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„Ein bayerisches Paradies“: Als solches möchte sich Schliersee darstellen – auch mit außergewöhnlichen Aktionen wie dem Liebesexperiment, bei dem eine Gruppe potenzieller Paare unter dem Gipfel des Jägerkamp biwakierte.

Liebesexperiment unterm Jägerkamp-Gipfel

So geht Marketing abseits ausgetretener Pfade

Schliersee - Ferienorte müssen ihren Gäste immer wieder Neues bieten, um im hart umkämpften Tourismus-Markt die Nase vorn zu haben. Schliersee hat es nun mit einem Liebesexperiment unter dem Jägerkamp-Gipfel probiert.

Tourismus, das ist sein Metier. Und der Leiter der Schlierseer Gäste-Info stellt sich immerwährend die Frage: „Was wollen die Gäste von uns?“ Was ist es, das Touristen, denen der Markt unendlich viele Alternativen bietet, in die Region lockt? Auch die Antwort kennt Mathias Schrön recht genau. „Der Gast mag das Erlebnis“, sagt er. Um diesem Wunsch nachzukommen, versucht der Touristiker gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, auch mal abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs zu sein. Die jüngste Idee war nun, ein von einem Charakterforscher begleitetes Liebesexperiment in den Schlierseer Bergen zu veranstalten, bei dem sich Fremde am besten gleich ineinander verlieben. Das ist jetzt beendet.

Doch einen Schritt zurück. Grundsätzlich hat man sich Schrön zufolge überlegt, „wie man den Gästen die herrlichen Sonnenauf- und -untergänge zeigen könnte“. Und zwar nicht im Tal, sondern auf den Bergen. Vor allem sie seien es schließlich, die die Region so besonders machen. „Das ist das Theater, wo wir den Vorhang aufmachen.“

Einer der Gäste-Info-Mitarbeiter schlug eine Kooperation mit dem fränkischen Charakterforscher Walter Rotter vor. Man trat in Kontakt mit ihm, und schon war der Plan konkreter. Später sprach man mit den Staatsforsten und kümmerte sich darum, dass die Aktion auch umweltverträglich. Die Natur zu achten und zu respektieren gehöre nämlich ganz klar zur touristischen Arbeit.

Viel positive Medienresonanz 

Nach dem Experiment ist die Gäste-Info nun um eine interessante Erfahrung reicher. „Es gab sehr viel positive Resonanz, vor allem auch seitens der Medien“, sagt Schrön. Genau darauf kommt es den Schlierseer an. Wie berichtet, hat sich die Gemeinde zusammen mit dem Gmunder Markenberater Franz Schmid-Preissler ein neues Tourismus-Konzept gegeben. „Schliersee – ein bayerisches Paradies“ ist es betitelt und es geht darum, Schliersee als „original Bayern“ in die Welt hinauszutragen. Medienaufmerksamkeit ist dabei ein wesentlicher Bestandteil, und diese gab es zum Beispiel für das Schlierseer Dirndl und den Glücksfall „Wadl-Tattoo“ reichlich. Markus Wasmeier und die Whisky-Destillerie Slyrs tun ihr Übriges, um neben sich selbst auch den Namen Schliersee bekannter zu machen.

Mit dem Liebesexperiment, so Schrön, habe Schliersee nicht nur das Thema Bergerlebnis neu interpretiert, sondern auch gute Marketingeffekte erzielt, ist er überzeugt. Und weil wohl niemand zuvor etwas Vergleichbares gemacht hat, habe die Gemeinde zusätzlich noch eine Art Alleinstellungsmerkmal geschaffen. „First Mover“, nennt man das unter Touristikern.

Gibt es eine Neuauflage?

Ob und wie sich diese Idee weiterentwickeln lässt, weiß Schrön derzeit noch nicht. Aber: „Ich hätte große Lust, weiter mit Walter Rotter zusammenzuarbeiten.“ Denn sein Ziel ist es, sagt Schrön, den Besuchern zu zeigen, was bei uns noch alles schön ist. „Diese Art von Tourismus finde ich richtig."

dak

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