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Franz Ritzer organisiert die Highland Games in Schliersee und ist zudem Teamchef der Heimmannschaft O’Balandla Clan.

Franz Ritzer: "Das findet man sonst nirgends."

Highlander im Interview: So werden die Spiele in Schliersee

Schliersee - Wenn muskelbepackte Männer und Frauen mit Pfeil und Bogen schießen und Steine werfen, sind in Schliersee wieder die Highland Games. In diesem Jahr sind die Wettkämpfe etwas anders. 

Baumstamm drehen, Steinstoßen und Fasstragen – erinnert ein wenig an Asterix und Obelix. Es sind aber nicht etwa durch Zaubertrank erstarkte Gallier, die am Sonntag, 4. September, bereits zum sechsten Mal nach Schliersee reisen, um im Wasmeier Freiluftmuseum an den Bavarian Highland Games teilzunehmen.

Stark sind die Teilnehmer auch ohne Zaubertrank. Frauen und Männer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen zusammen, um ihre Kräfte zu messen. Franz Ritzer (44) organisiert die Spiele in diesem Jahr und ist zudem Chef der Hausmannschaft O’Balandla Clan. Der Verwaltungsbeamte aus Niederbayern ist seit drei Jahren in der Szene dabei. Über das bayerische Steinheben kam er 2013 dazu und ist seither fasziniert. Unserer Zeitung erzählt er, was die Zuschauer bei den diesjährigen Bavarian Highland Games erwartet und wie es um die Titelchancen der Heimmanschaft steht.

Herr Ritzer, Sie organisieren die Highland Games diesmal. Was steht an?

Ritzer: In diesem Jahr ist der Ablauf etwas anders. Der Unterhaltungsfaktor für die Zuschauer wird zwar wie immer sein. Wir orientieren uns aber deutlich an den Spielen, wie sie auch vom Deutschen Highland Games Verband ausgeschrieben sind. Die sind diesmal deutlich sportlicher orientiert.

Inwiefern?

Ritzer: Im vergangenen Jahr gab es Unterhaltungselemente wie einen Hindernislauf. Oder beispielsweise musste das ganze Team gemeinsam auf langen Skiern laufen. Es wird jetzt schon auch wieder Laufdisziplinen geben aber nicht mehr rein zur Belustigung. Zum Beispiel müssen die Teilnehmer mit einem langen Stamm auf der Schulter Slalom laufen.

Das Niveau ist hoch: "Es wird nicht leicht werden"

Hat der O’Balandla Clan einen Heimvorteil?

Ritzer: Wir haben jetzt zweimal gewonnen, beim ersten Mal 2013 war es ganz knapp. Vergangenes Jahr war es auch knapp, da haben wir dann verloren. Heuer wollen wir schon gewinnen, zumindest aber einen Stockerlplatz. Es gibt Disziplinen wie das Steinheben, da sind wir vorne dabei. Aber vielleicht sind dann andere im Laufen besser. Es wird definitiv nicht leicht werden. Und spekulieren geht auch nicht. Die Spiele sind so aufgebaut, dass bis zur Siegerehrung keiner weiß, wo er steht. Jeder muss immer Vollgas geben.

Es sind also starke Mannschaften am Start?

Ritzer: Etwa zehn Mannschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dabei. Das sind größtenteils namhafte Teams und lassen ein sehr hohes Niveau erwarten.

Da kann der O’Balandla Clan bestimmt mithalten.

Ritzer: Wir sind eine durchaus leistungsfähige Mannschaft hier in Bayern. Aber hier ist die Szene auch noch eher jungfräulich. Auf eine Platzierung in Schliersee können wir aber schon hoffen. Wir sind etwa 15 bis 20 Leute insgesamt, Männer und Frauen im Alter zwischen Anfang 20 und Ende 40. Es gibt kein Mindestalter und kein Limit. Heuer waren wir viermal mit der Mannschaft unterwegs. Aufgrund der Arbeit und anderen sportlichen Aktivitäten hat halt nicht jeder immer Zeit.

Vom Sechsjährigen bis zum erwachsenen Mann leuchten die Augen

Und wo wird trainiert?

Ritzer: Der Sportclub der Hypovereinsbank hat in München eine Trainingsfläche ausgestattet. Mit denen haben wir eine Kooperation und können das Gelände nutzen. Anfang des Jahres trainieren wir einmal im Monat, vor Wettkämpfen dann öfter und zielgerichtet. Das unterscheidet sich ja immer ein bisschen.

Sie meinen bei den Disziplinen?

Ritzer: Ja. Beim einen muss man Bogenschießen, beim anderen Seilziehen. Es gibt da auch verschiedene Stilrichtungen. In Österreich zum Beispiel hat das Ganze mehr Funcharakter. Da muss man dann schon mal eine halbe Bier exen oder Eier werfen. Diese Art der Spiele hat natürlich auch ihre Daseinsberechtigung. Wir sehen uns aber eher bei den Spielen in Deutschland und der Schweiz, da haben sie überwiegend sportlichen Charakter. Und das findet immer mehr Zuspruch.

Also keine Nachwuchssorgen?

Ritzer: Wie gesagt, in Bayern ist die Szene noch nicht so groß. Aber in Trostberg im Chiemgau haben in diesem Jahr Kinder Highland Games stattgefunden. Da waren über 100 Kinder und ganz viele Eltern sind gekommen, um das zu sehen. Wer den Highlandersport kennengelernt hat, findet diesen sicher toll. Und wenn man dann Baumwerfen gemacht hat, sowieso. Vom Sechsjährigen bis zum erwachsenen Mann leuchten die Augen, wenn sich der Stamm zum ersten Mal gedreht hat.

Und wie wurden Sie selbst zum Highlander?

Ritzer: Ich wurde damals von vier Freunden angerufen. Die machen mit mir Bayerisches Steinheben, kommen also aus der Kraftsportszene. Die wollten mitmachen, ich war aber eher skeptisch. Mit den Highland Games konnte ich nichts anfangen. Weil aber Steinheben dabei war, dachte ich mir, dass wir uns also nicht ganz blamieren würden und habe dann doch mitgemacht. Wir haben wahnsinnigen Spaß gehabt und sind dabei geblieben. Das Besondere ist die Stimmung unter den Mannschaften. Das findet man sonst nirgends.

Die Highland Games 2016: der Zeitplan

Um 9.30 Uhr ist offizieller Einlass, um 10.30 Uhr Einmarsch der Athleten in die Wettkampfarena. Die Spiele beginnen um 11 Uhr, um 15.30 Uhr ist die Veranstaltung voraussichtlich zu Ende. Die Siegerehrung folgt um 16.15 Uhr.

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