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Wir haben bei Thomas Eichacker zum Rotwand-Konflikt nachgefragt.

Aktuelles Interview

Mountainbike-Ärger an der Rotwand: Landratsamt will "Präsenz zeigen"

Spitzingsee - Der Ärger mit Mountainbikern im Landkreis Miesbach hat jetzt Konsequenzen. Das Landratsamt wird die Sportler am Sonntag kontrollieren. Der Grund für den Konflikt: Die Mountainbiker ignorieren Verbotsschilder im Landschaftsschutzgebiet Rotwand.

Einige Wege an der Rotwand sind fürs Radlfahren nicht geschaffen. Thomas Eichacker, 38, ist als Leiter der Umweltabteilung bei den geplanten Kontrollen der Mountainbiker dabei. Zunächst soll nur verwarnt werden, als letzte Maßnahme drohen Bußgelder.

Herr Eichacker, wieso ist es so wichtig, dass sich die Mountainbiker an die Verbote halten?

Seit 1991 ist im Landschaftsschutzgebiet Rotwand festgelegt, wo mit dem Rad gefahren werden darf. Aus gutem Grund. Die Schotterwege werden durch falsches Bremsen beschädigt. Es kommt dadurch zu Erosion und es entstehen Rillen, die sich mit Wasser füllen. Und für die Tiere ist es gefährlich. Hier gibt es zum Beispiel seltene Raufußhühner, die von den Radfahrern aufgescheucht werden und auch für das Weidevieh sind die Mountainbiker unangenehm. Wir bekommen schon länger Beschwerden von Bauern aus dem ganzen Landkreis. Da geht es nicht nur um die Kühe. Es werden zum Teil Weidezäune beschädigt oder Gatter offen stehen gelassen. Fakt ist: Zumindest im Rotwandgebiet gibt es klare Verbote und die werden immer wieder ignoriert. Es werden sogar Trails im Internet angepriesen, die über verbotene Wege führen.

Ob da Verwarnungen helfen...

Wir müssen Präsenz zeigen. Bußgelder sind nicht das Ziel. In dem Gebiet ist noch nie kontrolliert worden und da schleicht sich bei den Leuten der Gedanke ein: Es interessiert ja sowieso keinen. Wir wollen am Sonntag die Mountainbiker auf diesen Strecken anhalten und sie auf die Verbote hinweisen. Es werden Karten verteilt, auf denen die Wege eingezeichnet sind und es werden noch einmal die Gründe erläutert. Viele Leute wissen einfach nicht, was sie auslösen.

Wie viele Leute stellen Sie für die Kontrollen ab?

Wir sind mit vier Trupps à zwei Leuten am Rotwandhaus und in der Umgebung. Wir haben auch zwei Kollegen von der Naturschutzwacht dabei. Wir wissen auch, dass die Hauptsaison schon vorbei ist. Aber wir wollten nicht bis zum Frühjahr warten, sondern jetzt handeln.

Sie werden nicht ständig vor Ort sein können.

Das ist keine dauerhafte Lösung. Der Touristik-Verband Alpenregion Tegernsee Schliersee erstellt gerade ein Konzept, um den Mountainbike-Tourismus zu kanalisieren. Eines ist klar: Das wird nicht unsere letzte Kontrolle sein. Und wenn die Leute zu uneinsichtig sind, gibt es eben doch ein Bußgeld.

Jetzt haben Sie sich verraten. Sicher werden am Sonntag alle brav auf den erlaubten Wegen fahren.

Es geht uns in erster Linie darum, zu informieren und eine Bewusstseinsveränderung zu bewirken. Wenn jemand diesen Artikel liest und deshalb erst gar nicht gegen die Verbote verstößt, ist es genau das, was wir erreichen wollen.

Interview: Nina Probst        

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