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Die Sommerrodelbahn am Schliersberg ist TÜV-geprüft - doch was heißt das für die Nutzer? Experte Stefan Kasper klärt auf.

Interview mit Experten

Ist die Sommerrodelbahn gefährlich? Das sagt der TÜV

Schliersee - "Eigenverantwortung gefragt": Stefan Kasper vom TÜV Süd spricht über die Grenzen von Sicherheitsmaßnahmen und die Pflichten der Nutzer einer Sommerrodelbahn. 

Solange nichts passiert, achtet niemand auf die achteckige Prüf-Plakette. Wenn es aber doch einmal zu einem Unfall auf einer Freizeitanlage kommt, wollen plötzlich alle wissen: „Wo war da der TÜV?“ Seit 150 Jahren steht der Technische Überwachungsverein Süd für Sicherheit in nahezu allen Lebensbereichen. Stefan Kasper, Leiter der Abteilung Fliegende Bauten der TÜV Süd Industrie Service GmbH, nimmt regelmäßig Sommerrodelbahnen und Wasserrutschen unter die Lupe. Wir haben ihn gefragt, wo die technische Garantie aufhört und die Eigenverantwortung der Nutzer anfängt.

Herr Kasper, wie kann es passieren, dass man sich auf einer TÜV-geprüften Sommerrodelbahn Verletzungen zuzieht?

Kasper: Sommerrodelbahnen und Wasserrutschen sind Freizeitsportanlagen, deren Nutzung grundsätzlich mit bestimmten Risiken verbunden ist. Wenn tatsächlich ein Unfall passiert, muss man genau untersuchen, ob ein technischer Mangel oder ein fehlerhaftes Verhalten die Ursache ist. In vielen Fällen stellt sich aber heraus, dass sich die Nutzer nicht an die vorgegebenen Regeln gehalten haben. Und das, obwohl diese klar und deutlich auf Schildern am Einstieg erklärt sind.

Den Betreiber trifft also keine Schuld?

Kasper: Natürlich müssen sich die Betreiber darum kümmern, dass die Vorschriften auch eingehalten werden. Trotzdem ist – genau wie im Straßenverkehr – die Eigenverantwortung der Nutzer gefragt. Sie müssen auf ihre eigene Sicherheit und die der Mitnutzer achten. Eltern müssen ihren Kindern erklären, warum die Beachtung der Regeln so wichtig ist. Das gilt insbesondere dann, wenn es Altersbeschränkungen oder andere Vorgaben gibt. Wer diese missachtet, bringt sich selbst und andere unnötig in Gefahr. Aber auch wenn alle Regeln eingehalten werden, können Unfälle nicht ganz ausgeschlossen werden.

Aber sollte der TÜV das nicht verhindern?

Kasper: Wir prüfen Freizeitanlagen auf der Basis einschlägiger Normen, in denen die Sicherheitsanforderungen definiert sind. Bei den Wasserrutschen ist das zum Beispiel die Form der einzelnen Elemente, das Auffangbecken und die Landezonen sowie für die Abstände seitlich der Rutsche. All das wird bei der sogenannten Erstabnahme überprüft. Dabei achten wir auch darauf, dass die vorgeschriebenen Hinweise an einer gut sichtbaren Stelle angebracht sind. Bei wiederkehrenden Prüfungen überwachen wir den technischen Zustand der Anlage. Trotzdem schließen die Normen – zum Beispiel die für Wasserrutschen – „Risiken wie Herausfallen aus der Rutsche, Zusammenstöße, Stürze, Verbrennung und Fangstellen“ explizit ein. Durch richtiges Verhalten können diese aber auf ein Minimum begrenzt werden.

Das Gespräch führte

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