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Warum diese Beschwerden? "Wir sind genau für das da!"

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Von: Veronika Mahnkopf

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"Wir sind genau für das da!" Feuerwehrler beim Großbrand eines Bauernhofs Ende 2014 in Kreuth. © tp/Archiv

Kreuth - Helfer suchen einen Mann - und Anwohner beschweren sich darüber. Das hat viele entsetzt. Jetzt meldet sich ein Kreuther Feuerwehrler zu Wort - mit einem flammenden Appell.

Die Lage war dramatisch: Angehörige hatten den 22-jährigen Kreuther am Sonntagabend als vermisst gemeldet. Jetzt musste es schnell gehen. Der junge Mann leidet an Diabetes und brauchte dringend ärztliche Hilfe. Die Polizei organisierte eine großangelegte Suchaktion, das Polizeiboot rückte aus, Feuerwehren, DLRG, Wasserwacht und eine Rettungshundestaffel machten sich auf die Suche nach dem Vermissten. Auch ein Hubschrauber kreiste über dem Tal - und sorgte schließlich für Ärger.

Einige Anwohner konnten den durch die Suchaktion entstandenen Geräuschpegel nicht verstehen und beschwerten sich telefonisch bei der Polizei. Dem einen war der Hubschrauber zu laut, der andere fragte, ob denn die Rettungskräfte so schnell durch den Ort fahren müssen.

Auch wenn der Großteil der Anwohner laut Polizei verständnisvoll reagierte - das Entsetzen über die wenigen, die sich beschwert haben, war groß. Und zwar, wie sich jetzt herausstellt, nicht nur bei unseren Lesern.

In einem emotionalen Leserbrief hat sich Peter Stiepan, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Kreuth, an uns gewandt. Er macht klar: "Jeden Tag kann es sein, dass man selber Hilfe braucht." Und: Die Feuerwehr wird auch weiterhin helfen - weil es ihr Job ist.

Hier lesen Sie Peter Siepans Brief im Original:

Soso, da können also einige Einwohner nicht schlafen, weil ca. 80 Einsatzkräfte verschiedenster Organisationen plus Familienangehörige und Freunde einen jungen Mann suchen, der dringend ( UNVERSCHULDET!) Hilfe braucht und irgendwo hilflos umherirrt. Versteh' ich. Ich find's auch eine ausgemachte Frechheit der Polizei, einen extra für solche Einsätze konzipierten Hubschrauber einzusetzen. Und dann sucht auch noch die Feuerwehr die Straßen und Vorgärten mit Strahlern und Lampen ab - mit Fahrzeugen, die dann auch noch fahren! Man stelle sich diese Dreistigkeit vor! Da red' ich noch nicht von der Wasserrettung, die schon auf dem See unterwegs war, oder die Rettungshundeführer mit ihren top ausgebildeten Hunden. Ja haben die nix besseres zu tun um diese Zeit?

Nein! Weil wir genau für das da sind. Das ganze Jahr, für jeden, der unsere Hilfe braucht. Und jeden Tag kann es sein, dass man selber Hilfe braucht. Danke an alle die ausgerückt sind und es auch zukünftig tun!

Peter Stiepan, Stellv. Kommandant FF Kreuth

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