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Immer wieder diskussionswürdig: der Schulbusverkehr in Schliersee. 

Schulbusse in Schliersee

Zusätzlicher Halt für mehr Sicherheit

Schliersee - 47 Kinder haben keinen Sitzplatz im Schulbus, aber viele wollen gar nicht sitzen. Dennoch sollen künftig beide Linien über den Bahnhof fahren. 

Geht es um die Sicherheit von Kindern, sollte Geld eigentlich keine Rolle spielen. So gesehen hätte der Schlierseer Gemeinderat Michael Dürrs (PWG) Antrag auf Wiedereinführung eines dritten Schulbusses ohne Diskussion befürworten sollen. Doch ganz so einfach ist es nicht, wie die Wortbeiträge bei der Sitzung zeigten.

Dürrs Argumentation war durchaus stichhaltig. 162 Schüler hätten aktuell einen Beförderungsanspruch zur Grund- und Mittelschule in Neuhaus, rechnete er vor. Die beiden bestehenden Schulbusse hätten aber nur 55 beziehungsweise 62 Sitzplätze. Heißt: 47 Schüler müssen stehen. „Wir sind zwar nicht gesetzlich dazu verpflichtet, aber wir sollten auf unsere Kinder aufpassen“, mahnte Dürr. Auch die Schule habe in einem Elternbrief auf die angespannte Situation hingewiesen.

Die Beschwerden wurden nicht zum ersten Mal laut. Und auch ein dritter Schulbus kurvte schon einmal durch Schliersee. Doch das Projekt floppte – weil sich die Schüler gar nicht hinsetzen wollten. Daran habe sich bis heute nichts geändert, betonte Jürgen Höltschl (CSU). Er sei kürzlich aus Interesse selbst mitgefahren und habe mit den Schülern geredet. Die Antwort der „Zwergerl“ fiel eindeutig aus: „Die haben mir gesagt, dass sie lieber stehen, weil das voll cool ist“, sagte Höltschl schmunzelnd. Zudem sei der Fahrer in seinen Augen sehr vorausschauend gefahren, und auch er habe bestätigt, „dass die Probleme nur von außen kommen“.

Höltschls Fazit: Einen dritten Schulbus, der der Gemeinde mit 18 300 Euro im Jahr teuer zu stehen kommt, brauche es nicht. „Im Zug stehen die Schüler ja auch wie die Ölsardinen“, sagte er. Gerhard Weitl (SPD) hielt dagegen. „Das Geld reut mich nicht, es geht schließlich um die Sicherheit“, stellte er klar.

Gemäßigtere Töne schlug Florian Zeindl (CSU) an. Man könne gerne über die Sicherheit diskutieren. Das mache aber nur Sinn, wenn sich die Schüler auch wirklich hinsetzen. „Mir fehlen in Ihrem Antrag Maßnahmen, wie wir das regeln können“, sagte Zeindl in Richtung Dürr. Florian Guggenbichler (Die Schlierseer) plädierte dabei für eine Anschnallpflicht. „Wer sich nicht daran hält, fliegt raus“, sagte er.

Wolfgang Schauer (PWG) empfahl einen Mittelweg. Um die Situation zu entzerren, könne man zukünftig beide Busse über den Bahnhof fahren lassen. Dann nämlich würden sich die Schüler besser auf die Fahrzeuge verteilen. Die Mehrheit der Gemeinderäte schloss sich diesem Kompromissvorschlag an. Eine Testphase von drei Monaten soll ergeben, ob sich diese Lösung in der Praxis bewährt. Kämmerin Heidi Riesenthal empfahl, parallel an die Vernunft der Schüler zu appellieren – zum Beispiel über einen Hinweis im Elternbrief der Schule. Sicherheit geht schließlich vor.

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