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Musiziert und produziert: Guido Kill (40) aus Schliersee ist als Solokünstler aktiv. 2015 hat er sein Debütalbum „Bild“ veröffentlicht. Außerdem spielt er Gitarre im Band-Projekt „Nevershire“, das im Unterallgäu angesiedelt ist.

Schlierseer Musiker im Porträt

„Mein Anspruch ist, Neues zu kreieren“

Schliersee - Guido Kill aus Schliersee ist seit jeher fasziniert von Sounds und Musik. Nun würde er gerne die Szene ein wenig aufmischen.

Eine „Liebhaberei“ nennt Guido Kill seine tiefe Leidenschaft für die Musik. Und diese begleitet den Schlierseer schon seit vielen Jahren. Seit einem Vierteljahrhundert spielt Kill in diversen Bands – hat verschiedene Stile und Richtungen ausprobiert und jede Menge experimentiert. Hardrock, Blues, Jazz und Caféhausmusik: Die Bandbreite seines Schaffens ist groß und über die Jahre immer weiter gewachsen. „Ich wurde auch stetig ambitionierter“, sagt der Sozialpädagoge, der seit 14 Jahren beruflich mit psychisch erkrankten Menschen arbeitet. Vergangenes Jahr hat Kill seine eigene Vorstellung von Musik umgesetzt und ein Album mit dem Titel „Bild“ veröffentlicht (wir haben berichtet). Selbst an den Reglern zu sitzen und die schier unerschöpflichen Möglichkeiten der modernen Recording-Technik auszureizen, das ist nämlich eine weitere Passion Kills, der sich trotz weiter musikalischer Horizonte noch immer einen „Rock N’ Roller“, nennt. Leider, und das bedauert der Schlierseer ein wenig, sei der heutige Markt, die Musik von heute „häufig auf Gleichschritt getrimmt“. Das zu ändern ist Ziel und Wunsch des 40-Jährigen, der eine Schwäche für Bands wie Queen, Toto, Alphaville oder Depeche Mode hegt. „Musiker wie etwa Freddie Mercury haben so viel in ihre Musik reingebracht, dass man den Eindruck hat, sie persönlich zu kennen.“ Sicher, Pop und Rock bestünden meist „aus 90 Prozent kopieren und zehn Prozent Eigenem“. Dennoch, Kill möchte die Latte hochlegen. Es sei sein Anspruch, Neues zu kreieren. Dass das trotz der enormen Vielfalt, die es bereits gibt, möglich ist, davon ist Kill durchaus überzeugt. „Entscheidend ist wirklich ehrlich umzusetzen, was man gerne hätte“, lautet seine Philosophie. Möglich ist dies etwa bei einem in Mindelheim (Unterallgäu) angesiedelten Band-Projekt namens „Nevershire“, bei dem Kill seit einiger Zeit mitwirkt. Das 2015 ins Leben gerufene Projekt verbindet Brit-Pop und Rock mit elektronischen Elementen. Kill ist eher zufällig dazugestoßen. Für eine Konzeptplatte waren die übrigen Bandmitglieder auf der Suche nach einem Gitarristen. Der Schlierseer wurde über eine entsprechende Annonce auf einem Künstlerportal darauf aufmerksam und bot sich an. „Im Mai haben wir dann zwei Stücke zur Probe aufgenommen und es hat funktioniert. Innerhalb einer Woche habe ich dann das gesamte Album eingespielt“, erzählt der Sozialpädagoge. Neben „Remove before flight“, dem Erstlingswerk der Gruppe, die sich nach eigenem Bekunden durch ihre Authentizität, ihre Kreativität sowie ihren Erfolg von anderen Bands unterscheidet, basteln die Künstler derzeit an ihrem ersten Amateur-Video. Auch ein zweites Album ist bereits in Arbeit. Im Herbst sollen dann die ersten Live-Auftritte folgen – gerne auch in der Region Miesbach, wie Kill betont. Zuvor stehen allerdings noch einige gemeinsame Proben an. Da Kill seinen Part für die CD in Schliersee eingespielt und nach Mindelheim geschickt hat, sind sich die Musiker nämlich bislang noch nicht persönlich begegnet. In rund zwei Wochen steht ein erstes Aufeinandertreffen an, bei dem die Kreativen die weitere Vorgehensweise besprechen wollen. Erfolg, das ist dem erfahrenen Musiker Kill bewusst, lässt sich nicht planen. Darum gehe es ihm aber auch gar nicht. „Ich mache das aus Spaß, weil es eine kreative Ausdrucksform ist“, sagt er. Dennoch, mit der Musik ein größeres Publikum zu erreichen, das wäre der Traum des Schlierseers. „Wenn die Leute es mögen, freut es einen schon sehr.“

Weitere Informationen über das Wirken von Guido Kill oder das Projekt „Nevershire“ finden sich im Internet auf www.nevershire.de und auf www.guido-kill.de. Kill ist auch stets daran interessiert, andere Künstler zu produzieren.

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