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Neuerlicher Anlauf: Auf einen Neubau der Alpenrose in Schliersee verzichtet der Eigentümer und verwirklicht lieber die bereits genehmigten Sanierungspläne. Die seitens der Gemeinde verhängte Veränderungssperre gilt somit nicht.

Die Euphorie ist zurück – Umbau zu Luxus-Wohnungen soll nun starten

Alpenrose: Besitzer legt Neubaupläne in die Schublade

Schliersee – Manchmal führt die Rolle rückwärts schneller zum Ziel: Zwar sind die Neubaupläne der Alpenrose vom Tisch - doch mit diesem Kniff kann der Besitzer sofort mit dem Umbau starten.

Bei seinem Vorhaben, die Alpenrose in Schliersee in eine Luxus-Wohnanlage zu verwandeln, durchlebt der Baldhamer Eigentümer Erich Meidert ein Wechselbad der Gefühle. Aktuell steht das Stimmungsbarometer wieder auf Euphorie. Im Dezember möchte er damit beginnen, das prominent am Bahnhof stehende Gebäude umzubauen. 

Seine Neubaupläne hat er wieder in der Schublade verschwinden lassen. Wie berichtet, hatten diese Anfang des Jahres dazu geführt, dass der Gemeinderat einen Bebauungsplan über das betreffende Areal legen wollte und obendrein eine Veränderungssperre verhängt hat. Weil die Planung, die Meidert nun verwirklichen möchte, aber bereits im Dezember 2015 genehmigt wurde, gilt die Veränderungssperre für sie nicht.

Die geplante Neugestaltung des Alpenrose-Areals hat nun auch das eine oder andere Jahr auf dem Buckel. Zuletzt hatte Meidert einen Neubau im Sinn gehabt, da ihm eine Sanierung im Bestand zu risikoreich und vor allem zu teuer erschien. Nun meint der Baldhamer Sechziger-Fan, bei dem selbst die Handy-Nummer auf 1860 endet, einen Partner gefunden zu haben, mit dem er das Vorhaben durchziehen kann: das Lenggrieser Bauunternehmen Schwarzenberger. Das sei fähig, das komplexe Projekt als Generalunternehmer umzusetzen, ist Meidert sicher.

Am Sanierungskonzept habe man vier Monate gearbeitet. Es sieht vor, drei der Außenwände stehen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass Meidert sich nicht um Abstandsflächen und weitere bauliche Vorgaben kümmern muss, die bei einem Neubau gekommen wären. Allerdings ist die Sanierung im Bestand auch ziemlich teuer. „Von der Kostenseite her ist dies leider ein beträchtlicher Mehraufwand, der sich auch im Preis niederschlägt“, schreibt Meidert auf seiner Homepage, auf der er sein Vorhaben anpreist. 

Wer sich eine der 35 bis 189 (Penthouse) Quadratmeter großen Wohnungen im Luxus-Segment leisten möchte, muss in der Tat tief in die Tasche greifen. Die günstigste kostet 199 000 Euro, eine Drei-Zimmer-Obergeschoss-Wohnung mit 90 Quadratmetern schlägt beispielsweise mit 469 000 Euro zu Buche. Letztere ist ausweislich der Preisliste übrigens schon „fest reserviert“, wie zwölf weitere der insgesamt 20 Einheiten auch. Knapp die Hälfte der Interessenten kämen aus Schliersee, sagt Meidert.

Zwei der Wohnungen entstehen in einem nebenan gelegenen Neubau, unter dem sich in einer Tiefgarage auch 18 Stellplätze befinden. Drei weitere sind quer zu den öffentlichen Stellplätzen an der Bahnhofstraße ausgewiesen. Unabhängig von der Parksituation, die noch Fragen aufwirft (siehe unten), ist der Bauherr entschlossen, mit der Sanierung loszulegen, die im Übrigen höchsten bauphysikalischen Ansprüchen genüge und mit einer neuen Wasserstoff-Heiztechnik glänzen soll. Das Casino, das 2015 schon einmal dichtgemacht hatte, soll zum Dezember abermals ausziehen, dann rücken die Bagger an. Die Fertigstellung des „absoluten Juwels in einer unwiederbringlichen Bestlage“ kündigt Meidert für Mitte 2018 an.

Parksituation wirft noch Fragen auf - parken nur mit Kran?

Werdiese Parkplätze nutzen möchte, hat besser einen Kran dabei. Drei oberirdische Gemeinschafts-Stellplätze sind in der genehmigten Planung zwischen der Alpenrose und der Bahnhofstraße vorgesehen. Eine Zufahrt zu diesen ist unterdessen nicht möglich – jedenfalls nicht, wenn die öffentlichen Parkplätze an der Bahnhofstraße belegt sind. Diese widersinnige Situation ist wohl im Zuge des Genehmigungsverfahrens entstanden. 

Zwar hat die Gemeinde Schliersee darauf hingewiesen, dass „die verkehrsmäßige Erschließung der zusätzlichen Stellplätze nicht gesichert sei und der Stellplatznachweis im Genehmigungsverfahren zu prüfen ist“, wie es aus dem Landratsamt heißt. Auf einen Widerspruch zum angrenzenden Bebauungsplan – dort sind die öffentlichen Parkplätze festgesetzt – sei aber nicht hingewiesen worden. 

Bei der Genehmigung wurde die Situation wohl einfach übersehen. Zugunsten einer Einfahrt zur Alpenrose auf Stellplätze zu verzichten, hat der Gemeinderat heuer abgelehnt. In der genehmigten Planung ist die Einfahrt dennoch eingezeichnet. Über die Auflösung dieses Widerspruchs will Meidert mit der Gemeinde noch verhandeln. Spätestens bei der Abnahme des fertiggestellten Vorhabens wird sich das Landratsamt damit befassen müssen. Die Zufahrt zur Tiefgarage verläuft nordwestlich am Café Jennerwein vorbei.

dak

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