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Der Ernstfall: Im Juni 2014 trat der Zeiselbach im Ort über die Ufer. Das Bild zeigt die Aufräumarbeiten. Herman Leitner vom angrenzenden Sanitätshaus riss den Steg an dem Laden ab, in dem Treibholz hängen geblieben war. Der Wildholzrechen soll genau das künftig verhindern. 

Hochwasserschutz in Bad Wiessee

Rechen soll Tsunami verhindern: Arbeiten am Zeiselbach beginnen

Bad Wiessee – Die Hochwassergefahr am Zeiselbach in Bad Wiessee soll gebändigt werden: Das Wasserwirtschaftsamt beginnt dieser Tage mit den Vorbereitungen für den Bau eine Wildholzrechens. 

Im Juni 2014 zeigte der Zeiselbach, was er anrichten kann: Nach Starkregen hielt es ihn nicht mehr im eng betonierten Bachbett, er überflutete den Platz am Prinzenruhweg. Schuld war ein angeschwemmter Wurzelstock, der sich in einer der Brücken verkeilt hatte und den Abfluss in den See versperrte. Diese Gefahr soll ab kommendem Jahr der Vergangenheit angehören: Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim beginnt in dieser Woche mit den Vorbereitungen für den Bau des Wildholzrechens im Oberlauf.

Am Ende der Hagngasse oberhalb des Sportplatzes muss abgeholzt werden, um den Boden für den eigentlichen Bau zu bereiten, der im zeitigen Frühjahr 2017 beginnen soll – je nach Witterung so früh wie möglich, teilt Baudirektor Michael Holderer vom Wasserwirtschaftsamt mit. „Da die größte Hochwassergefahr an den Wildbächen vor allem im Sommer besteht, soll der Wildholzrechen bis Ende Mai fertiggestellt sein.“ Damit der Zeiselbach gerüstet ist für die „Hochwassersaison“, so Holderer. Wie ein Kamm hält der Wildholzrechen Totholz und Geschiebe am Schluchtausgang zurück. Die Rückhaltekapazität, die nach Vorgaben des Landesamts für Umwelt berechnet wurde, umfasst dort 750 Kubikmeter.

Die Arbeiten am Oberlauf sind nur ein Teil des Hochwasserschutzkonzepts des Wasserwirtschaftsamts für den Zeiselbach. Im Ortsbereich selbst soll der Zeiselbach aus seinem engen Betonkorsett befreit werden, um dem Bach für Starkregenereignisse Platz zum Ausbreiten zu geben und den Wassermassen Wucht zu nehmen. „Für diese Maßnahmen, die den Ausbau im Ortsbereich vorsehen, erstellt das Amt derzeit die Genehmigungsplanung“, teilt Holderer mit. Das wasserrechtliche Verfahren dazu solle nächstes Jahr beim Landratsamt Miesbach durchgeführt werden.

Insgesamt werden die Kosten für den Hochwasserschutz am Zeiselbach auf 362.000 Euro geschätzt. Den Großteil davon trägt der Freistaat, die Gemeinde muss sich aber mit gut 100.000 Euro beteiligen.

„Wir sind enorm froh, dass es losgeht“, sagt Gemeindegeschäftsleiter Michael Herrmann. „Je schneller, desto besser.“ Schließlich habe man in den vergangenen Jahren schon zweimal erlebt, was geschieht, wenn der Zeiselbach über die Ufer tritt. „Der Wildholzrechen ist da unentbehrlich.“ Ehe der Zeiselbach im Ort aus seinem engen Korsett befreit werden kann, müssen derweil noch Grundstücksfragen geklärt werden. „Hier müssen die Verhandlungen erst aufgenommen werden“, so Herrmann. „Wichtig war uns jetzt erstmal dass die Gefahr „von oberhalb“ gebannt werden kann durch den Wildholzrechen.“ Wenn der Zeiselbach nach dem Söllbach auch endlich gebändigt ist, bleibe nur noch ein Sorgenkind in Wiessee: der Breitenbach. Auch hier seien aber bereits Hochwasserschutzmaßnahmen in Arbeit.

Katrin Hager

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