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In der Tiefe ist Hubert Maier ganz in seinem Element. Er war früher professioneller Apnoe-Taucher.

Apnoe-Taucher Hubert Maier und seine Leidenschaft

Auf der Suche nach der tiefsten Stelle im See

Bad Wiessee - Früher bedeutete das Apnoe-Tauchen für Hubert Maier (39) Stress. Denn als Profi kämpfte der Wiesseer um Titel. Heute taucht Maier ganz entspannt in die Tiefen des Tegernsees ab. 

Geübt hat Hubert Maier schon als kleiner Bub in der Badewanne. „Da konnte ich die Luft schon ziemlich lange anhalten“, erinnert sich der Bad Wiesseer. Irgendwann schaffte er sieben Minuten. Da war er um die 20 Jahre alt und Profi-Apnoetaucher. „Eine schöne Zeit“, sagt Maier.

Von 1997 bis 2004 war er auf internationalen Wettbewerben unterwegs, sammelte als Mitglied der Nationalmannschaft-Titel. Ein bisschen verrückt war Huber damals. Tauchte unter Eis am Tegernsee und 172 Meter tief in den Walchensee. „Mich hat der Film ’Im Rausch der Tiefe’ so fasziniert“, erklärt Maier. „Bayerisches Urviech“ nannten ihn seine Teamkollegen in der Nationalmannschaft.

Elf Liter Lungenvolumen brachte Maier mit, fast doppelt so viel wie der Durchschnittsmann. Durch spezielle Atemtechniken konnte er auf 14 Liter erhöhen. Doch je spektakulärer der Tiefentrip, desto größer auch das Drumherum. Ohne Helfer, Boote und technisches Gerät geht nichts. „Das braucht alles viel Vorbereitung“, meint Maier.

Hubert Maier taucht heute ganz entspannt in den Tegernsee ab.

Nach einem Weltmeistertitel in Vancouver verabschiedete sich der Wiesseer aus der Szene. „Aber man bleibt ein Leben lang Apnoetaucher“, meint er. Und so sucht er immer noch nach der tiefsten Stelle des Tegernsees. Vielleicht hat er sie auch schon gefunden. 72,5 Meter tief ist der Wiesseer schon hinuntergetaucht. „Die Stelle hatte ich mal mit einer Boje markiert“, erzählt er. Sie liegt mitten auf dem See, in etwa auf einer Linie zwischen dem Wiesseer Yachtclub und Gmund. Aber angeblich sei der See ja 73 Meter tief, meint Maier.

Immer wieder mal unternimmt er einen Versuch, die 73-Meter-Stelle zu finden. Aber auch das ist ein ziemlicher Aufwand. „Da braucht man schon ein Boot mit Echolot, Helfer und Seil“, schildert Maier.

Dabei ist es doch die Stille, die das freie Tauchen so faszinierend macht. „Wenn der Puls ganz runter geht und man wirklich tiefenentspannt ist“, sagt der Wiesseer. Einfach so mal auf den Grund des Tegernsees zu tauchen, das ist für ihn keine große Affäre. „Das habe ich schon immer gemacht.“ Und er schwimmt auch gerne mal an der Oberfläche. Von Bad Wiessee nach Tegernsee in Richtung Bräustüberl, 19 Minuten. „Das ist ja nur ein Kilometer.“

Die Tour über den See, die macht er auch jedes Jahr einmal mit dem Nachwuchs der Wasserwacht. Maier gehört zum Ausbilderteam, schult den Nachwuchs mit viel Freude. Das freie Tauchen ist nur ein kleiner Teil des Programms. „Aber es kann für einen Wasserretter schon mal wichtig sein“, findet Huber.

Neben seinem Beruf – die Familie betreibt eine Landwirtschaft und eine Pension – nimmt er sich gern Zeit für die jungen Wasserwachtler. Schließlich war er selbst früher einmal einer. „Da kann ich jetzt etwas zurückgeben.“ Und Spaß haben. Im Juli 2013 zum Beispiel, da tauchte der Wasserwacht-Nachwuchs auf seine Initiative hin 400 Maßkrüge aus dem See nahe dem Tegernseer Bräustüberl, allesamt nach diversen Festen einfach ins Wasser geworfen. Eine vom Bräustüberl-Wirt Peter Hubert gesponserte Aktion, die Maier gerne wiederholen würde: „Da liegen schon wieder ganz viele auf dem Grund.“

jm

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