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Sieht aus wie ein stehengelassener Kochtopf - erfüllt aber einen wichtigen Zweck: neuer Brunnen zwischen Ostin und Hausham.

Seltsames Gebilde zwischen Gmund und Hausham

Was es mit diesem Topf mitten auf der Wiese auf sich hat

Gmund – Ein neuer Kiesweg verschwindet Höhe Ostin im Wald. An seinem Ende: Ein Topf auf einem künstlichen Berg. Was komisch anmutet, sichert den Gmundern ihren wichtigsten Rohstoff.

Wer von Gmund Richtung Hausham unterwegs ist, dem ist er sicherlich aufgefallen: ein scheinbar neuer Kiesweg, der von der Schlierseer Straße Richtung Oedberg abzweigt. Er führt nicht etwa zu einer neu geplanten Freizeiteinrichtung am Skilift, sondern schnurstracks auf einen neuen Brunnen zu. In einem kleinen Waldstück, dort, wo sich der Schußbach über die Wiesn schlängelt, hat der Wasserversorgungsverein Gmund einen neuen Brunnen gebaut. Ein künstlicher Berg wurde aufgeschüttet, aus dem Boden ragt ein Rohr, das aussieht wie ein Topf mit Deckel. 

Wenn alles fertig ist, kommt der Berg wieder weg

„Wenn alles fertig ist, wird das Rohr gekürzt, der Berg wieder abgetragen und ein kleines Häuschen über den Brunnen gebaut“, erklärt Thomas Kniegl. Der 53-Jährige ist seit 2004 Vorsitzender des Wasserversorgungsvereins Gmund, einem Verein mit 100-jähriger Geschichte. Der Vorstand sagt, wo es langgeht, 50 Mitglieder gibt es aktuell. Der Verein versorgt den Ortskern von Gmund bis hinauf zur Realschule, hat seine Leitungen bis St. Quirin und Ostin gelegt. Der Ortsteil Gasse wird von einem eigenen Verein versorgt, ebenso die Eck sowie Dürnbach und Festenbach. Die Gemeinde Gmund selbst ist der Versorger für Finsterwald, Steinberg und Moosrain.

„Wir fördern täglich 600 000 Liter Wasser“

erklärt Kniegl. „Das ist schon eine enorme Menge, die etwa in 20 riesige Tanklaster passt.“ Das Wasser kommt aus zwei bestehenden Brunnen neben dem neuen. Eine der beiden Pumpen zeige Ermüdungserscheinungen, so Kniegl, „daher haben wir einen dritten Brunnen gebaut, um die Förderlast zu verteilen.“ 300 000 Euro hat der Verein zu stemmen. „Wir bilden ständig Rücklagen“, sagt Kniegl, vebunden mit der guten Nachricht, dass der Wasserpreis wegen der Investition nicht steigen wird. Er liegt aktuell bei 85 Cent pro Kubikmeter, zuzüglich Mehrwertsteuer von sieben Prozent. Zum Vergleich: das Wasser der Gemeinde ist mit 1,35 Euro plus Mehrwertsteuer deutlich teurer. „Die Gemeinde muss ihre Mitarbeiter bezahlen, wir arbeiten als Verein ehrenamtlich“, sagt Kniegl.

Wasserversorgungsverein tagt am Mittwoch

Wenn sich der Verein am Mittwoch, 14. September, um 19.30 Uhr im Gasthof Am Gasteig zur Versammlung trifft, dann muss über eine weitere Investitionen abgestimmt werden: die Kreditaufnahme für den Wasserleitungsbau am Tölzer Berg. Dort wird derzeit die Straße saniert und ausgebaut. In diesem Zug werden alle Versorgungsleitungen neu verlegt. „Es gab dort bisher keine Wasserleitung“, erklärt Kniegl. „Die Leitungen wurden früher, als es die dichte Bebauung wie jetzt noch nicht gab, im Zickzack-Kurs zu den Häusern gelegt. Bei einem Rohrbruch ist die Reparatur oft schwierig.“ 

Jetzt bekommt der Tölzer Berg erstmals eine neue Leitung. Der erste Abschnitt bis zur Müllerstraße wird 300 000 Euro schlucken, „für den Rest ist ein neuer Kredit nötig.“ Vom neuen Brunnen profitiert auch der Skiclub Ostin. Seit zehn Jahren liefert ihm der Verein Wasser für die Beschneiungsanlage. Nun könne noch mehr Wasser geliefert werden, erklärt Kniegl. „Weil dieses Wasser wieder versickert, ist die Versorgung wie ein Kreislauf.“

Von dem Kiesweg zum neuen Brunnen werden Passanten bald nichts mehr merken: „Er diente nur zur Bauabwicklung“, sagt Kniegl, „und wird wieder zurückgebaut.“

gr

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