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Geringe Ausbeute: Die Obsternte fiel heuer sehr schlecht aus.

"Bei der Zwetschge nahezu Totalausfall"

Gartler-Chef im Interview: Deshalb war die Obsternte so schlecht

Landkreis – Josef Killy ist Zweiter Vorsitzender der Kreisgartler und kann auf viele Ernten zurückblicken. Im Interview erklärt er die schlimme Lage.

Bereits in vorchristlicher Zeit feierten die Menschen eine erfolgreiche Ernte – allerdings mit weltlichem Charakter. In unseren christlich geprägten Breiten steht hingegen der Dank an Gott für die Ernteerträge im Zentrum dieses Festes, das den Höhepunkt des Herbstes markiert und am kommenden Sonntag wieder gefeiert wird. In der Region gibt es heuer allerdings weniger Grund zur Freude, die Ernte fällt nämlich unterdurchschnittlich aus. Josef Killy ist Zweiter Vorsitzender der Kreisgartler, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Obst und kann auf entsprechend viele Ernten zurückblicken. Im Interview erklärt der 59-Jährige aus Weyarn, warum eine schlechte Ernte zwar ärgerlich, aber völlig normal ist, und der Klimawandel daran keine Schuld trägt.

Herr Killy, wie steht es heuer ums Obst?

Killy: Die Ernte ist unterdurchschnittlich und insgesamt sehr schwach. Bei den Äpfeln ist es etwa ein Drittel weniger als im Durchschnitt. Bei der Zwetschge haben wir nahezu einen Totalausfall. Es sieht nahezu bei sämtlichen Obstsorten schlecht aus.

Es gibt aber Ausnahmen?

Killy: Ja, etwas besser sieht es bei der Birne aus, bei der die Befruchtungsphase ganz gut war und es einen höheren Ertrag gibt. Außerdem haben geschütztere Lagen bessere Erträge. Ein Beispiel wäre hier etwa Holzolling. Ein gutes Jahr war es aber für die Gärtner, die relativ wenig gießen mussten und bei denen alles gut gewachsen ist. Die haben hervorragende Erträge.

Was hat denn zu den Ausfällen beim Obst geführt?

Killy: Die Witterung, genauer gesagt das verregnete Frühjahr und der erneute Kälteeinbruch. In der Folge sind die Bienen nicht mehr so geflogen, haben weniger bestäubt und entsprechend niedrig ist der Ertrag. Schade, denn die Bäume haben ja wunderbar geblüht. Teils sind sie dann leider erfroren, aber Hauptursache ist sicher der schlechte Insektenflug. Hinzu kommt außerdem, dass es beispielsweise in Schaftlach, Waakirchen sowie der Region um Weyarn und Irschenberg auch noch teils Hagelschlag gegeben hat. All diese negativen Einflüsse führen nun zu einer schlechten Ernte.

Sind die Äpfel dann wenigstens von guter Qualität?

Killy: Leider ist auch die Qualität teilweise recht schlecht. Viele Äpfel sind sehr wurmig und faulen bereits am Baum. Das ist natürlich alles andere als ideal. Die Schädlinge stürzen sich auch und besonders auf wenigere Früchte. Problematisch ist zum Beispiel auch die Monilia-Krankheit (eine Infektion kann bei allen Stein- und Kernobstarten vorkommen und lässt die Triebspitzen absterben – Anm. der Red.) und die Schrotschusskrankheit, die den Kirschbaum befällt. Wurmbefall ist ein großes Problem beim Apfel, der dadurch auch noch anfälliger für andere Schädlinge wird. Was an Obst aber übrig ist, das ist geschmacklich gut, weil es ansonsten übers Jahr hinweg wenig Stress für die Früchte gab.

Lässt ein Befall heuer Rückschlüsse auf die nächste Ernte zu?

Killy: Nein, überhaupt nicht. Schädlinge sind ja immer da, werden gewöhnlich aber von den Nützlingen in Schach gehalten. Normalerweise gleicht das die Natur schon aus. Nächstes Jahr kann also wieder ein ganz hervorragendes Obstjahr werden.

Spielt der Klimawandel eine Rolle?

Killy: Das glaube ich nicht. Nach zwei eher durchschnittlichen Ernten in den vergangenen zwei Jahren ist sie heuer zwar arg unterdurchschnittlich. Ein Wechsel zwischen guten und schlechten Ernten ist aber überhaupt nicht außergewöhnlich. Das ist nicht der Klimawandel, das hat die Mutter Natur so eingerichtet. Solche Schwankungen hat es immer schon gegeben, und sie sind Teil der Natur. Wenige Wochen entscheiden nun mal darüber, ob die Ernte gut oder schlecht wird. Ich glaube jedenfalls, dass sich das alles im Rahmen bewegt.

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