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Baustelle über Baustelle, Stau an Stau: Das sind die schlimmsten Ärgernisse im Tal.

Der Straßenbau-Wahnsinn hört nicht auf - große Karte

Diese Baustellen nerven uns die kommenden Monate

Tegernseer Tal - Baustellen und Stau rings um den See. Muss das gerade jetzt im Sommer sein? Ja, sagt das Staatliche Bauamt Rosenheim und kündigt neue Baustellen an.

Michael Rau (58), Inhaber des Hotels Zur Post in Kreuth, bekommt seit Wochen immer wieder Beschwerden von Gästen zu hören. Die Staus am Tegernsee und in Kreuth seien der Wahnsinn, klagen sie. Die Anreise sei ziemlich beschwerlich. „Das ist schon fast geschäftsschädigend, was sich da abspielt“, sagt Rau. Auch sein Personal sei betroffen, „einige Mitarbeiter bleiben zwischen Früh- und Spätschicht lieber gleich in Kreuth, weil sie sonst zu viel Zeit auf der Straße verlieren.“ Schuld an der Misere sind vor Ort zwei Baustellen: Das Staatliche Bauamt Rosenheim lässt die Brücken über den Kirchbach am nördlichen Ortseingang und die Enterfelserbachbrücke sanieren. Ampeln regeln den Verkehr – und sorgen für Wartezeiten. Dabei ist das Ende der Leidenszeit für die Kreuther noch nicht erreicht: Mitte September beginnt die Sanierung der B 307 von der Naturkäserei bis Kreuth. „Wer will da noch nach Kreuth?“, klagt der Hotelier, der schon eine schriftliche Beschwerde ins Auge gefasst hat und fragt: „Muss das genau jetzt sein, zur touristischen Hauptsaison?“

Diese Baustellen ärgern uns die kommenden Wochen und Monate

Von Matthias Geitz, beim Staatlichen Bauamt Rosenheim zuständig für den Landkreis Miesbach, kommt ein klares Ja. „Wir können halt nur im Sommer und bei warmen Temperaturen bauen“, begründet Geitz den Zeitpunkt. Auch für die hohe Zahl an Baustellen rund um den See und im Landkreis Miesbach hat Geitz eine Erklärung: „Der Bund hat 2016 relativ viel Geld zur Verfügung gestellt, das für die Erhaltung von Straßen und Brücken verwendet werden kann.“ Durch die vielen Bundesstraßen im Landkreis fließe auch viel Verkehr, und der sorge wiederum für mehr Verschleiß der Straßen und Brücken. Alle drei Jahre mache das Staatliche Bauamt eine Bestandsaufnahme. „Die neue Karte kommt im Herbst heraus, dann wissen wir auch, welche Straßen 2017 dran kommen.“

Hier ein Überblick, wo derzeit und demnächst gebaut wird:

1 B 472, Kreuzstraße

Die Bundesstraße 472 zwischen der Kreuzstraße und dem Kammerloher Kreisel ist durch zunehmenden Verkehr in schlechtem Zustand. 10 000 Autos befahren die Strecke täglich, wobei diese Zahl aus dem Jahr 2010 stammt. Seit Montag wird der zwei Kilometer lange Abschnitt saniert. Unebenheiten, Risse und Rillen werden beseitigt. Die Straße wird dafür halbseitig gesperrt. Von Waakirchen kommend wird der Verkehr in Richtung Miesbach für etwa zwei Wochen ab dem Kreisel auf der MB 6 bis Schaftlach und dann über die MB 7 zur B 318 umgeleitet. An der dortigen Kreuzung wird eine Ampel installiert. In Richtung Waakirchen/Bad Tölz kann der Verkehr fließen. Kosten: rund 600 000 Euro. Dauer: bis 2. September.

2 Gmund

Mit der zeitweisen Sperrung der Wiesseer Straße in Gmund wurde der Ausbau der Tölzer Straße eingeläutet. Für den ersten der drei Bauabschnitte wird die Straße Richtung Finsterwald etappenweise gesperrt. Der Verkehr aus Waakirchen wird über Kaltenbrunn umgeleitet. Bis zum Winter wird gebaut. Etappe zwei und drei folgen 2017. Kosten: rund 2,3 Millionen Euro, die Gemeinde Gmund ist mit 935 000 Euro dabei. Dauer: Bis Ende 2017.

3 Lindenplatz

Die Gemeinde Bad Wiessee steckt seit Mai in der Umgestaltung des Lindenplatzes. Aktuell wird gepflastert, die Straße bekommt neue Ränder. Der Verkehr kann zum Glück auf beiden Fahrspuren fließen – allerdings langsamer. Eine Vollsperrung wegen Asphaltierungsarbeiten, so Thomas Holzapfel von der Gemeinde, ist für Anfang Oktober angesetzt. Kosten: rund 1,14 Millionen Euro. Etwa die Hälfte übernimmt die Städtebauförderung.

4 B 307, Kreuth

Die zunehmende Verkehrsbelastung hat die B 307 auch im Bereich zwischen der Naturkäserei und Kreuth ziemlich ramponiert. Die Tragsicht muss verstärkt, der Aufbau erhöht werden. Gebaut wird in zwei Etappen: Vom 19. bis 30. September ist der Teil zwischen Wallbergstraße und Scharling dran. Die B 307 wird komplett gesperrt, der Verkehr über die alte Bundesstraße umgeleitet. Mit halbseitiger Sperrung kommt der zweite Teil von Scharling bis Kreuth aus. Termin: 4. bis 14. Oktober. An Wochenenden und Feiertagen ist die Durchfahrt frei.

5 Brücke I, Kreuth

Seit Mai macht Autofahrern die Sanierung der Brücke über den Kirchbach zu schaffen. Der Verkehr kann nur halbseitig fließen, eine Ampel regelt ihn. „Das Bauwerk aus der Nachkriegszeit hält den heutzutage viel schwereren Lkw nicht mehr stand“, erklärt Christian Reichl vom Staatlichen Bauamt. „Vor allem aber das Salz des Winterdienstes hat zu Schäden geführt.“ Dauer: offiziell bis 23. September.

6 Brücke II, Kreuth

Ebenfalls in Kreuth muss die Brücke über den Enterfelserbach erneuert werden. Das gleiche Spiel: Ampelregelung und Stau. Kosten der Brücken I und II: rund 380 000 Euro. Zeitplan: ebenfalls bis 23. September.

Was noch kommt

Abgesehen von der Erneuerung der Schlierachbrücke bei Hausham, die Autofahrer von und nach Hausham und Schliersee noch bis offiziell Ende Oktober ärgern wird: Wer ins Tegernseer Tal will, muss sich auf zwei Mega-Baustellen gefasst machen. In Warngau beginnt demnächst die Tieferlegung der B 318. Das Staatliche Bauamt verspricht: Der Verkehr wird weiterhin zweispurig fließen, allerdings tempogedrosselt. 2017 beginnt dann mit dem vierspurigen Ausbau der B 318 zwischen der Autobahn und dem Anschluss der MB 9 ein Mega-Projekt. Auch das wird die Geduld der Autofahrer ins Tal und wieder hinaus belasten.

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