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Über das Problem fehlender Verkehrshelfer diskutierte eine engagierte Runde im Schlierseer Rathaus. Fürs kommende Schuljahr werden dringend Freiwillige gesucht.

Engpass in Schliersee

Schulweghelfer verzweifelt gesucht

Schliersee - Alarmierende Nachrichten aus der Marktgemeinde: Am Schliersee gehen die Schulweghelfer aus. Die Verantwortlichen suchen dringend nach Freiwilligen.

„Die Eltern wollen ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren“, beschreibt Petra Impler die Situation, die sie tagtäglich in Schliersee vorfindet. Seit vier Jahren koordiniert sie die Schulweghilfe in der Marktgemeinde, seit 2010 steht sie selbst an der Straße und hilft den Kindern sicher darüber. Nun muss sie aus beruflichen Gründen ihr Ehrenamt abgeben. Nachrücken will aber niemand.

Nur wenige Verkehrshelfer sind in Schliersee noch übrig geblieben. Derweil sind die Erfahrungen mit den Leuten in den neongelben Jacken gut. „Wo die Schulweghelfer stehen, passiert kein Unfall“, zitiert Peter Schiffmann, Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht, aus bayerischen Statistiken. „Toi, toi, toi.“ Er klopft auf Holz. Denn wenn es keine Verkehrshelfer mehr gibt, könnte die Unfallstatistik ganz anders aussehen.

Sechs Helfer gibt es noch, und die sind alle schon jahrelang dabei. Zum Beispiel Stephanie von Oelhafen: „Als ich vor 20 Jahren angefangen habe, waren wir an den Stellen zum Teil doppelt besetzt“, erzählt sie. Nun wird händeringend nach Nachwuchs gesucht. „Ich habe viele Aufrufe geschrieben“, erzählt Impler. „Aber nichts hat funktioniert.“ Auch in anderen Gemeinden macht sich das Problem bemerkbar. Christian Rittinger von der Polizeiinspektion Miesbach weiß das. Zwar gebe es im Moment Beispielsweise in Hausham und Elbach so viele Helfer, dass jeder nur alle zwei Wochen ran muss. Aber auch dort rückt keiner mehr nach.

An der Zeit vieler Eltern scheint es nicht zu liegen. „Nur die Hälfte aller Kinder kommt allein in die Schule oder zum Bahnhof“, sagt Impler. Alle anderen werden von ihren Eltern begleitet oder mit dem Auto gefahren. Spräche man die dann aber an, ob sie nicht Verkehrshelfer sein könnten, blocken sie ab. „Die wollen sich vor ihrer Verantwortung drücken“, sagt Verkehrshelferin Kristine Rauch-Molte. Es müssen auch nicht zwingend Eltern sein, die die Aufgabe übernehmen. „Das kann auch jeder Senior machen“, sagt Günter Riedl, Rektor der Grund- und Mittelschule in Schliersee. Angela Riedel ist eine von denen, die Verkehrshelferin sind, ohne ein eigenes Kind in der Schule zu haben. Aber auch der Rektor hat schon versucht, neue Verkehrshelfer zu mobilisieren, und festgestellt, dass die Bereitschaft, sich zu engagieren, gering ist.

Die Verkehrshelfer sind nicht nur dazu da, den Verkehr an der Ampel oder am Zebrastreifen zu kontrollieren. „Die Kinder sollen zur Selbstständigkeit erzogen werden“, betont Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. So sieht das auch die Verkehrshelfer-Koordinatorin, die selbst Kinder hat: „Die Schüler sollen ja irgendwann gelernt haben, selbst über die Straße zu gehen.“

Bei der Aufgabe werden die Verkehrshelfer nicht allein gelassen. Es gibt eine Einweisung von Rittinger und der ist auch morgens zwischen den Gemeinden unterwegs. „Ich versuche jeden Tag, in der Früh an einem anderen Punkt dabei zu sein“, erzählt der Polizist. Er betont, dass es auch nur eine halbe Stunde sei, die aufgebracht werden müsse. Und je mehr Helfer, umso seltener kommt man dran. „Super wäre auch, wenn wir Springer in der Hinterhand hätten“, sagt Rittinger. Alles in allem: Nachwuchs muss her. Rektor Riedl macht klar: „Ohne ehrenamtliches Engagement können wir einpacken.“

Zukünftige Verkehrshelfer können sich beim Markt Schliersee unter Tel. 08026/600933 oder per E-Mail an klaus.doormann@schliersee.de melden. Dort gibt es auch nähere Infos.

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