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Die Zeiselbach-Winterstube im Winter: Sie könnte das Ziel von Fackelwanderungen sein und zum Glühwein-Treff werden. Dazu müssten neue Vereinbarungen mit den Staatsforsten getroffen werden.

SPD Bad Wiessee fordert neue Verhandlungen 

Winterstube: Nichts wie raus aus dem Pachtvertrag

Bad Wiessee -  Wenn der  Schnee wieder kommt, könnte die Zeiselbach-Winterstube zum Ausflugsziel werden - sofern der Vertrag zwischen der Gemeinde und den Staatsforsten das zulässt. Die SPD fordert neue Verhandlungen. 

Wenn der  Schnee wieder kommt, könnte die Zeiselbach-Winterstube zum Ziel von Fackelwanderungen werden, mit Glühweintreff und Stubnmusi. Allerdings nur, wenn sich am Vertrag zwischen der Gemeinde Bad Wiessee und den Staatsforsten etwas ändert. Die SPD fordert neue Verhandlungen – und bei Bedarf eine schnelle Kündigung. 

Von Fackelwanderungen war schon die Rede, als Wiessees Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) im Herbst 2012 im Gemeinderat das Projekt Zeiselbach-Winterstube vorstellte. Da hatte er gerade einen Pachtvertrag geschlossen, der zehn Jahre lang gilt. Gefeiert wurde seither in der ehemaligen Waldarbeiterhütte nur einmal: Die Gemeindeverwaltung richtete dort zu Weihnachten ein Mitarbeiterfest aus. Mehr wäre auch nicht möglich gewesen, wie SPD-Gemeinderätin Klaudia Martini durchblicken lässt: Laut Vertrag dürfe nur die Gemeinde selbst in die Hütte einladen, nicht etwa ein Gastronom. Für die Gemeinde sei der Vertrag ungünstig, führt die Rechtsanwältin an: Die Gemeinde habe eine teure Unterhaltspflicht, könne mit der Hütte aber wenig anfangen. Darum hat die SPD-Fraktion einen Antrag an den Gemeinderat eingereicht: Der Vertrag mit den Staatsforsten solle neu verhandelt werden. 

Diskutiert wird der Vorstoß der Genossen frühestens bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 15. September. Wie berichtet, war die Winterstube im Gremium zuletzt öfter ein Thema. Dies vor allem wegen der schon stattgefundenen Sanierung. Die stand im Zeichen des Gedankens, in der 100 Jahre alten Hütte ein Holzfällermuseum einzurichten. Eine Idee, von der die Gemeinderäte bei der Lektüre unserer Zeitung erfuhren. Einen Beschluss dazu hatte das Gremium nie gefasst. Die CSU-Fraktion lehnte das Projekt empört ab und monierte vor allem auch den Etat von 56 445 Euro, den der Haushalt 2016 für die Winterstube vorsah. Daraufhin erklärte Höß, ein Holzfällermuseum sei überhaupt nie vorgesehen gewesen. Einmütig folgte der Gemeinderat dem CSU-Vorschlag, die Hütte gemeinsam zu besichtigen. Zudem erklärte Geschäftsleiter Michael Herrmann, die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) erarbeite bereits neue Pläne für die künftige Nutzung der Hütte. Anbieten würde sich etwa die Vermietung an Firmen, die ihren Mitarbeitern ein besonderes Miteinander anbieten wollen. 

Zum Beispiel einen Tag ohne Strom und Handyempfang. Das ist nach der bisherigen Vereinbarung wohl nicht realisierbar. Bürgermeister Höß hat auch Verständnis dafür, dass die Staatsforsten kein großes Remmidemmi im Wald wünschen. „Man braucht halt auch Ruhepausen für die Jagd.“ Um die Hütte trotzdem zumindest zeitweise als Veranstaltungsort anbieten zu können, habe er aber schon Gespräche mit den Vertretern der Bayerischen Staatsforsten geführt, berichtet Höß. Dies vor allem auch mit Blick auf die in Bad Wiessee geplanten neuen Hotels. Er erkenne auch eine Bereitschaft vonseiten der Staatsforsten, der Gemeinde entgegenzukommen, so Höß: „Ich sehe da eine gute Verhandlungsbasis.“ Die SPD könnte sich übrigens auch den Kauf der Winterstube vorstellen, wie sie im Antrag deutlich macht. Der Handel dürfte aber an der Haltung der Staatsforsten scheitern, wie Christoph Baudisch als Leiter des Forstbetriebs Schliersee deutlich macht. „Die Hütten stehen grundsätzlich nicht zum Verkauf.“ Über Inhalte des Pachtvertrags äußert sich Baudisch nicht. 

Aber er bestätigt die Aussage von Bürgermeister Höß, dass Verhandlungsbereitschaft hinsichtlich der Laufzeiten der Vereinbarung und des Umfangs der geforderten Sanierung bestehe. Die Gespräche befänden sich auf einem guten Weg. „Das Kosten-Nutzen-Verhältnis muss ins Gleichgewicht kommen“ erklärt Vize-Bürgermeister Robert Huber. Er selbst kennt den Bau nur zu gut. Auf Bitten von Höß hatte er sich zeitweise um die Sanierung der maroden Hütte gekümmert. Ebenso wie seine Frau Maria und deren Kollegin Petra Wagner, die dort Aufräumarbeiten übernommen hatten. Dass das Engagement insbesondere von CSU-Gemeinderätin Ingrid Versen sehr kritisch gesehen wurde, schmerzt Huber noch immer. Passiert ist in der lange vernachlässigten Hütte schon viel. Unter anderem wurden in der Stube der Boden ausgetauscht, ein historischer Ofen auf Vordermann gebracht. 

Die liebevoll ausgestatteten Räume haben Charme und lassen Geschichte lebendig werden. Aber es fehlt auch noch Grundlegendes: zum Beispiel Toiletten. Vor allem den Umfang der Renovierungsverpflichtung will die SPD neu geregelt wissen. Auch die Nutzungsmöglichkeiten der Gemeinde und die Laufzeit des Vertrags seien zu verhandeln. Sollten die Ergebnisse nicht den Vorstellungen des Gemeinderates entsprechen, fordern die Genossen, unverzüglich die Reißleine zu ziehen. So heißt es in dem Antrag, in diesem Fall sei „der bestehende Pachtvertrag mit sofortiger Wirkung zu kündigen“.

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