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Vorbilder für Baukultur: Kreisbaumeister Werner Pawlovsky (6.v.l.), Landeskonservator Bernd Vollmar (2.v.r.) und Landrat Wolfgang Rzehak (8.v.r.) gratulierten und dankt en den Trägern der Denkmalschutzmedaille (v.l.) Jochen Horstmeier (Bauherr), Michael Pelzer (ehemaliger Bürgermeister Weyarn), Horst Niederreiter und Katharina Glomb (Architektin), Max von Bredow (Quest), Walter Henkenjohann (Bauherr), Susi Stockmann (Architektin), Eva Maier (Bürgerstiftung Miesbach), Christoph Scholter (Landesamt für Denkmalpflege), Leonhard Wöhr (Bürgermeister Weyarn), Benno Bauer (Architekt), Andreas Brünner (Bürgerstiftung) und Heiner Pflugfelder (Architekt).

Projekte in Valley, Miesbach und Weyarn ausgezeichnet

Preise für Denkmalschutz: Sie machen Geschichte wieder erlebbar

Holzkirchen - Fünf Preisträger bekommen heuer die Denkmalschutzmedaille des Landkreises überreicht. Bei den bisherigen Sorgenkindern tut sich was.

Es hat schon Tradition, dass das Amt für Architektur, Städtebau und Denkmalschutz am Landratsamt im November nach Holzkirchen lädt. Im denkmalgeschützten Rahmen des Kultur im Oberbräu wurden nun zum fünften Mal besonders engagierte Bauherren von vier Projekten in Valley, Weyarn und Miesbach mit der Denkmalschutzmedaille des Landkreises Miesbach ausgezeichnet.

Diesmal habe er keinen Grund, im Zorn zurückzuschauen, betonte Kreisbaumeister Werner Pawlovsky in Anlehnung an den Theater-Klassiker „Look back in Anger“: Bei fünf Sorgenkindern habe sich Wesentliches getan. Beim Aquädukt in Grub stimme ihn hoffnungsfroh, dass die Standsicherheit nicht gefährdet sei. Temperaturschwankungen im Bereich der Wasserführung seien die Ursache für die marode Schale. In Gmund werde im Maximilian mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, und Gut Kaltenbrunn sei aus Sicht der Denkmalpflege „in wunderbar ruhigem Fahrwasser“. Beim Haushamer Förderturm sei man auf einem sehr guten Weg, und der Sticklhof in Valley gehörte sogar zu den Preisträgern.

Aus Letzterem hätten Jochen Horstmeier und Walter Henkenjohann „sowohl aus ortsplanerischer als auch denkmalpflegerischer Sicht wieder einen wichtigen Bestandteil für die Ortschaft Valley“ gemacht. 1991 hatte die Gemeinde den damals etwa 150 Jahre alten und einst zur gräflichen Schlossökonomie gehörenden Hof erworben. Immer wieder scheiterten Versuche, das mehr als stattliche Gebäude sinnvoll zu nutzen. Die behutsame Sanierung unter Architekt Robert Wieser führte zu einem Mehrfamilienhaus mit elf Wohnungen.

Preisträger für Kloster in Weyarn und Miesbach

Ebenfalls in Valley steht das Anwesen „Beim Dichtl“, das nun ausgezeichnet wurde. Der unspektakuläre, aber elegante Einfirsthof – 1792 erbaut – ist ein typisches Miesbacher Haus, dessen Wohnteil seit Jahren denkmalgerecht genutzt werde. Nun gestalteten Bauherr Oliver Thurn und Architektin Susi Stockmann den Wirtschaftsteil so zu einem zweigeschossigen Wohnraum um, dass der klassische Bauernhof nach außen hin erhalten blieb.

Zwei Preisträger verdiente das Klostergelände in Weyarn: Sowohl die Gemeinde als auch die Quest Wohnbau GmbH mit dem Architekturbüro Kehrbaum wurden gewürdigt, mit der Generalsanierung der ehemaligen Klosterbrauerei ein großes Stück der Weyarner Kloster- und Ortsgeschichte „wieder verständlich und erlebbar gemacht“ zu haben. Durch die Säkularisation war der Komplex von 1133 in seiner Gesamtheit auseinandergerissen und zum Teil zerstört worden. Pläne gab es so gut wie keine. Nun wurde das sogenannte „Schlickenriederanwesen“ so restauriert, dass man den ehemaligen Prälaturhof zumindest in seiner Struktur wieder herstellen konnte.

„Wann kommt es schon mal vor, dass Privatpersonen ein Grundstück kaufen um es gerade nicht zu bebauen?“, stellte Pawlovsky angesichts des Miesbacher Klostergeländes in den Raum. Mit sehr großem ideellen und finanziellen Engagement hatte die 2010 gegründete Miesbacher Bürgerstiftung den geschichtsträchtigen Grund südlich der Schule für mehr als 710 000 Euro erworben, um ihn vor allzu massiver Bebauung zu bewahren. Vorbildlich sei die marode Klostermauer nach historischen Vorgaben und mit den Originalgittern wieder erstellt worden. Eva Maier und Andreas Brünner durften stellvertretend die Ehrung für ihr vorbildliches und konsequentes Handeln entgegennehmen.

Von Heidi Siefert

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