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Zeit für Beratung: Bei den Schlierseer Gartentagen bekamen die Besucher kompetente Tipps rund um das Thema Garten – hier von Manuela Zimmermann (l.) aus Kolbermoor.

Schlierseer Gartenzauber

Garten-Purismus kommt bestens an

Schliersee - Eine Fachausstellung vom Feinsten: Statt Krusch und Krempel lieferte der 1. Schlierseer Gartenzauber ein Riesenangebot an Pflanzen, darunter Raritäten, kreativen Ideen und Experteninfos. Über 4500 Gäste und 54 Aussteller waren begeistert.

Es sollte eine wirkliche Gartenschau werden. Kein verkappter Schmankerl- oder Kunstgewerbemarkt, wie es sie mittlerweile zuhauf gibt. Mitorganisatorin Marion Riedl von der Schlierseer Gäste-Info erklärt: „Das große Vorbild ist die Chelsea Flower Show.“ Diese Ausstellung in London hatte der Schlierseer Gemeindegärtner Reiner Pertl besucht. 

Mit der Idee, selbst eine rein gartenspezifische Schau zu machen, kam er zurück. „Nichts gartenfremdes und unter Einbeziehung wirklich aller Gartenbauvereine des Landkreises, das war meine Vorstellung“, betonte Pertl, als er gerade aus seinem voll besetzten Fachvortrag über Rosen kam. Perfekt, dass sich das mit den Wünschen des Gartenbaukreisverbands deckte. „Wir dachten bereits seit einiger Zeit darüber nach, wieder eine landkreisumfassende Ausstellung zu machen“, erklärte die Kreisvorsitzende Resi Krause. Schon 1977 gab es eine Gartenausstellung in Miesbach. Es folgen insgesamt sechs, darunter 1997 eine in Schliersee und die letzte 2003 in Bad Wiessee. 

„Alle 14 Gartenbauvereine des Landkreises sind dabei“, berichtet Maria Jost-Simbeck, Jugendbeauftragte im Kreisverband. Sie hat als Teil des Orga-Team den Auftritt der Vereine koordiniert. Jeder präsentierte sich mit einem ihm besonders naheliegenden Thema. Gmund-Dürnbach etwa mit Bienen und Honig, Valley mit einer Funkien-Ausstellung, Holzolling mit „Allem rund um dem Apfel“ – also Saft, Gelee, Essig. 

Die Besucher, darunter sechs große, bis zu 50-köpfige Gruppen, zum Beispiel vom Ammersee, waren nicht nur von den wertvollen Tipps begeistert, sondern auch von der liebevollen Gestaltung der Stände und der großzügigen Aufplanung direkt am See. So konnte sich die Gäste trotz des Andrangs ganz entspannt und ohne sich auf die Füße zu treten nach ihrem Garten-Zuwachs umschauen. Reißenden Absatz fanden beispielsweise Weinpflanzen. 

Ergänzt wurde das Angebot von gewerblichen Ausstellern wie etwa Gärtnereien und Landschaftsgestaltern. Auch die waren hoch zufrieden mit dem Geschäft, wie Manuela Zimmermann von der gleichnamigen Gärtnerei aus Kolbermoor: Winterhart sei hier besonders gefragt, sagte sie. Gut, dass sie über 2000 solcher Sorten und Arten zieht. Obwohl beim Thema Garten-Design derzeit Exotisches angesagt sein soll, erfuhr in Schliersee traditionell Bayerisches hohes Interesse – wie das klassische Mistbeet mit Radi, Radieserl und Salat oder auch der schöne Bauerngarten, den das örtliche Freilichtmuseum eigens angelegt hatte. Die kleinen Gäste hatten Spaß beim Rasenmäherhändler, der sie auf dem Aufsitzmäher umherkutschierte. 

Die Ortsvereine, die Brotzeiten und Steckerlfisch anboten, und die Jugendkapelle der Blasmusik trugen ihr Übriges zum Gelingen bei. „Wir haben nur positive Resonanz, die Premiere ist ein absoluter Mega-Erfolg“, sagte Riedl. Bei der Premiere soll es folglich nicht bleiben.

Alexandra Korimorth

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