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Zum Verweilen soll der Brunnen mit dem Wünschelrutengänger nach der Umgestaltung einladen.

Mit dem Abschluss ist erst Anfang November zu rechnen 

Arbeiten am Lindenplatz dauern länger als geplant 

Bad Wiessee - Der Lindenplatz bekommt ein neues Gesicht. Die Umgestaltung zieht sich allerdings länger hin als geplant. Bis zum Abschluss der Arbeiten wird es wohl Anfang November werden. 

Der Wünschelrutengänger des Bildhauers Quirin Roth und die beiden Brunnenkinder am Lindenplatz müssen das Feld räumen – für kurze Zeit. Die Brunnenfiguren sollen nach der Umgestaltung zum Blickfang werden. Vorläufig ist Geduld gefragt. Ihr neues Gesicht wird Wiessees Mitte wohl erst Anfang November haben.

Bildhauer Quirin Roth (73) hat Schlimmes befürchtet. Dass die Gemeinde Bad Wiessee seinen Wünschelrutengänger nach 40 Jahren nicht mehr haben will. Warum sonst sollte Städteplaner Eberhard von Angerer ihn zum Ortstermin an den Lindenplatz bitten? Dass er kämpfen wird um seinen Brunnen, das hat der Gmunder schon im Vorfeld klar gemacht. Denn so ein Stück Geschichte gibt man doch nicht her. Der Mann mit der Wünschelrute soll an Adrian Stoop erinnern, der in Bad Wiessee nach Erdöl suchte und Deutschlands stärkste Jodschwefelquellen fand. „Stoop war ein Großonkel meiner Frau“, sagt Roth. Und der kleine Bronzebub, der staunend auf die Wasserstrahlen blickt, für den stand Roths Sohn Anian als Dreijähriger Modell. 

Der Filius, inzwischen 43, begleitet seinen Vater zum Ortstermin mit dem Städteplaner. Die beiden erwartet eine frohe Nachricht. Die Brunnenfiguren sollen nicht weichen, sondern sogar besser in Szene gesetzt werden. „Aber der Künstler hat das Sagen“, macht der Städteplaner klar. Um das Einverständnis von Roth muss er nicht lange bitten. Der Plan, den Angerer dem Bildhauer zeigt, gefällt auf Anhieb. Dass die Figuren künftig freier stehen und nicht mehr neben einem Gebüsch, behagt ihm sehr. „Hauptsache, sie werden nicht weggeschmissen“, setzt der Bildhauer hinzu. Das wäre nie in Frage gekommen, versichert Angerer. „Ich bin froh, dass etwas Historisches da ist.“ 

Gar nicht angetastet wird übrigens der benachbarte Brunnen „Boot des Mönchs“ des Hohendilchinger Bildhauers Karl Jakob Schwalbach. Dass seine Skulptur unverändert bleiben muss, hatte der Künstler schon in der Vergangenheit sehr deutlich gemacht. Roths Brunnenfiguren werden der neue Blickfang, verschwinden demnächst aber für eine Weile. „Die bauen wir in den nächsten zwei Wochen ab“, meint Thomas Holzapfel, der im Wiesseer Rathaus für Tiefbauten zuständig ist. Denn dann geht es am Lindenplatz in die Vollen. Der ganze Platz vor der Bäckerei Hauser bekommt ein neues Gesicht. Zum Verweilen soll er einladen, ein Anziehungspunkt vor allem auch für Kinder werden. Darum bekommt der neue Brunnen einen hölzernen Steg und wird zur begehbaren Wasserfläche. Drumherum stellt die Gemeinde neue Sitzmöbel auf. Aber nicht nur neben der Straße tut sich viel. In der Ortsdurchfahrt entsteht eine lang gezogene Verkehrsinsel mit integrierter Fußgängerampel. Letztere war eine Forderung des Behindertenbeauftragten Anton Grafwallner. 

Die Maßnahme dient der Sicherheit der Fußgänger, soll aber auch den Verkehrsfluss verbessern. Die Kosten für das Gesamtpaket sind im Haushalt mit 1,14 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings gab’s auf der Baustelle auch schon etliche unliebsame Überraschungen. Begonnen haben die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Ende Mai. Unter anderem war der Heissenbach zu verlegen. Vor allem aber ging es um die Erneuerung von Versorgungsleitungen. Dass sich in den Tiefen der Straße ein anderes Bild bietet als im Plan vermerkt, sei ja nicht ungewöhnlich, meint Holzapfel. Und so war es auch in Bad Wiessee. Mancher Defekt musste behoben werden, was die Arbeiten verzögerte. Mit ihrem endgültigen Abschluss ist, anders als zunächst geplant, bis September nicht zu rechnen. Architekt Lorenz Strohschneider rechnet eher mit dem späten Herbst: „Wohl Anfang November.“

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