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Die Obere Firstalm steht nicht nur bei Wanderern hoch im Kurs. Auch Unternehmen tagen gerne am Fuße der Brecherspitze. Deshalb denkt der Wirt über eine Modernisierung nach.

Neubau der Oberen Firstalm

Beliebter Einkehrschwung: Urig, aber nicht mehr zeitgemäß

Spitzingsee - „Nur mal vorfühlen“ wollte Wirt Marcus Votteler mit seiner Voranfrage für einen Ersatzneubau der Oberen Firstalm. Der Bauausschuss nahm den ersten Entwurf wohlwollend zur Kenntnis. 

Ein beliebter Einkehrschwung beim Wandern oder Rodeln – so kennen die meisten Tagesausflügler die Obere Firstalm. Seit den 1930er-Jahren pilgern ganze Heerscharen den Forstweg vom Spitzingsattel aus hinauf. Allerdings nur an sonnigen Tagen, wie Wirt Marcus Votteler betont. In der heutigen Zeit reiche das aber für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr aus. Also richtete Votteler das Haus, das er vor zehn Jahren von seinen Eltern übernommen hat, an neuen Zielgruppen aus.

Heute erzielt er gut die Hälfte seines Umsatzes mit Reisegruppen und Tagungsgästen. Auch viele Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern sind darunter. Was als kleine Almwirtschaft angefangen hat, ist mittlerweile zu einem gut laufenden Übernachtungsbetrieb geworden. Doch mit den neuen Gästen sind auch höhere Ansprüche mit auf den Berg gekommen. Wer auf Geschäftsreise ist, dem reichen Lagerplätze und Etagenduschen und -WCs eben nicht mehr aus. Hüttenromantik hin oder her. Deshalb klopfte Votteler nun beim Schlierseer Rathaus mit einer Voranfrage für einen Ersatzneubau der Oberen Firstalm an.

Ein Stockwerk mehr als bisher

Konkret sei da aber noch gar nichts, betont Votteler auf Nachfrage unserer Zeitung. „Ich wollte nur mal vorfühlen.“ Damit sich die Gemeinde ein Bild machen kann, beauftragte der Wirt das Planungsbüro Krogoll mit der Anfertigung eines ersten Entwurfs. Den stellte Bauamtsleiterin Birgit Kienast nun in der öffentlichen Bauausschusssitzung vor.

Geplant ist nicht weniger als der Abriss des bestehenden Almgebäudes. Auf nur minimal größerer Grundfläche (518 statt 460 Quadratmeter) soll dann die neue Obere Firstalm entstehen – und zwar um ein Stockwerk höher als bisher. Entsprechend würde sich auch die Geschossfläche von 940 auf 1200 Quadratmeter erhöhen. Das Dach- und Obergeschoss soll dabei eher einem Hotel als einer Berghütte gleichen. 64 Betten in 24 Zimmern mit jeweils eigenem Bad sollen hier Platz finden. Bisher hatten die Gäste nur die Wahl zwischen 42 Betten in einfachen Hüttenzimmern oder insgesamt 48 Plätzen in drei Schlaflagern. Das Erdgeschoss bleibt laut Entwurf den vier Speisesälen, Küche und Terrasse vorbehalten, während im Untergeschoss ein Seminarraum sowie Personal- und Funktionsräume angedacht sind.

Gemeinderat wandert zur Alm

Um das Vorhaben zu ermöglichen, müsste der Gemeinderat erst einen Bebauungsplan aufstellen und den Flächennutzungsplan ändern. „Das komplette Plateau liegt im Außenbereich“, erklärte Kienast. Deshalb müsse die Obere Firstalm auch an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen werden. Jürgen Höltschl (CSU) plädierte hier für eine Zisterne für die Feuerwehr, falls das Löschwasser in trockenen Sommern wieder mal knapp werde. Ansonsten begrüßte er die Pläne. „Mehr Betten sind immer gut.“

Damit war er nicht allein. Auch Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) zeigte sich angetan. „Da wird in touristische Qualität investiert. Das ist genau das, was wir brauchen.“ Etwas zurückhaltender zeigte sich Robert Mödl (Die Schlierseer). „Ich bin auch für den Tourismus, aber das hat mit einer Alm nichts mehr zu tun“, sagte er. „Das ist ein Hotel in guter Lage.“ Mödl störte sich vor allem am Baufenster für ein zusätzliches Gästehaus mit einer Grundfläche von 300 Quadratmetern.

Auch deshalb stieß Michael Dürrs (PWG) Vorschlag, sich die Situation erst einmal vor Ort anzuschauen, auf breite Zustimmung am Ratstisch. „Mir kommt das schon ein bisschen mächtig vor“, sagte Dürr. Der passende Anlass für eine Wanderung war schnell gefunden. Kienast schlug vor, im Zuge der Sondersitzung des Gemeinderats zum Thema Gestaltungssatzung einen Ausflug auf die Alm zu unternehmen. Unter einer Bedingung, wie Bürgermeister Schnitzenbaumer schmunzelnd anfügte: „Das Wetter muss schön sein.“

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