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Schöne Aussicht: Gerade am Tegernsee tut sich die ATS mit ihrem neuen Bezahl-Konzept schwer. Der Grund heißt: TTT.

Tourismus-Chef Harald Gmeinder nimmt Stellung

Warum die ATS ab jetzt Geld für Leistungen verlangt

Landkreis - Gastgeber und Bürgermeister sind alles andere als begeistert: Plötzlich verlangen ihre Touristiker Geld für gewisse Leistungen. Das steckt dahinter.

Professionelle Fotos für den eigenen Prospekt oder Internetauftritt: Da sagt kein Gastgeber nein. „Aber kosten darf es halt nichts“, seufzt Harald Gmeiner, Vorstand des Kommunalunternehmens Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS). Diese Haltung ist ihm in den vergangenen Monaten oft begegnet. Nicht nur bei Betreibern von Hotels und Pensionen, sondern auch bei manchem Bürgermeister. Gmeiner überrascht das nicht. „Früher gab es unsere Leistungen eben grundsätzlich umsonst.“ Die wohl größte Hürde, um Aufträge für das im Juni neu gegründete Kompetenzzentrum für Tourismus zu generieren – und es damit zu einem wirtschaftlich tragfähigen Unternehmen heranwachsen zu lassen.

Wie berichtet, fährt der Landkreis 2017 die Tourismusförderung um 50 Prozent auf 425 000 Euro pro Jahr zurück. Aus diesem Etat will die ATS künftig ihre Organisationsstrukturen bestreiten. Die zweite Säule – die Leistungen zur Vermarktung des Landkreises – tragen die Gemeinden über die Marketingumlage. Die 125 000 Euro pro Jahr teilen sich gemäß der Übernachtungszahlen auf. Säule drei bildet das Kompetenzzentrum. Ein eigenwirtschaftliches Beratungsunternehmen, das Umsätze durch Projekte generieren soll. 50 Prozent der Personalkosten der ATS muss das Kompetenzzentrum schultern, aktuell gut 200 000 Euro. „Ein sportliches, aber realistisches Ziel“, sagt Gmeiner. Bis Ende 2016 rechnet er mit Einnahmen von 60 000 Euro. Es gibt also noch Luft nach oben.

Muss diese Tage viel erklären: Harald Gmeinder, ATS-Chef.

Strecken müssen sich zuallererst die Mitarbeiter im Kompetenzzentrum. Sie sind laut Gmeiner angehalten, sich an den Bedürfnissen potenzieller Auftraggeber auszurichten, um neue Projekte an Land zu ziehen. Dafür müsse man manchmal auch von in touristischen Fachkreisen geltenden Idealbildern abweichen. „Wir können nicht mehr nur das machen, was mir machen wollen“, sagt Gmeiner.

Auf der anderen Seite erwartet er von Gemeinden und Gastgebern mehr Verständnis dafür, dass diese Leistungen etwas kosten. „Da muss auf jeden Fall ein Umdenken stattfinden“, sagt er. Gerade im Tegernseer Tal sei noch das eine oder andere „dicke Brett“ zu bohren. Die parallel arbeitende Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) mache die Überzeugungsarbeit nicht leichter. So würde Bad Wiessee gut eine Million Euro im Jahr an die TTT zahlen. „Da überlegen die sich natürlich zweimal, ob sie auch uns noch buchen“, sagt Gmeiner.

In Konkurrenz treten wolle man mit dem Kompetenzzentrum aber nicht – auch nicht mit anderen Marketing-Agenturen. Vielmehr gelte es, das „Marktversagen“ in bestimmten Bereichen zu identifizieren und in diese Lücken hineinzustoßen. Die ATS habe dazu nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern auch die notwendige Vernetzung im Landkreis. Im Optimalfall würden sich „Synergieeffekte“ ergeben. Etwa, wenn ein Gastgeber seinen Internetauftritt durch das Kompetenzzentrum erstellen lässt und dieses dabei auf Kartenmaterial der ATS verlinkt.

Dies durch attraktive Angebote auszubauen, sieht Gmeiner als eine der Hauptaufgaben des Kompetenzzentrums. Letzten Endes, ist er überzeugt, profitierten die Leistungsträger selbst am allermeisten davon. Wie im Beispiel mit den Fotos: Je mehr Gastgeber diese buchen würden, desto niedriger würden auch die Kosten ausfallen. Gmeiner: „Die gibt’s zwar auch dann nicht mehr für lau, aber im Dutzend immerhin deutlich billiger.“

Das ATS-Konzept für 2017

inklusive der Entwicklung der Marketingumlage bis 2019 stellt Vorstand Harald Gmeiner heute Abend im Gemeinderat Bayrischzell vor. Zeitgleich präsentiert ATS-Geschäftsführer Thorsten Schär im Fischbachauer Gemeinderat den aktuellen Stand zum Projekt „Kräuter-Kraft-Natur“.

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