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Mit dem alten Mähdrescher brachte Biobauer Georg Hahn in Holz die Getreideernte ein. Ackerbau gibt es im Tegernseer Tal wegen der klimatischen Bedingungen ansonsten nicht. Die Bauern setzen auf Milchwirtschaft.

Markus Bogner vom Boarhof baut Hafer, Roggen und Emmer an

Erste Getreideernte im Tegernseer Tal seit langer Zeit

Bad Wiessee - Es war die erste Getreideernte im Tegernseer Tal seit vielen, vielen Jahren. Seit wie vielen, das würde Markus Bogner gerne wissen. Der Boarhof-Bauer hat Roggen, Hafer und Emmer angebaut.

Es war die erste Getreideernte im Tegernseer Tal seit vielen, vielen Jahren. Seit wie vielen, das würde Markus Bogner gerne wissen. Ihm ist es ein Herzensanliegen, Selbstversorger zu sein und Altes wiederzubeleben. Auf seinem Boarhof in Holz hat der Landwirt Hafer, Roggen und Emmer angebaut. Das hat er auch schon in den beiden Vorjahren getan. „Aber da haben wir das Getreide dann einfach nur gemäht“, sagt Bogner. 

Aber jetzt, im dritten Jahr, war die erste richtige Ernte möglich. Dafür rückte eigens Biobauer Georg Hahn aus Großhartpenning mit seinem Mähdrescher – Baujahr 1997 – an. Mit dem Ertrag ist Bogner zufrieden. „Trotz des verregneten Sommers ist das Getreide gut gewachsen“, meint er. Die Ernte wird nicht verkauft, sondern im eigenen Betrieb verbraucht. „Wir schauen, wie sich das Mehl verbackt“, meint Bogner. So wird es im Hofladen Brote aus dem selbst gezogenen Getreide geben. Vor allem aber hat Bogner Saatgut für die nächste Saison gewonnen. Noch steht das Experiment Getreideanbau im Tegernseer Tal am Anfang. 

Zu Besuch auf dem Boarhof am Tegernsee - Fotos

„Die Pflanzen entwickeln sich ja erst noch“, meint Bogner. Sie müssen sich an ein Klima anpassen, das eigentlich nicht für den Getreideanbau passt. „Im Süden des Landkreises haben wir einfach zu viele Niederschläge“, meint Rüdiger Obermaier vom Amt für Landwirtschaft. „Da schaukeln sich die Pilzkrankheiten auf.“ Aktuell werde nur in Holzkirchen, Otterfing und Valley Getreide angebaut. Und das auch nur in geringem Maße: Bei 96 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Landkreis handelt es sich um Grünland, nur vier Prozent dienen dem Ackerbau. Früher war das anders, wie Obermaier weiß. Da war der Getreideanbau im nördlichen Landkreis bis Warngau viel weiter verbreitet. „Aber die Erträge waren halt nicht so, wie man sich das wünscht“, meint Obermaier. Darum habe man sich dann ganz auf die Milchviehhaltung konzentriert. 

Auch im Landkreisnorden, wo die Niederschlagsmenge mit etwa 1000 Millimeter pro Quadratmeter im Jahr doch um einiges geringer sei als im Süden. „Da sind wir bei bis zu 1700 Millimeter pro Quadratmeter.“ Wann zuletzt im Tegernseer Tal Getreide angebaut wurde, kann Obermaier nicht sagen. „Aber in den letzten 50 Jahren bestimmt nicht.“ Aber irgendwann, da ist Bogner sicher, muss im Tegernseer Tal Getreide angebaut worden sein. Schließlich habe es in Gmund bis in die späten 1960er Jahre eine Getreidemühle gegeben, mitten in Bad Wiessee stehe ein alter, denkmalgeschützter Getreidespeicher. Wer etwas über den Getreideanbau im Tegernseer Tal erzählen kann, wird gebeten, sich bei unserer Zeitung unter redaktion@tegernseer-zeitung zu melden.

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