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Die Mountainbiker sind sauer über die Kontrollaktion, die das Landratsamt an diesem Sonntag an der Rotwand durchführen wird.

Protestwelle auf Facebook-Seite der Behörde

Kontrollaktion: Mountainbiker sauer auf Landratsamt

Spitzingsee - Die für diesen Sonntag geplanten Kontrollen des Landratsamts im Rotwandgebiet sorgen bei Mountainbikern für Unverständnis und Proteste. Die Aktion soll dennoch stattfinden

Die Ankündigung des Landratsamts, an diesem Sonntag im Bereich der Rotwand im Spitzingseegebiet gezielt Mountainbiker zu kontrollieren, hat teils zu großer Verärgerung in der Mountainbike-Szene geführt. Vor allem auf der Facebook-Seite „Landkreis Miesbach“ der Kreisbehörde wehren sich Mountainbiker, sprechen von Diskriminierung, Ausgrenzung und Ungleichbehandlung mit Blick auf Wanderer. „Zuletzt haben sich viele passionierte Biker bei uns auf Facebook gemeldet“, sagt Sprecher Birger Nemitz, der die Seite betreut und viele Fragen sowie Kommentare beantwortete. Ein Umdenken habe er wohl nicht erreicht. „Dazu sind die Standpunkte zu verhärtet.“ Aber auch diese Posts seien zu beantworten.

Wie berichtet, beklagt das Landratsamt, dass das Verbot im Landschaftsschutzgebiet Rotwand, Wanderwege und Steige zu befahren, immer wieder ignoriert werde. Erlaubt sei das Radfahren lediglich auf Forst- und Wirtschaftswegen.

Dass Dialog gerade jetzt immens wichtig ist, betont Marco Müller. Der Gebietsbetreuer des Mangfallgebirges ist überrascht, welch hohe Wogen die Aktion schlägt. „Vielleicht ist auch der Zeitpunkt dafür ungünstig“, sagt er mit Blick auf die noch frische Nachricht, dass das Mountainbike-Festival zum Achensee abwandert, weil es im Tegernseer Tal zu schwierig ist, geeignete Strecken zu bekommen (wir berichteten). Die Aktion angesichts der Stimmung abzusagen, sei keine Lösung. „Wir müssen präsent sein und den Kontakt mit den Mountainbikern suchen“, sagt Müller. „In erster Linie geht es darum, die Leute aufzuklären, zu informieren und so ein Miteinander zu schaffen.“

An gemeinsamen Lösungen werde bereits gearbeitet, sagt Müller und verweist auf den Runden Tisch. Dort sind neben Alm- und Waldbauern, Forstleuten, Behörden und den Touristikern der Alpenregion Tegernsee Schliersee auch Vertreter der Rad-Szene vertreten – darunter die Équipe Vélo und Mountainbike-Guides.

Bei Mountainbikern ist es aktuell schwierig, eine Bewertung zu bekommen. Bei der regionalen Vertretung der Deutschen Initiative Mountain Bike (DIMB) hieß es auf Nachfrage unserer Zeitung, man wolle die Situation erst intern bewerten.

Anders Vitus Wagenbauer. Der Mountainbike-Semiprofi aus Fischbachau sitzt ebenfalls am Runden Tisch. „Ursache für den Unmut ist auch das freie Betretungsrecht der Natur“, erklärt er. Mountainbiker sehen sich hier oft benachteiligt. Dazu seien die Kommentare auf der Facebook-Seite des Landratsamts im Ton nicht glücklich gewesen. „Es gibt immer mehr Mountainbiker“, sagt Wagenbauer. Daher sei es sinnvoll, erst Angebote für den Sport zu schaffen statt zu kontrollieren. Leider passiere in der Region zu wenig für Biker. Das sei auch mit Blick auf den Tourismus schade. „Die Biker werden mehr, nicht die Wanderer.“ Generell gelte es, rücksichtsvoll miteinander und mit der Natur umzugehen. Das sei nicht schwer, meint der Sportler: „Viele Wanderer feuern dich als Radler sogar an.“

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