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Ein buntes Meer Industriegeschichte: Auf dem Gmunder Volksfestplatz fand am Sonntag das Oldtimertreffen statt. Am Samstag waren dort Youngtimer zu bestaunen.

Auf dem Gmunder Volksfestplatz 

Blitzende Oldies begeistern die Fans

Gmund - Das 16. Oldtimertreffen mit 450 Fahrzeugen und rund 3000 Schaulustigen kam am Sonntag wie ein riesiges Familientreffen daher. Auch das Youngtimertreffen am Samstag war ein Erfolg. 

Das 16. Oldtimertreffen mit 450 Fahrzeugen und rund 3000 Schaulustigen kam am Sonntag wie ein riesiges Familientreffen daher. Die Fans historischer Automobile waren mit Kind und Kegel gekommen und bestaunten die bereiften, auf Hochglanz gebrachten Prachtstücke der anderen. 

Die Fan-Liga der amerikanischen Autos und Motorräder tauschte sich aus mit den Liebhabern deutscher, italienischer, englischer Fahrzeuge – alles in dem Wissen, hier unter Freunden zu sein, die die eigene Liebe zu einem Fahrzeug teilen. Zu einem toten Gebrauchsgegenstand? Weit gefehlt. Ford, Buik, Dodge, Chevrolet, Mercedes, Porsche, Horch, Volkswagen, Opel, BMW, DKW, Riley, Alfa Romeo, Jaguar … Was sich da auf dem Gmunder Volksfestplatz aufreihte, war ein bunt glitzerndes Meer an lebendiger Industriegeschichte und persönlichen Familiengeschichten. Denn eines wurde klar, wenn man über den Platz flanierte: Die Autos und Motorräder, die hier stehen, genießen den Status von Familienmitgliedern. 

Bei strahlendem Sonnenschein: Oldtimertreff in Gmund

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Jeder Besitzer konnte Geschichten erzählen: die des Fahrzeugs selbst – und wie es das eigene Leben beeinflusste. Die 100-jährige „Tin Lizzy“, Ford Model T, von Werner Mayer aus Weyarn etwa, die zu den ersten Fließbandautos überhaupt zählt, gehörte einst einem schwedischen Landarzt. Irgendwann kam sie über einen professionellen Oldtimer-Händler nach Deutschland, wechselte häufig die Besitzer, weil sie keiner zum Fahren brachte. Bis sie vor 22 Jahren zu Werner Mayer kam. Der nahm sich ihrer liebe- und verständnisvoll an und brachte sie schließlich wieder in Gang. 

Jüngst hat Mayer sie zusammen mit seinem Enkel überholt, sodass die alte Lady erneut durch den TÜV kam. „Jetzt fährt sie mindestens noch mal 22 Jahre einwandfrei und zuverlässig“, sagt der stolze Besitzer. Irgendwann soll sie dann dem Enkel gehören. Es sind Liebhaber, die auf dem mit 450 Fahrzeugen voll besetzten Volksfestplatz das Gespräch suchen, neugierig und fachkundig den Kopf in die offen stehenden Kühlerhauben stecken und fachsimpeln. Über die Technik, die in den Modellen steckte, deren Vorzüge und Tücken, und übers Design. „Wir werden immer bekannter“, freut sich Markus Schlosser, Vorsitzender des Oldtimerclubs Tegernseer Tal, der die Veranstaltung ausrichtet. 

Dazu gehört auch das Youngtimertreffen, das am Samstag stattgefunden hat. Es war ebenfalls gut besucht: Insgesamt 220 Autos und Motorräder kamen. „Wenn wir auf anderen Treffen unsere Flyer verteilen, heißt es immer häufiger: Kennen wir. Waren wir schon und kommen sicher auch wieder.“ Bundesweit und sogar über die Landesgrenzen hinaus hat sich das Gmunder Oldtimertreffen einen Namen gemacht. „Das Treffen hat einen Werbefaktor für Gmund“, weiß auch Bürgermeister Georg von Preysing, der jedes Jahr vorbeischaut. Das Treffen gewinnt auch von Mal zu Mal an Eventcharakter: Musik, ein Eisstand, ein großes Brotzeitzelt und ein Biergarten mit blau-weißen Rauten-Tischdecken vermitteln bayerische Lebensart und laden zum Verweilen ein. 

Auch die Teilnehmer kamen nach der aussichtsreichen Ausfahrt über Louisenthal, Wall, Warngau, Piesenkam, Schaftlach, Hauserdörfl, Finsterwald gern wieder zurück nach Gmund, um gemeinsam zu feiern und das Treffen ausklingen zu lassen. „Dieses Jahr hatten wir den wahnsinnigen Vorteil, dass bisher nicht viele Oldtimer-Veranstaltungen bei schönem Wetter stattgefunden haben. Die Leute aber wollen mit ihren Fahrzeugen fahren“, erklärt Schlosser den diesjährigen Ansturm. „Es war schon auch das Wetter, dass uns so viele Teilnehmer und eine derart Riesenstimmung beschert hat."

Von Alexandra Korimorth

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