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Könnte bald aufgeteilt werden: Sollte der Schulverband zustimmen, könnte die Hälfte des Sportplatzes an der Münchner Straße in Miesbach ein Bolzplatz werden.

Stadtrat hat entschieden

Schulsportplatz wird zur Hälfte ein Bolzplatz

Miesbach - Dass Miesbach einen weiteren Bolzplatz braucht, darüber waren sich die Stadträte einig. Schwieriger gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Standort.

Kicken nur so zum Spaß. Ohne regelmäßiges Training, ohne Vereinszugehörigkeit. Ein Bolzplatz verspricht Kindern und Jugendlichen ein unkompliziertes Fußballvergnügen. Wenn diese aber auf ihre Eltern angewiesen sind, um überhaupt auf den Rasen zu kommen, rollt die Motivation so schnell ins Aus wie ein schlecht gespielter Pass. So ergeht es bislang auch vielen jungen Kickern in Miesbach. Um ihnen einen weiteren Bolzplatz anbieten zu können, hat die Stadtverwaltung nun nach einem passenden Ort gesucht. Die Ergebnisse stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) im Stadtrat vor.

Die naheliegendste Lösung – ein Fußballfeld auf einem der 13 Spielplätze in Miesbach und Parsberg – käme hinsichtlich Beschaffenheit, Größe und Topografie nur an der Riviera in Frage, erklärte Pongratz. Der Bolzplatz läge da zwar an einer zentralen Stelle, wäre aber mit maximal 400 Quadratmetern verhältnismäßig klein.

Wesentlich bessere Voraussetzungen bot die zweite Alternative, die Pongratz mit in den Sitzungssaal gebracht hatte: eine öffentliche Freigabe des Schulsportplatzes an der Münchner Straße. Die Mittelschule Miesbach habe grundsätzlich nichts dagegen, erklärte die Bürgermeisterin. Die Nutzung wäre jedoch an mehrere Auflagen geknüpft. Die wohl entscheidende: Der Bolzplatz dürfte erst ab 16.30 Uhr von einer „weisungsberechtigten Person“, zum Beispiel vom benachbarten Freizeit- und Kulturkeller (FuKK) aufgesperrt werden. Während der Pausen sei der Rasen weiterhin den Schülern vorbehalten.

„Ich bin für beide Lösungen offen“, erklärte Pongratz. Sollte sich der Stadtrat für den Schulsportplatz entscheiden, müsste die Stadt zuerst einen Mietvertrag mit dem Schulverband abschließen. Dafür seien entsprechende Beschlüsse der Verbandsversammlungen von Grund- und Mittelschule erforderlich. Weiterhin gelte es zu klären, wer für die Instandhaltung des Platzes sowie für eventuelle Schäden aufkommt. Auch der SV Miesbach müsse noch sein Okay geben, sagte Pongratz. Die Stadt habe dem Verein den Rasen an der Münchner Straße damals als Ausgleich für den mittlerweile mit Aldi und Rewe bebauten Hartplatz am Windfeld zur Verfügung gestellt.

Zumindest dieser Punkt klärte sich direkt im Sitzungssaal. CSU-Stadtrat und SV-Vorsitzender Stefan Griesbeck betonte, dass der Verein keinen Bedarf mehr für den Platz habe. Die von der Schule vorgeschlagene Idee hielt Griesbeck trotzdem nicht für sinnvoll. Er schlug vor, den Sportplatz zu halbieren. Die eine Hälfte wäre ein reiner Schulplatz, die andere ein öffentlicher Bolzplatz. „Die halbe Fläche reicht vollkommen aus“, betonte Griesbeck. Konflikte wegen Öffnungszeiten und Schäden würden damit vermieden. „Beim Bolzplatz geht es dann eben nicht so genau“, sagte er.

Ein Vorschlag, der nicht nur der Bürgermeisterin gut gefiel. „Eine Öffnung erst ab 16.30 Uhr hätte eh nichts gebracht“, sagte etwa Franz Mayer (CSU). Sabine Schuhbeck (SPD) hatte sich dagegen eher an der Anknüpfung an den FuKK gestört. „Das Personal ist da oft gebunden“, sagte sie. Skeptischer zeigte sich Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD). „Die Schule wird bei einer Aufteilung sicher nicht Hurra schreien“, sagte er. Für den Sportunterricht werde manchmal auch die ganze Fläche benötigt. Deutlich optimistischer gab sich Markus Seemüller (FWG). „Probieren, anschauen und nicht verkomplizieren“, empfahl er. Verena Assum (CSU) bat darum, auch die Riviera in den Blick zu nehmen. „Das wäre dann was für kleinere Kinder.“

Einstimmig beauftragte das Gremium letztlich die Bürgermeisterin, die Gespräche mit Grund- und Mittelschule aufzunehmen. Mit offenem Ergebnis, wie Pongratz betonte. Eine pragmatische Lösung sei aber auch ihr am liebsten. Ganz unkompliziert – wie das Kicken auf dem Bolzplatz.

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