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Wie viel soll die Gemeinde in den Wintersport investieren?

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Von: Gerti Reichl

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Der Skicross-Weltcup am Oedberg hat viel Aufsehen verursacht – aber auch Kosten. Die Bilanz wird den Bürgermeistern jetzt erst vorgelegt. © al/Archiv

Gmund - Die Oedberglift-Betreiber wollen einen Pistenbully anschaffen. Die Bitte um Zuschuss warf im Gemeinderat die Frage auf: Wie viel Geld soll die Gemeinde noch in den Wintersport stecken?

Die Oedberg-Runde gehört zum Loipen-Angebot im Tegernseer Tal und bietet auf 2,8 Kilometern Langlauf-Vergnügen. Eine 9,4 Kilometer lange Runde zwischen Ostin und Oberbuchberg, die Gasslerrunde, schließt sich an. Seit vielen Jahren übernimmt die Oedberglift GdbR die Präparierung der Loipen im Auftrag der Gemeinde. Dies geschieht mit einem Pistenbully, der mit Aluketten ausgestattet ist. „Die Metallketten sehen die Landwirte allerdings kritisch, weil sie bei geringer Schneehöhe Flurschäden verursachen können, die oft monatelang zu sehen sind“, sagte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU), als jetzt im Gemeinderat über einen Zuschussantrag der Liftbetreiber diskutiert wurde.

Geplant ist der Kauf eines zweiten, gebrauchten Pistenbullys, der mit Gummiketten ausgestattet ist und dann ausschließlich die Parkplätze rund um den Skilift und die Loipen spuren soll. Der bisherige Pistenbully soll dann ausschließlich mit Aluketten fahren und nur die Pisten am Oedberg präparieren. „Gummiketten machen schon Sinn“, sagte Preysing. Er rechnete aber vor, dass die Gemeinde schon viel Geld bezahlt habe – für einen Anbau am Pistenbully zum Spuren der Loipen sowie jährlich 1000 Euro für die Präparation. In Summe seien dies rund 33.000 Euro, so der Bürgermeister. Zudem zahle man an die Landwirte, durch deren Grundstücke die Loipen führen, Entschädigungen. Er sei eigentlich nicht bereit, weiter Geld auszugeben, „noch dazu, wo wir bis heute noch keine Abrechnung vom Skicross-Weltcup gesehen haben, den wir ja finanziell unterstützt haben.“

Die Liftbetreiber hatten ihrem Antrag weitere Zahlen beigefügt. Demnach würde ein gebrauchter Pistenbully rund 100.000 Euro kosten, für die Gummiketten müssten rund 20.000 Euro aufgebracht werden. Preysings Vorschlag, lediglich die Gummiketten zu bezuschussen, fand am Ratstisch die meisten Unterstützer. Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) war dafür, sich höchstens mit 10.000 Euro daran zu beteiligen. „Falls die Liftbetreiber sich nicht für den Kauf eines Pistenbullys entscheiden, dann sollten wir nur noch spuren, wenn ausreichend Schnee liegt“, argumentierte Rabl. Preysing gab ihm Recht: „Irgendwo muss Schluss sein, sonst müssen wir eine Loipengebühr einführen.“ Dritter Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) wies darauf hin, dass die Loipe von Finsterwald nach Bad Wiessee, an der Gmund ebenfalls beteiligt sei, auch nur mit normalen Ketten gespurt werde. Mit einer Gegenstimme entschied der Gemeinderat schließlich, es bei einem Zuschuss von maximal 10.000 Euro zu belassen. Falls sich die Oedberglift GdbR nicht zur Anschaffung des Pistenbullys entschließen sollte, soll mit Landwirten vereinbart werden, ab welcher Schneehöhe die Loipen künftig gespurt werden, damit keine Flurschäden entstehen. Tatsächlich ist bei der Oedberglift GdbR noch alles offen: „Auf Dauer brauchen wir einen zweiten Pistenbully“, sagt Georg Reisberger auf Nachfrage, „aber mit diesem Zuschuss wird’s eher nichts.“

Was den Vorwurf Preysings zu den noch ausstehenden Zahlen in Sachen Skicross-Weltcup betrifft, so hätten diese laut Reisberger zum Zeitpunkt der Gemeinderatssitzung tatsächlich noch nicht vorgelegen. „Es mussten noch verschiedene Versicherungsfragen geklärt werden“, so der Organisator. In den nächsten Tage werde er allen Tal-Bürgermeistern eine Bilanz vorgelegen. Dem Bericht wollte Reisberger nicht vorgreifen. Nur so viel: „Falls wir die Veranstaltung tatsächlich erneut durchführen, müsste sie von der ganzen Region getragen werden.“ Ein Sponsoring nur aus dem Tegernseer Tal, so Reisberger, sei nicht mehr ausreichend.

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