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Sein erstes Opfer bedrängte der Wiesseer körperlich. Eine Tegernseerin wollte er nun zum Sex zwingen.

"Dachte nicht, dass sie zur Polizei geht"

Wiesseer nötigt Tegernseerin (23) zu Sex-Treffen

Bad Wiessee – Er wollte doch nur Spaß mit Frauen haben: Ein Wiesseer (22) ging bei einem Flirt zu weit - bis zur Nötigung. Doch er rechnete nicht mit der Reaktion der Tegernseerin. 

Der erste Fall ereignete sich im November 2014. Über die Dating-Plattform Lovoo lernte der damals 20-jährige Wiesseer ein Mädchen kennen und traf sich mit ihm auf einem Parkplatz im Tegernseer Tal. Dort wollte er die junge Frau küssen – sie ihn aber nicht. Weil er seine Flirt-Bekanntschaft daraufhin nötigte und in der Folge auf Lovoo beleidigte, fand er sich vor einiger Zeit auf der Anklagebank des Miesbacher Amtsgerichts wieder und wurde zu einem Freizeitarrest verurteilt. Den Behörden war der junge Mann schon zu diesem Zeitpunkt nicht unbekannt. Im Strafregister fanden sich auch Einträge wegen Körperverletzung, Drogen-Besitzes, Diebstahls, Beleidigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Er lernte die 23-Jährige auf einem Dating-Portal kennen

Jetzt – der Wiesseer ist mittlerweile 22 Jahre alt – musste sich der junge Mann erneut wegen eines ähnlichen Falls wie im November 2014 vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Viel scheint er nicht gelernt zu haben. Denn: Nur ein knappes halbes Jahr nach dem Vorfall auf dem Parkplatz ging er bei einer Tegernseerin noch ein Stück weiter. Die heute 23-Jährige lernte der Wiesseer ebenfalls auf einem Dating-Portal kennen. Anfangs verstanden sich die beiden gut, sandten sich gegenseitig gar freizügige Bilder zu. Klar war jedoch von Anfang an für beide: Sie suchen nur Spaß.

Freizügige Bilder waren kein Problem - für beide war klar: Sie suchen nur Spaß

Im April des vergangenen Jahres trafen sie sich dann in Bad Wiessee, wo sie sich auch körperlich näher kamen. Danach erklärte die 23-Jährige dem Beschuldigten allerdings via Internet, dass es für sie kein weiteres Treffen geben werde. Die Abfuhr ließ der junge Mann jedoch nicht einfach so auf sich sitzen. 

Doch der Wiesseer nutzte die Bilder als Druckmittel

Im Gegenteil: Er wurde immer aufdringlicher. Die von der Tegernseerin an ihn verschickten Bilder wollte er dazu nutzen, dem Freund der jungen Frau Bericht darüber zu erstatten, dass sie fremdgegangen sei. Mit der Drohung versuchte er zudem, sie zu einem Sex-Treffen zu überreden, ja fast zu zwingen.

Die Tegernseerin blieb standhaft, blockte die Erpressungsversuche erneut ab und musste dafür wüste Beleidigungen über sich ergehen lassen. Als es der jungen Frau dann zu bunt wurde, machte sie einen tapferen Schritt, den der Wiesseer so nicht erwartet hätte: Sie ging zur Polizei und erstattete Strafanzeige gegen den 22-Jährigen.

Angeklagter: "Dachte nicht, dass sie zur Polizei geht"

Der zeigte sich auch beim jetzigen Prozess völlig perplex. „Ich dachte nicht, dass ich sie so gekränkt habe, dass sie zur Polizei geht“, meinte der Wiesseer kleinlaut. Immerhin gab er bei der Verhandlung alles sofort zu und ersparte der Tegernseerin damit eine unangenehm lange Zeugen-Vernehmung. Letztendlich entschuldigte er sich für sein Verhalten. Zudem habe er sich in allen Chat-Portalen abgemeldet, wie er selbst sagte. Ein erster Schritt dahingehend, dass ihm ein solcher Fauxpas nicht noch ein drittes Mal passieren werde.

Richter: „Für Sie sind die Frauen scheinbar nur da, um sie zu benutzen.“

Was der Wiesseer allerdings für eine Lappalie hielt, ist im Strafgesetz ganz anders verankert: Der Strafrahmen für Nötigung in einem besonders schweren Fall liegt zwischen fünf Monaten und sechs Jahren Freiheitsentzug. Zehn Monate sollten es laut Staatsanwalt Strafner sein, ausgesetzt zur Bewährung. Zudem solle der Wiesseer eine Geldauflage in Höhe von 1500 Euro bezahlen.

Richter Walter Leitner sprach den siebenfach Vorbestraften dann wegen versuchter Nötigung mit Beleidigung in einem besonders schweren Fall schuldig und brummte ihm eine fünfmonatige Bewährungsstrafe auf. 1000 Euro Geldauflage zugunsten des Frauen- und Mädchen-Notrufs muss der Angeklagte zudem hinblättern. In Richtung des Wiesseers meinte Leitner abschließend noch: „Für Sie sind die Frauen scheinbar nur da, um sie zu benutzen.“  

hph

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