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Zwei Tiere aus der Herde, die einen Ausflug in den Medical Park unternommen hat

Ku(h)rioser Vorfall in Bad Wiessee 

Kuhherde spaziert nachts in Medical-Park-Klinik

Bad Wiessee - Eine Kuhherde spaziert nachts in den Medical Park St. Hubertus in Bad Wiessee, einmal um die Rezeption und wieder hinaus. Nicht möglich? Die Story ist tatsächlich passiert.

Es ist Sonntagnacht, 9. Oktober. Polizeioberkommissar Peter Kloiber hat Nachtdienst und fährt mit einer Kollegin Streife, als um 3.43 Uhr ein Notruf kommt: In der Klinik St. Hubertus des Medical Parks am See in Abwinkl sollen Kühe in die Rezeption eingedrungen sein. Kloiber und seine Kollegin müssen laut lachen, doch sie machen sich sofort auf den Weg. Was die beiden dann sehen, macht nur allzu deutlich, dass der Notruf kein schlechter Traum des Nachtportiers war: Im geräumigen Eingangsbereich an der Rezeption ist alles voller großer Kuhfladen. Ein strenger Geruch hat sich breit gemacht. Sogar die Polster der Sitzecke sind in Mitleidenschaft gezogen. Von den Kühen selbst ist zunächst nichts mehr zu sehen. "Dem Nachtportier – er berichtete uns von sechs ausgewachsenen Kühen mit Glocken – ist es offenbar gelungen, die Herde wieder hinauszutreiben“, erzählt der Polizeibeamte.

Polizei klingelt Landwirte aus den Betten

Kloiber und seine Kollegin machen sich auf die Suche und finden die Kühe tatsächlich: Auf einer kleinen Wiese am nahegelegenen Wäldchen an der Ringbergstraße haben sich sich zusammengerottet, um sich von ihrem nächtlichen Ausflug in die Klinik zu „erholen“. Die Streifenbeamten machen ganze Arbeit und klingeln vier Landwirte in der näheren Umgebung aus den Betten. Doch die Kühe gehören offenbar keinem. Kloiber und seine Kollegin fahren bis zum Dorfplatz, wo ein Landwirt glaubt, den Besitzer zu kennen. Er fährt in der Nacht sogar mit der Polizei mit, um die Herde zu identifizieren. 

Geschäftsführer muss selbst schmunzeln

Der Medical Park in Bad Wiessee.

Dem Medical Park ist die Kuh-Story einerseits peinlich, andererseits muss Christian Gores, Geschäftsführer der Wiesseer Klinik, selbst schmunzeln: „Wir wissen zwar, dass wir uns hier auf dem Land befinden, dass wir aber so hautnah damit konfrontiert werden, ist auch noch nie vorgekommen.“ Gores bestätigt den nächtlichen Vorfall und fügt bereitwillig sogar weitere Details hinzu: So habe der Nachtportier, „ein erfahrener Mann“, die Kühe zunächst im Außenbereich der Rezeption gesehen. „Dann ist er hinausgegangen, um sie zu vertreiben“, berichtet Gores. Dass sich dabei die beiden automatischen Schiebetüren öffneten, die nachts normalerweise geschlossen sind, hätten die Kühe ausgenutzt, berichtet der Geschäftsführer. „Die Türen öffneten sich, und die Kühe konnten hereinspazieren.“ Allerdings seien die Kühe dann nicht in Panik verfallen: Nach einer Runde im Inneren hätten sie den Eingangsbereich auch wieder verlassen. 

Wenn da nicht die Kuhfladen wären, die die Tiere im Stress fallen ließen. „Wir haben unser Housekeeping schon um 4 Uhr in Gang gesetzt, damit alles wieder gesäubert wird“, sagt Gores. „Von dem nächtlichen Besuch dürfte also keiner unserer Gäste etwas bemerkt haben.“ Allerdings wurde der Vorfall im Überwachungsvideo festgehalten. 

Putzkolonne rückt um 4 Uhr an

Und der Schaden? „Bis auf den Reinigungseinsatz ist nichts passiert“, beschwichtigt Gores. „Das ist alles nicht so dramatisch.“ Gegen den Landwirt werde man auch nicht vorgehen. Aus welcher Weide die Tiere ausgebüxt sind, lässt sich nicht genau sagen. Es sei aber möglich, dass die Tiere von weiter her, etwa vom Sonnenbichl, durch den Ort und bis zum See spaziert sind. Ein mutwillig zerstörter Weidezaun hätte den Ausflug der Tiere ermöglichen können. „Das kommt pro Saison sechs bis sieben Mal vor, dass uns freilaufende Kühe in Bad Wiessee gemeldet werden“, weiß der Polizeibeamte Peter Kloiber. 

Seit 24 Jahren sei er nun im Dienst, sagt Kloiber, da erlebe er natürlich oft kuriose Dinge. „Dass Kühe aber in ein so nobles Objekt wie den Medical Park marschieren, das habe ich noch nie erlebt."

gr

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