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Uralte Balken werden zu den Wänden des neuen Gasthauses. Josef Bogner junior, gelernter Zimmerer, wird hier Wirt sein. Und er ist jeden Tag auf der Baustelle.

Eröffnung zu Weihnachten

Wie der alte Voitlhof zum neuen Zotzn wird

Rottach-Egern - Der alte Voitlhof, der zum neuen Zotzn wird, ist von Tirol nach Rottach-Egern umgezogen. Ein Prachtstück, wie jetzt schon sichtbar wird.

Josef Bogner (32) bekommt viel Besuch auf der Baustelle. Ein uralter Tiroler Hof, der zum neuen Gasthaus Zotzn wird, das erregt Aufmerksamkeit. Um Weihnachten herum können die ersten Gäste hier schmausen. Im Voitlhof zum Zotzn, der das Herzstück eines stimmigen Komplexes bildet.

Die ältestesten Balken stammen aus dem Jahr 1532. Josef Bogner junior, Gastwirt und gelernter Zimmerer, hat jeden einzelnen gewaschen, nummeriert und sortiert. Gemeinsam mit seinem Onkel Herbert, für den das Berufsalltag war. Jahrzehntelang hat Herbert Bogner alte Hofstätten für das Museum Kramsach rekonstruiert. Er war es auch, der die Verwandtschaft in Rottach-Egern auf diesen herrlichen Hof in Brixlegg aufmerksam gemacht hatte. Das schwer sanierungsbedürftige Anwesen sollte weg, Platz machen für das neue Haus einer jungen Familie. Die Bogners verliebten sich sofort. Und entwarfen ein Konzept, das sie gemeinsam mit der Gemeinde Rottach-Egern realisieren. 

Das gesamte Ensemble um das Kutschenmuseum und die Gsotthaber Stubn mit Vereinsräumen und Minigolfplatz wird neu gestaltet. Vieles ist schon geschafft: Im bäuerlichen Museum hat das Café Gäuwagerl eröffnet, das die Familie Bogner von der Gemeinde gepachtet hat. Von der früheren Gemeinde-Gaststätte Gsotthaber Stubn blieben nur Fragmente stehen. Hier erhebt sich nun der Rohbau für den künftigen Gasthof der Bogners. Unten neue Ziegelmauern und alte Balken, oben die uralte Fassade des Voitlhofs aus Tirol. 

Das Bognersche Familienprojekt bedeutet auch einen Generationswechsel. Josef Bogner senior, Wirt des jetzigen Zotzn, macht das bisherige Gasthaus wieder zum Wohnhaus. Der Betrieb zieht mitsamt dem Mobiliar in den neuen Zotzn im Voitlhof um. Führen wird ihn Josef Bogner junior, mit Unterstützung der Familie. 60 Plätze bieten die historischen Stuben im Voitlhof, 20 mehr als der Zotzn. Und alles entspricht den neuesten Vorschriften – anders als im bisherigen kleinen Haus. 

Im Neubau entsteht noch eine Backstube fürs Café Gäuwagerl, der Hutmacher Wiesner bezieht das Obergeschoss. Um Weihnachten herum will Bogner junior den neuen Zotzn eröffnen. Um das zu schaffen, schuftet er selbst jeden Tag auf der Baustelle. „Anders ginge das gar nicht“, meint er. Für ihn ist es eine Herzenssache. „Ein Neubau hätte sicher nur die Hälfte gekostet“, weiß Bogner. Aber der hätte nicht diese Seele, diese Ausstrahlung. 

Unter einem der Balken hat Bogner eine bayerische Münze gefunden, geprägt im Jahr 1807. „Da hat Tirol gerade zu Bayern gehört“, sagt er. Mancher aus Brixlegg ist schon nach Rottach-Egern gekommen, um den alten Hof neu entstehen zu sehen. Mit gemischten Gefühlen. „Die Leute dort haben ja etwas Schönes verloren“, ist Bogner klar. Doch inzwischen spüre er viel Wohlwollen. 

Dass der alte Hof nun für alle zugänglich werde, komme gut an. Zur Einweihung des Wirtshauses haben sich viele der Tiroler schon angesagt. Und nicht nur sie. Wer im neuen Voitlhof-Zotzn noch einen Tisch für eine Weihnachtsfeier buchen will, ist schon spät dran. Es gibt kaum noch Termine, berichtet Bogner: „Es sind halt alle neugierig.“ Auch jetzt schon. Immer wieder schlüpfen Spaziergänger und Cafébesucher durch den Bauzaun, um einen Blick ins Innere des Anwesens zu erhaschen. Vereinsräume fertiggestellt Während im historischen Voitlhof noch mächtig gewerkelt wird, hat die Gemeinde die Arbeiten am Tennisheim und am Schützenstüberl vergangene Woche abschlossen. Die Räume gehörten wie der Schießstand schon früher zur Gsotthaber Stuben, wurden aber saniert und mit kleinen Küchen versehen. 278 000 Euro hat die Gemeinde in den Ausbau gesteckt. „Das ist weniger als erwartet, wir hatten 320 000 Euro eingeplant“, berichtet Bürgermeister Christian Köck. Die Tennisspieler haben auch Duschen, neue Toiletten und Umkleiden bekommen. 

Der Tennisbereich dient im Winter als Langlauf-Stützpunkt, betrieben von Sport Schlichtner. Neues tut sich auch im Keller: Hier richtet die Naturkäserei Reiferäume für den alten Bergkäse ein. Damit alles passt, peppt der gemeindliche Bauhof auch noch den Minigolfplatz auf. „Das machen wir selbst, darum kostet es nicht viel“, berichtet Köck. Noch etwas warten muss der Spielplatz. Dort hat die Gemeinde wegen der Bauarbeiten Spielgeräte abbauen lassen. „Im nächsten Frühjahr richten wir den Spielplatz neu her“, verspricht Köck. Schließlich soll das ganze Ensemble ein Familienzentrum und Besuchermagnet werden. Von dem, was bisher entstanden ist und noch entsteht, ist Köck begeistert: „Eine wirkliche Bereicherung für den Ort.“

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