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Zuhause auf Zeit: Der Mietvertrag für das derzeitige Sixtus-Firmengebäude an der Industriestraße in Hausham läuft 2017 aus.

Sieben Gemeinden haben Interesse signalisiert

Nach Nein in Schliersee: Das Rennen um Sixtus läuft

Schliersee - Zehn Tage nach dem Bürgerentscheid in Schliersee stehen die Interessenten Schlange bei Sixtus. Sieben Gemeinden haben sich bei Gesellschafter Franz Kroha gemeldet.

Über mangelndes Interesse kann sich Franz Kroha nicht beklagen. „Ich habe viele Anrufe bekommen“, sagt der Miesbacher Unternehmer auf Anfrage unserer Zeitung. 

Auch bei Sixtus-Geschäftsführerin Petra Reindl sei das Telefon seit dem Bürgerentscheid nicht stillgestanden. Das Nein der Schlierseer zur Ansiedlung von Sixtus an der Seestraße hat sich im Landkreis als Startschuss für ein Wettrennen um das umzugswillige Unternehmen entpuppt. Ganze sieben Gemeinden haben sich laut Kroha bislang in Position gebracht. Für Sixtus eine durchaus komfortable Situation. In Euphorie verfällt Kroha jedoch nicht.

Trotz des Zeitdrucks – der Mietvertrag für das derzeitige Firmengebäude in Hausham läuft 2017 aus – will der Investor keine übereilte Entscheidung treffen. „Wir prüfen alle Alternativen in Ruhe“, sagt er. Ziel sei es, den besten Standort für Sixtus zu finden. Welche Gemeinden ihm Angebote unterbreitet haben und um welche Grundstücke es sich handelt, dazu nennt Kroha noch keine Details. Irschenberg jedenfalls scheint gut im Rennen zu liegen. „Wir sind schon längere Zeit in Gesprächen mit dem Bürgermeister“, verrät Kroha.

Dafür sprechen vor allem die Punkte Verkehrsanbindung und Tourismus. Zwei für Sixtus unabdingbare Standortfaktoren, wie Kroha erklärt. „Wir brauchen eine hohe Besucherfrequenz für unser Projekt.“ An der Schlierseer Bundesstraße habe man mit 14 000 Autos pro Tag gerechnet – auch in Irschenberg sei das realistisch.

Die reine Zahl an potenziellen Kunden reicht Sixtus jedoch nicht aus. Das Unternehmen will an seinem neuen Standort vor allem Freizeitsportler wie Wanderer und Skifahrer erreichen. „Das ist unsere Zielgruppe“, sagt Kroha. Damit eine Besichtigung der geplanten Erlebniswelt von den Urlaubern tatsächlich wahrgenommen wird, müsse diese auch möglichst in einem touristisch attraktiven Gebiet liegen. Laut Kroha bietet sich dafür vorrangig der südliche Landkreis an.

Dazu zählt auch Schliersee. Doch für Sixtus ist die Marktgemeinde kein Thema mehr. Spekulationen über mögliche Alternativstandorte erteilt Kroha eine Absage. Ebenso den Vorwürfen, man habe sich nur auf die Seestraße konzentriert. „Wir haben uns auch woanders umgeschaut, aber es wurde eben nie konkret.“ Ohne einen Verkäufer, der bereit sei, so ein Projekt umzusetzen, könne er als Unternehmer nichts planen, erklärt Kroha. Ganz zu schweigen von anderen Hemmnissen wie der umliegenden Wohnbebauung am freien Grundstück an der Stögerwiese oder des schützenswerten Charakters der Leonhardikirche in Fischhausen. „Da etwas hinzubauen, hätte mir emotional Probleme bereitet“, gesteht Kroha.

In Schliersee dürfte Sixtus vorerst keine emotionalen Reaktionen hervorrufen. Hier macht man sich vielmehr Gedanken, wie sich auf den verbleibenden 3000 Quadratmetern die anvisierte Wohnbebauung realisieren lässt. Mit der Wohnen Bauen Grund (WBG), der auch die benachbarten Häuser gehören, hat sich bereits ein Interessent im Rathaus gemeldet. „Wir haben von vorneherein gesagt, dass wir da gerne was machen würden“, sagt WBG-Geschäftsführer Bernhard Sautter. Er könnte sich an der Seestraße kleinere Wohneinheiten mit bezahlbaren Mietpreisen vorstellen. Sollte die Gemeinde ein Einheimischenmodell bevorzugen, könne man auch darüber reden.

So weit ist man im Rathaus noch nicht, betont Zweite Bürgermeisterin Johanna Wunderle. Fest stehe, dass die Gemeinde für ein Jahr an das Ergebnis des Bürgerentscheids und damit die Realisierung einer Wohnbebauung mit drei Einfamilienhäusern und einem Doppelhaus gebunden sei. „Über die Vergabekriterien“, sagt Wunderle, „wird der Gemeinderat entscheiden.“

Einen Kommentar zum Ausgang des Bürgerentscheids in Schliersee lesen Sie hier

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