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Wer ist hier wohl der Profi? Georg Schöpf (l.) zeigt mir auf dem Schliersee worauf es beim Standup Paddling ankommt.

SUP: So funktioniert die Trendsportart

Stand Up Paddling: Bei uns lernen Sie's im 3-Minuten-Video

Schliersee - Stand Up Paddling ist die Trendsportart. Zusammen mit einem der Besten in Bayern hat Volontär Bastian Huber erste Schritte auf dem Board gewagt.

Ich hebe meinen rechten Fuß und positioniere ihn am Ende des Bretts. Der Beginn der Wende, der schwierigsten Aktion beim Stand Up Paddling. Das kühle Nass des Schliersees umhüllt meine Knöchel, leichtes Unbehagen vergleichbar mit Höhenangst macht sich breit. Ich ziehe den linken Fuß nach. „Jetzt paddeln“, befiehlt der Profi. Das Ende des Boards versinkt immer tiefer im Wasser, die Spitze hebt sich an. Fast geschafft, verliere ich das Gleichgewicht. Platsch. 

Ich will lernen, wie Jesus übers Wasser zu gehen

Gar nicht so leicht, aber ich ja hier, um es zu lernen. Es ist die Trendsportart, überall auf unseren Seen kann man sie beobachten: die Stand Up Paddler. Für meine ersten Versuche habe ich mir mit Georg Schöpf (34) einen echten Könner aufs Board geholt. In einer Stunde macht er mich zum Profi. Denn ich will lernen, wie Jesus übers Wasser zu gehen.

SUP - So geht's

Georg Schöpf ist einer der besten Stand Up Paddler in Bayern 

Das Strandbad Schliersee in der Abendsonne. Schon von weitem springt mir ein blau-weißer VW-Bus mit der Aufschrift „Every day on the water is a good day“ ins Auge. Wem der wohl gehört? Georg Schöpf, verspiegelte Sonnenbrille, Cap und Surfer-Badehose wartet bereits auf der Wiese. Der Miesbacher ist einer der besten Stand Up Paddler in Bayern. 

„Dein Board musst fei schon selber aufblasen“

Ich will mich umziehen und sofort loslegen, der Profi hat andere Pläne: „Dein Board musst fei schon selber aufblasen“, sagt er mit einem breiten Grinsen. Das Board voll mit Luft, schaue ich erwartungsvoll in die Runde. Es hat gefühlte 40 Grad, mein Körper verlangt nach Abkühlung. Erneut zu früh gefreut. Erst die Einweisung. „Du stellst dich schulterbreit in die Mitte des Boards, die Füße links und rechts vom Griff“, erklärt Schöpf. Die linke Hand gehört oben ans Paddel, die rechte in ebenfalls etwa schulterbreitem Abstand an den Schaft. Ich nicke ungeduldig. 

Schöpf hat Standup Paddling auf Hawaii für sich entdeckt

Schöpf kennt sich aus. Er hat die Sportart auf Hawaii entdeckt – quasi die Wiege des Stand Up Paddling – da, wo einzig die Könige aufrecht auf dem Board paddeln durften. Den nötigen Gleichgewichtssinn bringt Schöpf als ehemaliger Eishockey-Crack natürlich mit. Inzwischen hat er im Stand Up Paddling eine neue Leidenschaft gefunden. 

Bei meinem ersten Versuch dauert es nicht lange, bis ich zum ersten Mal im Schliersee lande

Jetzt geht’s los. Ich lege das Board aufs Wasser und knie mich drauf. Durch die leicht genoppte, gummiartige Oberfläche fühlt es sich an, als würde ich auf dem Rücken eines Krokodils kauern. „Jetzt versuch mal aufzustehen“, ruft mir Schöpf von seinem Board aus zu. Schwungvoll hebe ich meine Knie an, schiebe meine Füße nach vorne und stehe auf. Gar kein Problem, das hat ein bisschen was von Skifahren. Ich paddle drauflos. „Zieh das Paddel so nah wie möglich am Board vorbei“, mahnt der Profi. „Und nur bis zu deinem Körper, weiter hinten bringt’s eh ...“. Platsch. Schon gehe ich das erste Mal vom Board. „Konzentrier dich auf dich“, sagt Schöpf lachend.

„So zehn bis zwölf Sachen kriegst du da schon drauf“

Langsam habe ich den Bogen dann doch raus. Endlich schaffe ich es, Tempo aufzunehmen. Je schneller ich werde, desto stabiler pflügt das Board durchs Wasser. „So zehn bis zwölf Sachen kriegst du da schon drauf“, sagt Schöpf. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich schon auf dem Podest bei diversen Rennen, dann folgt die Ernüchterung. „Das war jetzt das Anfängerboard“, sagt Schöpf. Na toll. 

Schöpfs Raceboard ist aus Carbon

Jetzt packt mich der Ehrgeiz. Der Profi und ich tauschen Boards. Sein Raceboard ist aus Carbon, ein gutes Stück schmaler und auf dem Wasser wesentlich wackliger als das breite Anfängerboard. „Fahr nicht zu nah ans Ufer, das Ding ist teuer“, sagt Schöpf. 

Boards gibt's ab 800 Euro, Profi-Boards kosten bis zu 4000 Euro

Solide Anfängerboards gibt’s ab 800 Euro, Raceboards wie das von Schöpf kosten bis zu 4000 Euro. Ein stolzer Preis – dafür aber flott. „Es dreht nicht so stark und ist viel schneller“, weiß Schöpf. Statt etwa drei Paddelschläge pro Seite sind damit bis zu 15 möglich, ohne die Richtung zu ändern.

Auf 15 Paddelschläge bringe ich es aber eh nicht, immer wieder lande ich im Wasser. Sehr zur Belustigung der Badegäste am Seeufer. „Jetzt probierst du die Wende mal mit diesem Board“, fordert Schöpf. Auch dieses mal scheitere ich.

So muss sich Jesus vorgekommen sein, als er über’s Wasser ging

Trotzdem macht mir Standup Paddling richtig Spaß. Innerhalb von nur einer Stunde kann ich problemlos den Schliersee überqueren. Irgendwann werde ich mir selbst so ein Board zulegen. Davor paddle ich aber noch einmal zur Wörth, dem Sonnenuntergang entgegen. Ich stehe erhaben auf dem Wasser, wie ein hawaiianischer König. So muss sich Jesus vorgekommen sein, als er über’s Wasser ging.

Bastian Huber

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