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Leinen los: Auch wenn es anders aussieht: Die Mitglieder des Unternehmerverbands Miesbach kehren der Insel Wörth nur geografisch den Rücken. Trotz Brexit fürchten sie auch das Inselreich Großbritannien nicht.

Beim Frühschoppen auf der Insel Wörth

Brexit: Das sagen die Unternehmer im Landkreis

Schliersee - Nach dem Brexit ist das Inselreich in aller Munde. Auch beim Frühschoppen des Unternehmerverbands Miesbach auf der Insel Wörth war der EU-Austritt Großbritanniens ein Thema.

Auf einer Insel ticken die Uhren anders. Nicht nur, „weil drumherum Wasser ist“, wie Slyrs-Geschäftsführer Anton Stetter bei der Begrüßung zum Frühschoppen des Unternehmerverbands Miesbach (UVM) launig anmerkte. Und das habe in der Vergangenheit nicht jeder Pächter der Insel Wörth berücksichtigt. Anders der Bayerische Hof, der das Lokal im Schliersee seit gut einem Jahr betreibt. „Auch unser Kaminkehrer musste sich erst daran gewöhnen, dass da einiges anders läuft“, erzählte Hotel-Geschäftsführer Uwe Schulze-Clewing. Eine Erfahrung, die der Unternehmer auch mit Gästen von einer anderen Insel gemacht hat: Großbritannien. „Die Engländer haben sich schon immer abgesondert“, berichtete er beim Frühschoppen, der just am Tag nach der Brexit-Entscheidung fernab vom Festland stattfand.

Kein Wunder, dass das umstrittene Votum der Briten und die möglichen Folgen für die hiesige Wirtschaft ein Thema an den Tischen waren. Ins Schwitzen kamen die Unternehmer aber allenfalls wegen der Sommerhitze. Bei Weißbier und Whisky-Würsten mit Blick auf den Schliersee erschien ihnen der Ärmelkanal angenehm weit weg. Dramatische Konsequenzen befürchten sie vorerst nicht.

„Unsere Geschäftspartner in Schottland sehen es sogar positiv“, sagte Whisky-Produzent Stetter. Sie würden auf ein neues Referendum hoffen, um sich von England loszusagen. Die Handelsbeziehungen für Slyrs dürfte das nicht gefährden, meint Stetter. „Wegen unterschiedlicher Alkoholsteuersätze war da eh nie ein Freihandel möglich.“

Auch Hubert Stehr, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank im Oberland, sieht den Mittelstand als sicher an. Selbst der Kurssturz an den Börsen bringt den Bankernicht aus der Ruhe. „Das war die Überreaktion der Märkte“, erklärte er. Anlegern rät Stehr, erstmal abzuwarten. „Es pendelt sich wieder ein.“

Über den Tellerrand des Landkreises hinaus blickte dagegen Verleger Wolfram Weimer. „Das ist eine Katastrophe für die deutsche Wirtschaft und ein Weckruf für die EU“, sagte er. Den ersten Schlag musste Weimer bereits am Morgen wegstecken. „Ich habe eine Flasche Whisky verwettet, dass die Briten bleiben“, erzählte er. 

Auch ein Otterfinger Student zeigte sich im Interview mit unserer Zeitung enttäuscht über den Brexit. 

Ähnlich sieht es CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan.

Die Insel Wörth soll laut Schulze-Clewing dagegen noch enger mit dem Festland verbunden werden. Ihm schwebt eine engere Zusammenarbeit mit der Firma Slyrs vor. „In diese Union würden wir gerne eintreten.“

sg

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