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Die Abbrucharbeiten auf dem Jodschwefelbad-Gelände beginnen jetzt doch nicht im Januar, sondern erst im Herbst.

Investor sorgt für Überraschung im Gemeinderat

Abriss des Jodbads um Dreivierteljahr verschoben - die Gründe

Bad Wiessee - Eigentlich sollte im Januar der Abriss des Jodschwefelbads in Bad Wiessee beginnen. Doch daraus wird nichts. Die Firma SME hat den Abbruch um ein Dreivierteljahr verschoben.

Die Sports Medicine Excellence Group, kurz SME, hatte sich einen sportlichen Zeitplan auferlegt. Noch Anfang 2017 wollte sie mit den Abbrucharbeiten auf dem Gelände des Jodschwefelbads beginnen, um Platz für das geplante Gesundheitshotel mit angegliedertem medizinischen Zentrum zu schaffen. Doch nun wurde der Investor von der Realität eingeholt: Wie SME-Chef Florian Kamelger am Donnerstagabend im Gemeinderat bekannt gab, werde der Abbruch auf Oktober 2017 verschoben. Allerdings, so versicherte er, bedeute das nicht, dass sich auch der Start des Neubaus um ein ganzes Dreivierteljahr verzögere. „Der Baustart“, meinte er, „wird wohl fünf bis sechs Monate später erfolgen“.

Ausschlaggebend für die Entscheidung der SME war eine behördliche Vorgabe. Die besagt, dass der Abbruch aus Gründen des Artenschutzes („es geht hier vor allem um die Fledermaus und Vögel“) grundsätzlich nicht zwischen März und Anfang Oktober erfolgen darf. „Wir können aber nicht garantieren, dass die Zeit bis Ende Februar ausreicht“, räumte Kamelger in der Sitzung ein. Um der Gemeinde den Sommer über nicht eine halb abgebrochene Ruine hinter einem Bauzaun zu hinterlassen, habe man beschlossen, den Abriss zu verschieben.

Die Verzögerung verschafft der Gemeinde auf der einen Seite Luft. Bekanntlich arbeitet sie derzeit mit Hochdruck an einer Interimslösung für das Jodbad in Räumlichkeiten des Badeparks. Nun können die Bäder länger im alten Jodbad verabreicht werden, als ursprünglich gedacht. Möglicherweise bis Januar oder Februar.

Auf der anderen Seite war die Überraschung bei den Gemeinderäten über die neue Entwicklung groß. „Das durchkreuzt unsere Pläne schon grundlegend“, meinte Florian Sareiter. Der CSU-Gemeinderat war seinerzeit ein Gegner der kostspieligen und umstrittenen Interimslösung. Vielleicht, so Sareiter, hätte man sich das Provisorium im Badepark dann doch sparen können.

Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) räumte zwar ein, ebenfalls von der Nachricht überrascht worden zu sein, betonte aber auch: Die Übergangslösung wäre so und so benötigt worden. Trotz der nun bekannt gewordenen Verzögerungen bei den Abbrucharbeiten wolle man „so schnell wie möglich“ aus dem alten Jodbad heraus. „Wir haben dort regelmäßig Rohrbrüche – da sitzt man gerade im Winter wie auf rohen Eiern“, erklärte Höß gestern auf Nachfrage. Auch rechne er nicht damit, dass das neue Badehaus vor dem zweiten Halbjahr 2018 fertig gestellt ist und in Betrieb gehen kann.

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