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Das Pfarrhaus wird als Wohnhaus auf dem freien Markt angeboten. Dafür gilt eine Erbpachtregelung.

Kirche kauft Grundstück an Dr. Scheid-Straße

Ein  Platz fürs Pfarrheim ist gefunden

Bad Wiessee - Endlich ist ein Grundstück für den Bau eines Wiesseer Pfarrheims gefunden. Es soll an der Dr. Scheid-Straße entstehen. Pfarrer Wieland Steinmetz freut sich über "eine Super-Lösung".

Das neue Wiesseer Pfarrheim wird an der Dr. Scheid-Straße entstehen. „Eine Super-Lösung“, freut sich Pfarrer Wieland Steinmetz. Das grundsätzliche Okay für den Neubau hat die Pfarrei in der Tasche. Jetzt geht es an die konkrete Planung. 

Bis jetzt ist alles im stillen Kämmerlein geschehen. So signalisierte der Wiesseer Gemeinderat sein Einverständnis zum Bau eines Pfarrheims an der Dr. Scheid-Straße in nicht öffentlicher Sitzung. „Es wurde auch nur eine Skizze vorgelegt“, erklärt Bauamtsleiter Helmut Köckeis. Schließlich ging es der Kirchenverwaltung zunächst nur darum, grundsätzlich auszuloten, ob das ins Auge gefasste Grundstück als Standort eines Pfarrheims überhaupt in Frage kommt. Das tut es. „Damit kommen wir gut zurecht“, meint Köckeis. Es handelt sich um eine Fläche, auf der zurzeit noch Bäume stehen. Der Eigentümer des Grundstücks errichtet auf dem angrenzenden Areal gerade ein Wohnhaus. „Es handelt sich um eine Baulücke“, meint Köckeis. 

Noch hat die Kirchenstiftung das Grundstück nicht erworben. Aber sie hat bereits die Finanzierungszusage des Erzbischöflichen Ordinariats, wie dessen Sprecherin Bettina Göbner bestätigt. „Sämtliche Beschlüsse liegen vor“, erklärt Göbner. Für Pfarrer Wieland Steinmetz geht damit ein großer Wunsch in Erfüllung: „Nach meiner festen Überzeugung ist das eine hervorragende Lösung.“. Er denke, dass sich mit dem Neubau auch die Gemeindearbeit beleben lasse. „Ganz besonders für Kinder“, meint Steinmetz. In dem neuen Gebäude sollen zum Beispiel Mutter-Kind-Gruppen ein schönes Domizil bekommen. Vorgesehen ist unter anderem auch ein Pfarrsaal, der größere Veranstaltungen erlaubt. 

Detaillierte Pläne will der Geistliche seiner Pfarrgemeinde in naher Zukunft vorstellen. Einen Zeitplan hat er sich aber nicht gesetzt. Schließlich gebe es bis zu einem Spatenstich unzählige Behördenangelegenheiten zu erledigen, berichtet Steinmetz: „Und da weiß man ja nie, wie lange das dauert.“ Im neuen Pfarrheim werde auch alles ebenerdig und behindertengerecht sein, fügt Steinmetz hinzu. Ein Punkt, der am eigentlichen Wunschstandort Probleme gemacht hätte. Wie berichtet, sollte das neuen Pfarrheim zunächst auf dem Grundstück des alten Pfarrhauses gleich neben der Kirche Maria Himmelfahrt entstehen. Doch den geplanten Abriss ließ das Landesamt für Denkmalpflege nicht zu. 

Das von Rupert von Miller geschaffene Ensemble, bestehend aus Pfarrhaus, Kirche und Bergfriedhof, darf nicht angetastet werden. Als Pfarrheim kam das Gebäude damit nicht mehr in Frage. Für den dringend gewünschten Saal wäre ein Anbau nötig geworden, für den der Platz kaum reichte. Zudem dürften die Kosten für die Sanierung sehr hoch sein. Jetzt kann ein Privatmann die Aufgabe in Angriff nehmen, das geschichtsträchtige Pfarrhaus aus dem Jahr 1933 wieder zu einem Schmuckstück zu machen. „Wir werden es auf dem freien Markt anbieten“, erklärt Ordinariatssprecherin Göbner. Das Grundstück werde in Erbpacht vergeben, die Konditionen lege die Kirche gerade fest. Es biete sich die Nutzung als Wohnhaus an. Aktuell steht das kleine Haus auf dem Kirchenhügel leer. Zuletzt war dort eine Asylbewerber-Familie untergebracht. 

In früheren Zeiten wohnte Pfarrer Johann Gansler in dem Haus neben der Kirche, zeitweise auch Ruhestandspfarrer. Um es wieder auf Vordermann zu bringen, sind größere Investitionen nötig. Klar ist: Einige Zeit lang werden die Wiesseer ohne Pfarrheim auskommen müssen. Das Josefsheim am Löblweg, das derzeit als Pfarrheim dient, steht der Pfarrgemeinde nur noch bis zum Ende dieses Jahres zur Verfügung. Deshalb hätte das neue Pfarrheim für die 2150 Katholiken bis dahin stehen sollen. Nun muss die Gemeinde auf Übergangsquartiere zurückgreifen, was nach Überzeugung von Kirchenpfleger Herbert Stadler aber machbar ist.

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