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Eine Legende: Der ehemalige Schlierseer Berufsjägers Konrad Esterl mit seinem neuen Buch.

Alte Wurzhüttn

Konrad Esterl: Mehr als bloßes Jägerlatein

Schliersee - Seine Bücher sind Bestseller der Jagdliteratur. In der Alten Wurzhütte am Spitzingsee stellte Konrad Esterl jüngst sein achtes Werk vor. Es soll sein letztes sein.

„Vom Gamsbock die Kruckn, vom Hirsch das Geweih“ lautet der Titel des neuesten Buches von Konrad Esterl. Dieses achte Buch sei nun wirklich sein allerletztes, behauptete der inzwischen fast 80-Jährige bestimmt. Ob Jägerlatein oder nicht: Die Bücher des ehemaligen Schlierseer Berufsjägers sind Klassiker und Bestseller der Jagdliteratur. Entsprechend voll war es jetzt bei der Buchpräsentation in der Alten Wurzhütte am Spitzingsee. 

Zur Buchpräsentation spielten die Hornsteiner Musikanten aus Mittenwald auf. Dicht gedrängt saßen die Gäste in der Hütte. Nachbarn, Weggefährten, Freunde und viele Ehrengäste hatten den Weg zur Wirtschaft gefunden, die für den Esterl Koni, wie ihn alle nennen, ein Lebensmittelpunkt war. Prinz Max Emanuel zu Thurn und Taxis mit Prinzessin Christa, Wolfgang Gröbl, der frühere Landrat und ehemalige Staatssekretär, waren gekommen, Chefredakteure, Verbandspräsidenten und mehrere Bürgermeister gratulierten zum Buch und zum etwas vorgezogenen Jubiläum. Denn noch im Oktober feiert Esterl auch seinen 80. Geburtstag. Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer outete sich gar als ehemaliger Hüterbub, der in Kinderzeiten Forellen mit der Hand fangen konnte, aber vom „Jaga Esterl“ nie erwischt wurde. „Gesehen hat es keiner“, scherzte er. 

Auch im neuen Buch geht es wieder um Jagdgeschichten aus dem Gebiet zwischen Brecherspitz, Taubenstein und Pfanngraben. Immer wieder ist Esterl darin erstaunt über die Natur, lernt von ihr und über sie. Erfreut lauscht er im Frühjahr dem Klöpfeln des Urhahnes und dem lustigen Guggeln des Kleinen Hahnes oder ficht zur Brunftzeit mit den Althirschen so manches Rufkonzert aus. Denn auch das ist kein Jägerlatein: Ruf- und Lockrufe mit Hirsch und Hahn kann der Esterl Koni in einmaliger Weise singen, klackern, schnakkeln, gurgeln oder brummen. Und bei allem sind es lehrreiche Erzählungen. 

„Das zeichnet unseren Autor aus“, würdigte ihn Roland Zobel vom Neumann-Neudamm Verlag, wo das Buch auch erschienen ist. Immerhin kennt er Esterl seit 14 Jahren. „So unterhaltsam wie der Koni spricht, so unterhaltsam sind die Jagdgeschichten geschrieben, und dennoch kann man immer etwas lernen, denn er hält sein Wissen nicht zurück.“ Er gebe Fachkenntnisse weiter und trete für eine saubere Jagd ein. Dass Esterl auf Zack ist, unterstrich Zobel mit einer weiteren Geschichte, die für ihn aus dem Autor eine Legende macht: Vor vierzehn Tagen habe er mit seinem Hannoverschen Schweißhund in allen Prüfungen siegreich abgeschlossen. „Die Ruhe und Erfahrung des Altmeisters ist da zu sehen gewesen. Esterl ist einfach eine Kapazität“, lobte er. Die Jagd sei angewandter Naturschutz, das ist das Anliegen des Wildmeisters in Rente. „Der Jäger passt auf’s Wild auf und schießt es nicht nur.“ 

In der Wurzhütte waren viele Gleichgesinnte. Esterls Ausführungen und sein kompromissloser Einsatz für Wald und Wild über Jahrzehnte waren indes bei anderen nicht immer unumstritten gewesen. Manch bittere Erfahrung musste er dadurch tragen. Die schwerste war wohl die Versetzung weg aus seinem geliebten Schlierseer Gebiet in den Ebersberger Forst. Aber auch wenn es einen Vernunftsentscheidung war, so ist daraus doch eine stille Liebe geworden. Auch das ist in seinem neuesten Buch in den Geschichten nachzulesen.

Sonja Still

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