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Der hat Spaß: Moderator Det Müller auf seinem E-Bötchen auf dem Schliersee. Doch was er da macht ist strengstens verboten.

Dreharbeiten

RTL2-Magazin Grip fährt mit verbotenen Gefährten über Schliersee

Schliersee – Für das RTL2-Motormagazin Grip brausen Moderatoren mit Elektrogefährten über den Schliersee. Die Dinger sind dort nicht nur verboten, das Team hatte offenbar auch keine Drehgenehmigung.

Sie kämpfen in einem Wettbewerb um den Titel des Future-King und sausen dafür mit unterschiedlichen Elektrogefährten übers Wasser – mit dem Ziel Insel Wörth. Das RTL2-Moderatoren-Trio Matthias Malmedie, Det Müller und Helge Thomsen ist für das Grip-Motormagazin auf dem Schliersee unterwegs. Mit dem Seabob, einem Scooter könne man sich wie James Bond fühlen, das Lampagna Boost-Surfbrett ermögliche Geschwindigkeiten bis zu 54 Km/h auf dem Wasser, heißt es in der Anmoderation. Anschließend rauschen die drei über den See – Schliersee-Idylle inklusive.

Die Folge der bekannten Sendung, die am 7. August ausgestrahlt wurde, soll unterhaltsam sein. Ist sie im Grunde auch. Allein, die Gefährte hätten einer Genehmigung bedurft. Ebenso wie die Dreharbeiten als solche. Doch weder die Gemeinde, noch das Landratsamt hatten Kenntnis von der Aufzeichnung am See. Und auch die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen – Grundeigentümerin des Schliersees – hat keine Genehmigung ausgestellt. „Dabei braucht man diese für jeden Dreh, im Prinzip sogar für jedes Foto mit dem Schliersee im Hintergrund“, erklärt Peter Thümmler von der zuständigen Außenstelle Chiemsee. „So ist das Recht.“

Moderator Malmedy wählte den so genannten Seabob - auch nicht erlaubt auf dem Schliersee.

Professionell arbeitende Sender wüssten das eigentlich auch, ergänzt Pressesprecherin Cordula Mauß. Als Seen- und Schlösserverwaltung habe man schließlich eine besondere Verantwortung gegenüber den Kultur- und Naturgütern. „Wir wollen auch nicht, dass die, die fragen, die Doofen sind“, sagt Mauß. Die Kosten für eine Drehgenehmigung würden einen Sender wie RTL2 „auch nicht in Armut stürzen“. Man gehe der Sache definitiv weiter nach.

Was das konkret bedeutet? „Der Sender wird angeschrieben und bekommt eine nachträgliche Rechnung. Wir schicken aber nicht gleich den Gerichtsvollzieher.“ Die exakten Kosten für eine Genehmigung würden etwa vom Verwendungszweck, dem Personalaufwand oder dem Ort abhängen und seien höchst unterschiedlich.

Wenig erfreut über die nicht genehmigten Aufnahmen ist auch Christine Neundlinger vom Ordnungsamt im Schlierseer Rathaus. In aller Regel, sagt sie auf Nachfrage unserer Zeitung, seien neben der Seenverwaltung selbstredend das Landratsamt sowie die Gemeinde beteiligt. Sicher, die Region sei allgemein beliebt für Filmaufnahmen. Entsprechend häufig werde auch gedreht. „Aber nicht sehr oft am See. Wir wussten nichts davon.“ Für die Gemeinde sei das überaus ärgerlich, sind Sendungen dieser Art doch eine wertvolle Werbung für den Ort. „Wir wollen so etwas schon wissen“, sagt Neundlinger.

Die fehlende Genehmigung ist das eine. Bis auf gewisse Ausnahmen aber seien Gefährte, wie sie die RTL2-Moderatoren in der Sendung testen, auf dem See schlicht verboten, wie Landratsamts-Pressesprecher Gerhard Brandl betont. Motorisiert dürfen lediglich etwa Bootsverleiher, Yachtclubs, Polizei, Wasserwacht und andere Retter oder Ausflugsschiffe auf dem Schliersee unterwegs sein. Die Schifffahrtsordnung gilt ebenfalls für die anderen Seen im Landkreis – und zwar für Verbrennungs- und Elektromotoren gleichermaßen. 

Lustig, aber nicht erlaubt: Moderator Helge Thomsen auf einem E-Surfbrett.

Brandl: „Ausnahmen werden höchstens für Schwerbehinderte gemacht. Ansonsten gibt es für Einheimische und Gäste eine Urlaubergenehmigung mit einer Gültigkeit von vier Wochen – jedoch nur bis zu einer Leistung von maximal 1 KW.“ Die Geräte der Moderatoren mit rund 2,5, 4,5 sowie etwa 11 KW seien also allemal genehmigungspflichtig gewesen. „Eine Chance auf Genehmigung hätten sie aber auf keinen Fall gehabt“, sagt der Pressesprecher.

Seitens RTL2 heißt es in einer Stellungnahme: „Wir verpflichten ausführende Produktionsfirmen grundsätzlich, bei der Produktion größtmögliche Sorgfalt walten zu lassen. Bezüglich der Dreharbeiten für ’GRIP - Das Motormagazin’ auf dem Schliersee, bei dem elektrisch betriebene, emissionsfreie Wasserfahrzeuge getestet wurden, hat uns die Produktionsfirma mitgeteilt, dass eine Drehgenehmigung der Firma ’Die Insel im Schliersee GbR’ vorliegt.

Diese sei aber nicht für die Vergabe von Genehmigungen verantwortlich, teilt der Geschäftsführer der GbR, Uwe Schulze-Clewing, auf Nachfrage mit. „Und das können und dürfen wir auch nicht.“ Entsprechend sehe er den Fehler bei RTL2 oder der beauftragten Produktionsfirma. Schulze-Clewing: „Wir vermieten nur ein Gasthaus und sind für Menüs und Getränke verantwortlich.“

Grip drehte schon mal im Landkreis

Im Dezember 2014 war das Team mit Rallye-Legende Walter Röhrl an der Wallbergstraße unterwegs. Ganz legal, aber auch mit einer Menge Lärm.

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