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Will wieder Bürgermeister in Kreuth werden: Josef Bierschneider (CSU).

Einziger Kandidat Kreuther Bürgermeisterwahl ist "für mich Vertrauensbeweis"

Vor der Wahl: Josef Bierschneider im Interview

Kreuth – Warum Josef Bierschneider (CSU) - seit 18 Jahren Bürgermeister in Kreuth - gerne der einzige Kandidat am 25. September ist - und was er von Ambitionen auf den Landratsposten hält.

1998 wurde der Jurist Josef Bierschneider (CSU) mit 26 Jahren der jüngste Bürgermeister Bayerns. Die Chancen stehen gut, dass er einmal der dienstälteste sein wird. Seine Freude am Amt ist jedenfalls ungebrochen. Am Sonntag, 25. September, tritt der 44-Jährige, inzwischen verheiratet und Vater einer Tochter, erneut zur Bürgermeisterwahl an. Wieder als einziger Kandidat.

Herr Bierschneider, freuen Sie sich, wieder einziger Kandidat zu sein – oder würden Sie sich einen Herausforderer wünschen?

Bierschneider: Es ist ein Stück Vertrauensbeweis, vor allem der anderen Fraktionen, die jetzt keinen eigenen Kandidaten aufbieten. Das freut mich. Auf der anderen Seite hört man von den Leuten schon, dass sie ja eigentlich gar nicht zur Wahl gehen müssen, wenn es nur einen Kandidaten gibt. Ich hoffe, dass die Beteiligung trotzdem gut wird. Mir wäre das schon wichtig. Langweilig ist mir mein Beruf auch nach 18 Jahren noch nie geworden. Es ist spannend, Bürgermeister zu sein, und man kann auf Gemeindeebene auch viel gestalten. Das ist jeden Tag eine Herausforderung.

Sie wollen die alte May-Klinik kaufen, auf dem Gelände eine Gewerbegebiet schaffen und günstige Mietwohnungen bauen. Aber bis jetzt hat der Eigentümer Benedict Mathews Sie ziemlich auflaufen lassen.

Bierschneider: Leider hat er auf unser Angebot immer noch nicht reagiert. Ich habe sein Büro erst vor Kurzem wieder angeschrieben und um eine klare Aussage zu unserem – noch verbesserten – Angebot gebeten. Aber das Ziel ist uns so wichtig, dass wir jetzt auch mit den Besitzern anderer Grundstücke reden. Wir müssen Wohnungen schaffen, die sich ein normal Sterblicher schaffen kann, und wir brauchen neue Flächen für unsere Betriebe.

Und es gibt auch andere Grundstücke, die passen würden?

Bierschneider: Durchaus. Wir verhandeln schon mit den Eigentümern. Der Preis muss halt stimmen. Wenn wir teuer einkaufen müssen, können wir die Flächen nicht so günstig weitergeben, wie es unser Konzept erfordert. Aber ich denke, wir kommen zu einer Lösung.

Es gibt noch eine zweite Groß-Immobilie, deren Zukunft aktuell offen ist: Wildbad Kreuth. Wie wichtig, ist es für die Gemeinde, dass dort wieder etwas mit Strahlkraft entsteht?

Bierschneider: Sehr wichtig. Bisheriger Stand ist, dass die Herzogin in Verhandlungen mit Investoren steht. So lange die Hanns-Seidel-Stiftung Pächterin war, hat uns Wildbad Kreuth mit den CSU-Klausuren zu viel kostenloser Werbung verholfen. Das hat uns auch viele Übernachtungen gebracht. Es ist enorm wichtig, dass dort wieder Leben einzieht. Und man weiß ja auch, wie schnell Gebäude leiden, wenn sie keiner bewohnt.

Apropos Tourismus im Tal: Da ist ja noch der Chefposten neu zu besetzen.

Bierschneider: Im Moment sind wir Bürgermeister und der Beirat in guten Gesprächen, zunächst die Struktur und Ausrichtung der Tegernseer Tal Tourismus GmbH und darin inbegriffen auch ein Anforderungsprofil für die Ausschreibung des Geschäftsführer-Postens zu erstellen. Wir wollen noch im Herbst zu einer abschließenden Vereinbarung kommen.

Die Gmund vielleicht gar nicht braucht.

Bierschneider: Gmund ist zwar das kleinste Glied in unserer Tourismusgemeinschaft. Aber ich denke, dass vor allem die Vermieter den Wert der TTT schon erkennen. Mit Gut Kaltenbrunn und künftig dem Maximilian gibt es im Übrigen dort auch große touristische Betriebe und damit eine gute Chance, von der TTT zu profitieren. Es wäre aus meiner Sicht ein Fehler, wenn sich Gmund anders orientieren würde.

Wie sieht es denn mit Ihren persönlichen Ambitionen für die Zukunft aus? Sie werden ja schon lange als CSU-Landratskandidat gehandelt. Wäre das was?

Bierschneider: Dazu möchte ich mich aktuell überhaupt nicht äußern. Es sind noch vier Jahre bis zur Kommunalwahl. Zur rechten Zeit werden wir innerhalb der CSU überlegen, wer antritt. Bis dahin ist alles Spekulation. Und daran beteilige ich mich nicht.

Vor der Wahl

lädt Josef Bierschneider zu einem Info-Abend ein. Am Montag, 19. September, ab 20 Uhr will er im Hotel Zur Post mit den Bürgern ins Gespräch kommen.

jm

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