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Nicht nur das Hotel Lederer steht vor dem Abriss: So einiges könnte sich über kurz oder lang am Wiesseer Ortsbild verändern.

„Wenn wir nicht aufpassen, hat Bad Wiessee in zehn Jahren ein neues Gesicht“

Gemeinde alarmiert: Sehr viele alte Häuser vor dem Abriss

Bad Wiessee – Es herrsche Goldgräberstimmung, meinte Klaudia Martini (SPD) im Bauausschuss. Tatsächlich hat mancher vor, am Westufer kräftig zu schürfen - per Abriss und Neubau.

Der Ausschuss befasste sich in seiner Sitzung mit gleich vier Anträgen nach ähnlichem Muster: Ein altes Haus soll weg, um Neuem Platz zu machen.

Im Fall des Hauses Freihausstraße 28 hatte der Eigentümer gleich zwei Optionen eingereicht. Der erste Entwurf sah den Neubau von zwei Einfamilienhäusern mit Garagen vor, der zweite ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage. Der Hintergrund lag auf der Hand: Der Bauwerber wollte abklopfen, was auf dem Grundstück möglich ist. „Und wo man am meisten rausholen kann, das wird dann gemacht“, merkte Robert Huber (SPD) an. 

Wenn sich der Bauausschuss durchsetzt, bleibt dem Eigentümer aber nur eine Option: Zustimmung erhielt allein der Vorbescheidsantrag für die Einfamilienhäuser. Das Mehrfamilienhaus lehnte das Gremium wegen seiner Massivität ab. Genehmigungsbehörde ist allerdings das Landratsamt, weshalb die Entscheidung nicht gefällt ist. Zu hoffen sei, dass der Eigentümer den von der Gemeinde abgelehnten Antrag von sich aus zurückziehe, meinte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block).

Keine Einwände hatte der Ausschuss gegen den Abriss des Hauses Driessenstraße 3. „Da entsteht ein lupenreiner Ersatzbau“, stellte Kurt Sareiter (CSU) fest. Das alte Haus ist mit drei Etagen und Dachgeschoss schon sehr hoch, das neue wird es auch sein. „Es hat schon eine gewisse Mächtigkeit“, meinte Huber. Aber nachdem dort auch Ferienwohnungen vorgesehen sind, sei der Neubau ganz im Sinne der Gemeinde.

Keine Chance hatte dagegen die Planung für das Anwesen Birkenstraße 24. Dort soll das ehemalige Haus Thekla, 1932 gebaut, einem mächtigen Mehrfamilienhaus weichen. Einstimmig versagte der Bauausschuss seine Zustimmung. 23 Meter Länge und zwei Quergiebel: Das gefiel dem Gremium gar nicht. Die Giebel seien nicht zulässig, wegen seiner Länge füge sich der Bau auch nicht ein. Martini nahm den Antrag auf Vorbescheid zum Anlass, grundsätzlich zu werden. 

Der Gemeinderat müsse einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen, um die Ortsentwicklung zu regeln. Überall gebe es große Grundstücke mit kleinen Häusern. „Wenn wir nicht aufpassen, hat Bad Wiessee in zehn Jahren ein neues Gesicht“, warnte Martini.

Keine Bedenken hat der Ausschuss hingegen, was die Entwicklung des Grundstücks Breitenbachtalstaße 29 angeht. Der Eigentümer will das alte Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung und Garage durch einen Neubau ersetzen. Die Größe und Höhe füge sich in die Umgebung ein, urteilte Bauamtsleiter Helmut Köckeis. Der Bauantrag wurde dann auch einstimmig befürwortet.

jm

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