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Ein kleines Badehaus nach den Plänen des Büros Matteo Thun will die Gemeinde in eigener Regie neben dem Badepark errichten. Noch kämpft sie allerdings um staatliche Förderung – und um das Okay der Krankenkassen.

Klage gegen die Gemeinde Bad Wiessee in Vorbereitung

Geschasster Jodbad-Investor will Schadenersatz

Bad Wiessee - Während die Gemeinde Bad Wiessee noch um eine staatliche Förderung für ihr neue Badehaus ringt, droht von anderer Seite finanzielles Ungemach: Der Münchner Investor, dem der Gemeinderat das Jodbad-Projekt im Herbst 2015 wieder aus der Hand genommen hat, will auf Schadenersatz klagen.

Während die Gemeinde Bad Wiessee noch um eine staatliche Förderung für ihr neue Badehaus ringt, droht von anderer Seite finanzielles Ungemach: Der Münchner Investor, dem der Gemeinderat das Jodbad-Projekt im Herbst 2015 wieder aus der Hand genommen hat, will auf Schadenersatz klagen. Um welche Summe es geht, gibt der Unternehmer noch nicht preis. Die Klage solle aber „zeitnah“ erfolgen. 

Der Grund für die Verstimmung liegt auf der Hand: Das Unternehmen hat schon viel Geld in die Wiesseer Planung investiert – und der Rückzug der Gemeinde kam sehr überraschend. „Man hat dem Investor einfach den Stuhl vor die Tür gestellt“, berichtet Hans-Jörg Rippe (68). Rippe ist der Gesundheitsexperte, den die Gemeinde Bad Wiessee im Juli 2013 zum Geschäftsführer ihrer Betreibergesellschaft „Gesundheitszentrum Jod-Schwefelbad GmbH“ machte. 

Der promovierte Psychologe, seit Jahrzehnten in der Gesundheitswirtschaft tätig, sollte die Weichen für die Zukunft des Jodschwefelbads stellen. Sein Einsatz war zeitlich begrenzt, Rippes Job war es, als Geburtshelfer des neuen Bads zu fungieren. „Die Zusammenarbeit war harmonisch“, meint Rippe, der in Dorsten (Nordrhein-Westfalen) lebt. Rippes Vertrag mit der Gemeinde Bad Wiessee endete 2013, der Kontakt riss aber nicht ab. So war es nur folgerichtig, dass Rippe 2015 zum Berater des Investors wurde, der ein neues Medizinisches Zentrum errichten wollte. Hauptmieter sollte die gemeindliche Betreibergesellschaft sein, die dort ihre Jodbäder verabreichen wollte. 

Zudem hatten rund zehn Mediziner Interesse bekundet, in das dreigeschossige Gebäude einzuziehen. Gut neun Millionen Euro wollte der Münchner Unternehmer in die Wiesseer Pläne stecken. Er setzte sich bei einem ersten Interessensbekundungsverfahren durch und bei der EU-weiten Ausschreibung. Noch im September 2015 signalisierte die Gemeinde Einverständnis mit der Planung. Im Oktober winkte sie ab: Die Pacht von 30 000 Euro monatlich könne sich die Gemeinde nicht leisten. „Verstanden habe ich das nie“, meint Rippe. Er ist inzwischen nicht mehr als Berater des Investors unter Vertrag. Aber dass Bürgermeister Peter Höß davon spricht, das Unternehmen habe einen riesigen Kasten geplant und die Vorgaben der Gemeinde nicht erfüllt, empört den früheren Geschäftsführer der Jod-Schwefelbad-Gesellschaft. „Der Investor hat sich zunächst ausschließlich an die Ausschreibung der Gemeinde gehalten, die in allen Planungen seit 2012 ein Bade- und Ärztehaus vorsah“, erklärt Rippe. Die 30 000 Euro Monatsmiete seien Ergebnis eines mit den Krankenkassen und Berufsgenossenschaften abgestimmten Konzepts. 

Dabei habe die Wirtschaftlichkeitsberechnung so gut ausgesehen, dass der Investor die Hälfte der Anteile der Betreibergesellschaft übernehmen wollte. „Damit hätte sich das Personalkosten- und Mietrisiko der Gemeinde halbiert“, erklärt Rippe. Zudem hätte der Investor das Gelände für das Gebäude angekauft, für rund 2,5 Millionen Euro. Geld, das jetzt fehle. Vom Konzept des nun von der Gemeinde geplanten kleinen Badehauses neben dem Badepark ist Rippe absolut nicht überzeugt. Er glaubt: „Dafür gibt es nie eine Kassenzulassung.“ Die Gemeinde wolle die Jodbäder offenkundig ausschließlich für Selbstzahler anbieten. 

Eine Aussage, der Vize-Bürgermeister Robert Huber widerspricht: „Es ist uns sogar sehr wichtig, dass Kassenpatienten bei uns baden können.“ Es sei allerdings richtig, dass es sich bei der Kassenzulassung um ein aufwendiges Verfahren handle. „Das ist noch nicht abgeschlossen“, meint Huber. Die Gemeinde werde aber alles daran setzen, die von den Kassen verlangten Vorgaben zu erfüllen. Ihm sei durchaus klar, dass der Investor nach dem Verlust des Auftrags enttäuscht sei, merkt Huber an. Dennoch hätte der Gemeinderat nicht anders entscheiden können: „30 000 Euro Pacht im Monat, das ist einfach zu viel.“

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