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Der Umbau ist im Gange: Nach jahrelangem Kampf kann Stefanie Thiele die Ladenfläche an der Seestraße auf gut 60 Quadratmeter verkleinern. 

Genehmigung nach jahrelangem Kampf

Vom Landratsamt überstimmt: Bauwerberin zwingt Schliersee in die Knie

Schliersee - Nein, nein und noch zweimal nein. Immer wieder hat Schliersee Stefanie Thieles Bauantrag abgelehnt. Jetzt gab's das entscheidende Ja - vom Landratsamt.

Die Auseinandersetzung währte mehrere Jahre, und mit wohl keinem anderen Einzelvorhaben hat sich der Schlierseer Gemeinderat gezwungenermaßen öfter beschäftigt als mit der Nutzungsänderung des Wohn- und Geschäftshauses Seestraße 9b. Immer wieder lehnte das Gremium den Wunsch nach dem Einbau einer Wohnung und der Reduzierung der Gewerbefläche ab. Jetzt hat das Landratsamt einen Schlussstrich unter den Disput gezogen. Es hat das gemeindliche Einvernehmen ersetzt und den Bauantrag genehmigt. Die Umbauarbeiten sind in vollem Gange.

Niederlage vor Gericht liefert entscheidende Hinweise 

„Ich bin mehr als froh“, sagt Thiele. Die Jahre des Kämpfens hätten doch sehr an ihren Nerven gezehrt und seien auch finanziell eine Belastung gewesen. Unter anderem hatte sie versucht, das Baurecht vor dem Verwaltungsgericht durchzusetzen. Dies scheiterte zwar (wir berichteten), doch lieferte das Urteil wertvolle Hinweise, was Thiele noch ändern musste, um mit ihrem Wunsch durchzudringen. Das Gericht hatte zum einen moniert, dass ein Raum der geplanten Wohnung direkt an der Bundesstraße liegt, was zu Immissionsschutz-Problemen geführt hätte, zum anderen missfiel die geänderte Fassade zur Straßenseite hin: zu Wohnhaus-artig.

Gemeinderat lehnt auch geänderte Planung ab

Beides änderte die Antragstellerin und schickte den Antrag ans Landratsamt. Das wiederum beteiligte die Gemeinde Schliersee mit dem Hinweis, das Thiele eine neuerliche Auseinandersetzung vor Gericht wohl gewinnen würde. Der Gemeinderat versagte dennoch mehrheitlich sein Einvernehmen – heuer im Januar war das. Ein halbes Jahr folgte der absehbare Schritt des Landratsamts: Es ersetzte das gemeindliche Einvernehmen und genehmigte das Vorhaben.

Landratsamt spricht ein Machtwort

Im Vorfeld war im Gemeinderat viel über das Verhältnis von gewerblicher zu Wohnnutzung gesprochen worden. Die Ablehnung wurde begründet mit Bedenken, dass durch die kleinere Ladenfläche die Wohnfläche im Bebauungsplangebiet (sechs Häuser) so dominant werden würde, dass die Festsetzungen des Plans hinfällig würden. Dann könnten auch ander ihre Gewerbe- in Wohnfläche umwandeln. Erklärter Wille des Gemeinderats war bislang aber, dass Ladenflächen direkt an der Bundesstraße erhalten bleiben – im Falle der Seestraße 9b eben in der Größe von 270 Quadratmetern. Die Reduzierung auf 62 Quadratmeter bewirkt ein Verhältnis von 69:31 Prozent Wohnen/Gewerbe. Das – darauf hatten Thiele und ihr Anwalt und später auch das Landratsamt verwiesen – werde nach obergerichtlicher Rechtssprechung als „durchaus noch im Grenzbereich des Zulässigen“ betrachtet. Seitens der Kreisbehörde war dies in gewisser Weise eine 180-Grad-Drehung. Der Gemeinderat ließ sich nicht beirren und sagte abermals Nein. Auf der jetzt erteilten Genehmigung lässt es Schliersee aber beruhen. Eine Klage ziehe die Gemeinde nicht in Erwägung, sagt Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) auf Anfrage.

Gemeinde lässt es gut sein: keine Klage

Im Frühjahr sollen die Umbauarbeiten fertig sein. Thiele hat wiederum ein Maklerbüro damit beauftragt, einen Pächter zu finden. Für die größere Fläche was dies stets gescheitert. Über die Gründe werden zwischen Thiele und Teilen des Gemeinderats wohl weiterhin unterschiedliche Auffassungen bestehen. Die Verwaltung selbst erkannte die Vermietbemühungen Thieles als ausreichend an und erließ einen Teil der Grundsteuer.

Sollte sich nun auch für die kleinere Fläche kein Interessent finden, macht Thiele unter Umständen ihre Ankündigung wahr und betreibt dort selbst einen Laden.

dak

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