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Rainer Dlugosch (r.) beförderte zunächst seinen Stellvertreter Markus Gamperling in die Brühe im Swimming-Pool – ehe er selbst unfreiwillig doch noch darin baden ging. Jetzt spricht er über seinen Auftritt

"Unsere Schüler haben ab der fünften Klasse Sexualkunde"

Nach Penis-Spiel: Schulleiter erklärt sich im Interview

Miesbach - War das noch lustig oder einfach peinlich? Der Abistreich am Miesbacher Gymnasium erhitzt die Gemüter unserer Leser. Das sagt Schulleiter Rainer Dlugosch zum Penis-Spiel.

Was ihren Bildungsabschluss anbelangt, dürfen sich die Abiturienten des Gymnasium Miesbach seit kurzem offiziell als „reif“ bezeichnen. Das, was sie bei ihrem Abistreich veranstaltet haben, lässt einige Leser unserer Zeitung allerdings daran zweifeln. Wie berichtet, ließen die Schüler ihren Schulleiter Rainer Dlugosch und seinen Stellvertreter Markus Gamperling in einem Spiel mit zwei aufblasbaren Gummi-Penissen gegeneinander antreten. Ist das noch witzig oder eines Gymnasium nicht würdig? Die Kommentare auf unserer Facebook-Seite reichen von „Lustig“ bis „Peinlicher geht’s nimmer“. Wir haben bei Schulleiter Dlugosch nachgefragt, wie er die Aktion einen Tag später sieht.

Herr Dlugosch, bei so einem Abistreich hätte sicher nicht jeder Schulleiter mitgespielt. Sie aber schon. Bereuen Sie’s?

Dlugosch: Ich finde, man sollte das nicht zu hoch aufhängen. Als Schulleiter muss man eben ab und zu spontan reagieren. Die Alternative wäre gewesen, den Streich platzen zu lassen. Das wäre aber nicht im Sinne des Erfinders gewesen. Um so eine Aktion einzuordnen, muss man eigentlich einen Blick von innen haben.

Weil man dann weiß, dass manche Abiturienten doch noch nicht reif sind?

Dlugosch: Sagen wir es mal so: Durch das G8 werden sie ja früher fertig. Manche sind da eben noch leicht bis schwer pubertär veranlagt. Geschadet haben sie mit ihrer Aktion aber niemandem. Unsere Schüler haben ab der fünften Klasse Sexualkunde-Unterricht. Die wissen alle eine solche Darstellung des männlichen Geschlechtsorgans ins Reich der Fabeln einzuordnen. Man sollte da also auch als Schulleiter nicht päpstlicher als der Papst sein. Da hätte ich in meiner Zeit am Tegernseer Gymnasium durchaus den einen oder anderen bunten Abend abpfeifen müssen.

Erlaubt ist also, was gefällt?

Dlugosch: Das natürlich nicht. Ich erinnere mich zum Beispiel an meinen ersten Miesbacher Abi-Jahrgang. Da haben es die Absolventen zuerst verschlafen, einen Streich zu organisieren, und wollten stattdessen den Abschlussgottesdienst aufmischen. Damit hätten sie den Schulfrieden gestört, und das geht gar nicht. Das habe ich sofort unterbunden. Unser jetziger Jahrgang war da eigentlich sogar recht zugänglich.

Inwiefern das?

Dlugosch: Weil sie auf die Realschüler Rücksicht genommen haben. Die hatten in der Früh Hörverständnisprüfung und wären durch den Abistreich gestört worden. Also habe ich unseren Absolventen bis um 10.40 Uhr Einhalt geboten, und sie haben sich auch dran gehalten. Dass sie danach Gas gegeben haben, gehört zu einem Abistreich dazu.

sg

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