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Opfer von Tresorknackern: Die Taubensteinbahn.

Schaden ist gewaltig

Jetzt schon der 8. Fall: Polizei warnt vor Bergbahn-Bande

Spitzingsee - Die Abstände werden kürzer, der Schaden gewaltiger: In der Nacht auf Montag ist erneut in eine Bergbahnstation eingebrochen worden, Betreiber und Polizei sind alarmiert. 

Wie hoch die Beute war, konnte die Polizei zum aktuellen Fall in Schliersee (Kreis Miesbach) noch nicht sagen. Es war der inzwischen achte Einbruch innerhalb weniger Wochen in Bayern – und der dritte binnen einer Woche.

Erst am vergangenen Mittwoch waren die Täter in die Schliersbergbahn, ebenfalls im Landkreis Miesbach, eingebrochen. Am Wochenende hatten sie in der Talstation der Eibsee-Seilbahn ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Die Beute ist in den meisten Fällen gering, der Schaden dafür immer enorm. Bei einem Einbruch in die Station der Kreuzeckbahn im Kreis Garmisch-Partenkirchen ist sogar ein Sachschaden von 30 000 bis 40 000 Euro entstanden.

Der Verband Deutscher Seilbahnen hat sich inzwischen mit einem Rundschreiben an die 113 Bahnbetreiber in Bayern gewendet, um sie vor den Unbekannten zu warnen. Auch die Polizei hat mit ihnen Kontakt aufgenommen. „Wir warnen davor, Wertgegenstände oder viel Bargeld in den Talstationen zu lassen“, berichtet Andreas Guske, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Oft sind die Täter zwar an den Tresoren gescheitert und haben nur geringe Summe erbeutet. „Aber nicht immer“, sagt Guske. Beim jüngsten Einbruch in die Taubensteinbahn hatten sie sogar das nötige Werkzeug vor Ort vorgefunden.

Auch in Österreich gab es bereits Einbrüche in Bergbahnen

Auch in Österreich gab es Fälle, die höchstwahrscheinlich mit der Einbruchserie zusammenhängen, berichtet Guske weiter. Die Landeskriminalämter arbeiten eng zusammen. In Traunstein wurde eine fünfköpfige Ermittlungsgruppe gebildet, die die Spuren vergleicht. „Durch die Häufung der Einbrecher wird auch das Bild der Täter immer genauer“, sagt der Polizeisprecher. „Und Spuren haben sie bisher immer hinterlassen.“ Dennoch ist die Polizei vor allem auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Bisher sind nicht allzu viele eingegangen. „Es deutet alles darauf hin, dass eine Gruppe die Bergbahnen als lohnendes Einbruchsziel entdeckt hat“, betont Guske. Die meisten Talstationen sind besonders nachts völlig unbeobachtet, Überwachungskameras gibt es kaum. Selbst der Lärm, den die Täter oft machen, schreckt niemanden auf. „Wir gehen davon aus, dass sie die Stationen vor dem Einbruch auskundschaften“, sagt Guske. „Deshalb hoffen wir besonders auf Hinweise von Zeugen, die tagsüber etwas Auffälliges bemerken.“

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