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Erfolg der Eigentümerin: Gegen den Willen der Gemeinde plant das Landratsamt, die Verkleinerung der Gewerbefläche an der Seestraße 9b genehmigen. 

Gewerbefläche an der Seestraße

Umkehrschwung des Landratsamts

Schliersee - Machtwort in einer Dauerfehde: Das Landratsamt will in Sachen Wohn- und Geschäftshaus an der Schlierseer Seestraße den Gemeinderat überstimmen. 

Die Dauerfehde zwischen Stefanie Thiele und der Gemeinde Schliersee wird nun offenbar vom Landratsamt entschieden. Wie berichtet, hatte die Eigentümerin des Wohn- und Geschäftshauses an der Seestraße 9b wiederholt beantragt, eine Wohnung im Erdgeschoss einbauen zu dürfen. Der Gemeinderat hatte dies mehrfach abgelehnt. Weil aber das Landratsamt maßgeblich ist, schickte Thiele den Bauantrag nach Miesbach. Jetzt kündigt die Kreisbehörde an, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen. Ein paar Unterlagen fehlen noch, dann kann Thiele loslegen. Es sei denn, die Gemeinde klagt.

Letztlich geben ein paar mehr Quadratmeter Gewerbefläche den Ausschlag. Aktuell beträgt die Gewerbefläche im Erdgeschoss rund 270 Quadratmeter. Seit 2012 das Matratzen-Geschäft ausgezogen ist, steht der Laden leer. Thiele sagt, sie habe einfach keinen Nachmieter finden können. Im Gemeinderat wurde insbesondere von Robert Mödl (Die Schlierseer) mehrfach bekrittelt, die Anstrengungen seien nur halbherzig gewesen. Eine Fläche dieser Größe, direkt an der B 307 und mit eigenen Parkplätzen, müsse doch zu verpachten sein. Bis zuletzt blieb dies ein Streitpunkt.

Jetzt sieht es so aus, als ob 62 Quadratmeter Gewerbefläche verbleiben und der Rest in Wohnraum umgebaut werden kann. Das Landratsamt hatte den vom Gemeinderat bereits abgelehnten Antrag zurück nach Schliersee geschickt – mit dem Hinweis, dass „die Gerichte in einem neuerlichen Verfahren anders entscheiden könnten“. Ein Hinweis auf die Vorgeschichte: Die Sache war 2013 vor dem Verwaltungsgericht gelandet (wir berichteten). Allerdings entschied dieses über eine Rest-Gewerbefläche von nur 36 Quadratmetern. Die Richter lehnten einen Umbau ab, da das Gebäude in einem Mischgebiet liegt, in dem die Wohnnutzung ohnehin schon überwiegt.

Beim neuen Antrag verweist das Landratsamt auf „obergerichtliche Rechtsprechung“, derzufolge ein Verhältnis von bis zu 70 Prozent Wohnnutzung zu 30 Prozent Gewerbe sich „noch im Grenzbereich des Zulässigen befindet“. Wobei: Auch mit 36 Quadratmetern Ladenfläche wären diese Werte eingehalten worden. Doch einen wesentlichen Unterschied gibt es: Die Fassade zur Bundesstraße hin – und damit die äußere Wahrnehmung – bleibt im neuen Antrag gleich. „Die zuletzt verbliebenen Kritikpunkte wurden von der Antragstellerin ausgeräumt“, meint das Landratsamt. Deshalb die abermalige Bitte um Zustimmung, die der Gemeinderat aber gegen vier Stimmen ablehnte.

Nun will das Landratsamt das Vorhaben gegen den Willen der Gemeinde genehmigen. Eine gewisse Kehrtwende. Denn laut Protokoll der Gemeinderatssitzung vom Juli 2015 hatte der zuständige Fachbereichsleiter am Landratsamt der Gemeinde mitgeteilt, er gehe weiterhin davon aus, dass das Mischgebiet im Falle einer Genehmigung kippen würde – unveränderte Fassade hin oder her.

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