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Als die Turnhalle in Tegernsee noch mit Asylbewerbern belegt war, kam es im April zu einer Schlägerei.

Bei Massenschlägerei in der Tegernseer Turnhalle

Verurteilt: Asylbewerber (22) verletzte Mitbewohner mit Besenstiel 

Tegernsee - Mitten im Getümmel griff der Iraner (22) nach dem Besenstiel und schlug einen Pakistaner krankenhausreif. Nun versuchte das Amtsgericht Miesbach Licht ins Dunkel zu bringen.

Holzstöcke, Teile des Bettgestells, die Sprossen einer Leiter. Bei einer Massenschlägerei unter Asylbewerbern in der Tegernseer Turnhalle dienten nicht nur die Hände als Waffen.  „Die haben mit allem geschlagen, was sie in die Finger bekamen“, sagte bei einer Verhandlung vor dem Miesbacher Amtsgericht ein Sicherheitsdienst-Mitarbeiter. „Das war einfach nur ein großer Haufen.“ Und mitten drin: Ein Iraner (22), der einem Pakistaner einen Besenstiel über den Kopf zog. 

Der Pakistaner (29) blutete und verlor sogar das Bewusstsein. Die Diagnose im Krankenhaus Agatharied lautete Schädelhirntrauma und eine Platzwunde. Der Pakistaner wurde genäht. „Mit einem Besenstiel auf den Kopf schlagen ist grundsätzlich eine gefährliche Sache.“ Richter Walter Leitner verurteilte deshalb den Iraner zu einer Geldstrafe.

Tee zur Versöhnung - 1500 Euro zur Strafe

Der Asylbewerber legte im Gerichtssaal ein umfangreiches Geständnis ab. „Das ehrt ihn“, sagte der Richter. „Bei der Beweislage wäre es sonst schwierig geworden.“ Auslöser der Schlägerei war Alkoholkonsum auf allen Seiten gewesen. Der Pakistaner, ebenfalls auf der Anklagebank, bestätigte das. Bei der Untersuchung im Krankenhaus Agatharied kam bei ihm eine Promillewert von 1,99 heraus. Die Verhandlung ergab aber, dass er nicht zugeschlagen hatte, wie der Iraner das zunächst bei der Polizei angegeben hatte. Deshalb wurde der 29-jährige Pakistaner freigesprochen.

Auf die Frage des Richters, wo er den Besenstiel herhatte, sagte der Iraner in seiner Muttersprache: „Der Stock lag einfach vor meinen Füßen.“ Warum genau er zugeschlagen hatte, konnte der 22-Jährige nicht sagen. „Angestaute Aggressionen“, vermutete Leitner. Hinzu kam der Alkohol.

Der Iraner, der wie der Pakistaner zur Zeit in der Traglufthalle in Holzkirchen lebt, wurde zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt. Sein Geständnis sprach für ihn und auch, dass er sich bereits vor der Verhandlung mit seinem Kontrahenten versöhnt hatte. „Wir haben zusammen Tee getrunken“, sagte er. Die Reise im Landkreis ist für den Iraner aber sowieso zu Ende. In Österreich hatte er bereits Asyl beantragt und wird nun dorthin abgeschoben. 

nip

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