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Kabarettistin Monika Gruber und ihr Whiskyfass.

Destillerie Slyrs feiert Erweiterung

Monika Gruber hat jetzt ein eigenes Whiskyfass

Neuhaus - Bescheidenheit ist seine Sache nicht. Rund 500 Gäste waren mit dabei, als Anton Stetter die „nächste Stufe der Evolution“ zündete und in Neuhaus „die bei Weitem schönste und perfekteste Whisky-Destillerie der Welt“ präsentierte. Auch Kabarettistin Monika Gruber hat dort jetzt ein eigenes Fass lagern.

„Genießen Sie unsere täglich wechselnden Angebote bei einer traumhaften Aussicht auf den Wendelstein“ – so wirbt die Destillerie der Familie Stetter am Ortsausgang von Neuhaus für ihre neue Attraktion, die Slyrs Caffee & Lunchery. Bei der Eröffnung am Freitagabend konnten die Gäste den Berg nicht erkennen, und das lag nicht an den gehaltvollen Cocktails, die massenweise über die Tresen rutschten. Nebel in den Hochlagen und Regen bis zum Boden verklärten die Sicht, trübten aber nicht die Stimmung beim Partyvolk.

Warum auch? Die Wartezeit bis zum Eintreffen der Ehrengäste – Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Kabarettistin Monika Gruber – gestaltete sich gemäß der Anforderungen an eine Destillerie flüssig. Und der offizielle Teil orientierte sich am Nachklang des Zwölfjährigen von Slyrs: „wunderbar intensiv und lang“ – mit kabarettistischen Zügen, ist man geneigt zu ergänzen. Das lag vor allem an Firmenchef Anton Stetter, der während seiner Ansprache und Moderation fassweise Gags destillierte und die Festredner zur Replik animierte.

Die Botschaften fernab aller Späße waren folgende: Mit seiner Caffee & Lunchery rücke Slyrs jetzt nicht nur in „die Champions League der Gastronomie“ vor, wie Leiterin Chrissi Zell selbstbewusst proklamierte. Die Erweiterung der Erlebnisdestillerie um ein Besucherzentrum und ein Raritätenfasslager setze auch neue Akzente für den Tourismus und schaffe die Voraussetzungen für weitere Expansion. „Der Export ist für uns ganz wichtig“, sagte Stetter, der an diesem Abend seinen andalusischen Geschäftspartner, Lorenzo Garcia-Iglesias Soto von der Bodega Tradicion in Jerez de la Frontera, vorstellte. Die Sherry-Experten aus Spanien versorgen Slyrs nicht nur mit wertvollen Fässern, in denen die limitierten Whisky-Editionen heranreifen. Inzwischen gibt es auch eine Vertriebspartnerschaft.

Die Politik – von der Gemeinde über das Land bis zum Bund – lobte den Geschäftssinn der Neuhauser Whiskydestillateure. „Ihr seid ein Touristenmagnet für die Region“, stellte Wirtschaftsministerin und Stimmkreisabgeordnete Aigner fest. „Toll, dass wir so etwas in Schliersee haben dürfen“, ergänzte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. Und Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan schlug einen Bogen zum Freihandelsabkommen TTIP: „Zehn Prozent der Slyrs-Waren gehen bereits in den Export. Deshalb sind Abkommen wie TTIP für Firmen wie diese so wichtig.“

Obwohl auch er viel Lob im Gepäck hatte, musste Landrat Wolfgang Rzehak Prügel einstecken – für seine Behörde. Die Erinnerung an das zähe Ringen um die Baugenehmigung und an den Kampf mit den Vorschriften hatte sich bei den Destillateuren eingebrannt und flammte während der Eröffnung immer wieder auf. Wie berichtet, war der Bau vom Landratsamt im vergangenen Jahr wegen der fehlenden Genehmigung eingestellt worden, eine mehrmonatige Verzögerung war die Folge. „Es ist nicht leicht für eine Firma, in Deutschland zu bauen“, stellte Stetter fest. Im Hintergrund hielt in dieser Zeit sein Geschäftsführerkollege Thomas Flothmann die Fäden in der Hand. Stetter bezeichnete ihn als „gelungenes Beispiel für Integration“ und ernannte den Manager aus Schleswig-Holstein zum „Oberbayer ehrenhalber“.

Für die unterhaltsame Note hätte es Monika Gruber an diesem Abend also gar nicht gebraucht. Dass die Kabarettistin trotzdem da war, hatte zwei Gründe. Zum einen setzt sie sich für Hochwasseropfer in Simbach ein und erhielt von Slyrs eine Spende in nicht näher genannter Höhe. Zum anderen verschenkt sie mittlerweile lieber Whisky als Rotwein. Da trifft es sich gut, dass die Erdingerin jetzt in Neuhaus ein eigenes Fass auf ihren Namen lagern hat. Ein Privileg, das sich ab sofort jeder Whisky-Fan erkaufen kann. „Die Findigkeit“, kommentierte es Ministerin Aigner, „hört nicht auf.“

sh

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