euro zur Verfügung. Das bedeute für den Landkreis so gut wie nichts. „Ihr könnt auch gerne die Parteischiene fahren“, forderte er die CSU auf. Das ist offenbar schon geschehen. „Der Antrag der kommunalpolitischen Vereinigung ist bereits gestellt“, berichtete Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU).

Zwei Kreisrätinnen wunderten sich über die emotionale Debatte. „Ich bin begeistert, dass es hier so viele neue Befürworter des Busses gibt“, merkte Elisabeth Janner (Grüne) süffisant an. Sie schlug eine Kampagne vor, in deren Rahmen Kommunalpolitiker selbst Bus fahren und auf diese Weise als Botschafter für öffentliche Verkehrsmittel auftreten. „In der Schweiz funktioniert das“, berichtete sie.

„Echt schockiert, was hier abläuft“

Anastasia Stadler (CSU) hingegen war auch mit Blick in die eigenen Reihen einfach nur „echt schockiert, was hier abläuft“. In der Zukunftswerkstatt habe man beschlossen, dem Kreistag zu gegebener Zeit alle erforderlichen Informationen an die Hand zu geben. „Bei der Attraktivität sind wir schon auf dem besten Weg“, sagte sie und verwies auf die kostenlose Nutzung der RVO-Busse mittels Gästekarten. „Das ist eine Strategie und nicht so eine blöde Diskussion, die wir hier drin führen.“

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