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Erneute Intervention: (hinten v.r. ) Joss Bachhofer, Wolfram Kastner, Hans Pawlovsky und Werner Hartl, Leiter der IG-Metall- Jugendbildungsstätte Schliersee.

Annaberg-Gedenktafel: Sie hängen ihre eigene Tafel wieder auf

Nach Strafanzeige: Künstler keilen zurück

Schliersee - Neue Episode im Streit um die Annaberg-Gedenktafel: Wolfram Kastner und Joss Bachhofer hängen ihre eigene Tafel wieder auf. Das könnte die Kirche als Provokation verstehen. 

"Ästhetische Intervention“ – die zweite: Nach der ersten Aktion im Mai haben die Künstler Joss Bachhofer aus Hausham und Wolfram Kastner aus München nun abermals die Annaberg-Gedenktafel an der Weinberg-Kapelle in Schliersee mit einer eigenen überdeckt. „Für Akzeptanz und ein friedliches Miteinander. Gegen Naziterror und Rechtsextremismus einst und heute“ steht darauf. Wiederum war die Aktion begleitet von Forderung, die eigentliche Tafel, mit der der 1921 in Schlesien gefallenen Mitglieder des Freikorps/Bund Oberland gedacht wird, zu entfernen. 

Rückgabe der Tafel: "Aufforderung, sie wieder anzubringen"

Die Vorgeschichte betrachtet, kann man die jetzige Aktion durchaus als Provokation betrachten – zumindest aber als deutliche Aufforderung an die katholische Kirche, sich in dieser Sache zu bewegen. Wie berichtet, hatte der Schlierseer Pfarrer Hans Sinsedernach der ersten Aktion Strafantrag gegen die beiden Künstler gestellt. Hans Pawlovsky, nimmermüder Kämpfer gegen das jährlich im Mai stattfindende, inzwischen auf Kranzniederlegungen beschränkte Annaberg-Gedenken, sagt über die Anzeige: „Völlig dezplatziert.“ Erwartungsgemäß stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittungen ein, die Polizei schickte das Beweisstück an die Künstler zurück. „Wir verstehen das als Aufforderung, diese Tafel wieder anzubringen“, schreiben Kastner und Bachhofer in einer Pressemitteilung.

Katholische Kirche beginnt, sich zu bewegen 

Dies haben sie am Donnerstagvormittag getan – mit doppelseitigem Klebeband. Die Kritiker wenden sich bekanntlich gegen das Gedenken, dass sich in eine Nazi-Tradition stellt. Seitens der Kirche – die Weinbergkapelle ist deren Eigentum und die Tafel war seinerseits auf Initiative des Gemeindepfarrers angebracht worden – war jahrelang keinerlei Bewegung in dieser Sache festzustellen. Dies hat sich offenbar ein wenig geändert. Inzwischen ist das Erzbischöfliche Ordinariat mit der Sache betraut, wie Sinseder unserer Zeitung im Frühjahr sagte. Pawlovsky hofft, dass dies zumindest auf lange Sicht Wirkung zeigt. 

Info-Abend 

Die IG Metall Jugendbildungsstätte Schliersee lädt für Samstag, 29. Oktober, zu einem Info-Abend über das Freikorps-Gedenken in Schliersee ins Restaurant Charivari in der Vitalwelt ein. Der Titel: „Traditionelles Totengedenken... oder rechtsextreme Heldenfeiert?“ Referent ist der Sozialwissenschaftler und Journalist Jörg Kronauer. Beginn um 18.30 Uhr.

dak

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