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Christoph "Mai Liabba" von Preysing in seinem Element. Rechts ist er in einem seiner Barkostüme auf der Wiesn 2015 zu sehen.

Preysing im Interview: "Letztes Jahr schon zweimal genäht worden"

Tegernseer Fischer betreibt die irrste Bar auf der Wiesn

Tegernsee/München – Er ist der Promi-Fischer vom Tegernsee und inzwischen auch der verrückteste Wiesn-Barchef: Christoph von Preysing über seine Mai Liabba Bar am Oktoberfest.

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr betreibt der Tegernseer Fischer Preysing (33) am Oktoberfest von 17. September bis 3. Oktober, zum zweiten Mal die Außenbar an Kufflers Weinzelt. Sein Lieblingsspruch ist zugleich Motto und Name der Bar: „Mai Liabba“. Wir haben den Fischer vom Tegernsee zu seiner neuen Rolle befragt.

Vom Fischer zum Barbetreiber. Wie, Herr Preysing, sind Sie denn zu dieser Rolle gekommen?

Preysing: Für die Wiesn 2015 musste die Außenbar am Weinzelt neu besetzt werden. Sebastian Kuffler, der Sohn des Weinzelt-Wirts Stephan Kuffler, ist ein Freund von mir. Und so wurde ich ausgewählt.

Sie haben mit ihrem Stil bei der Premiere dann vollends überzeugt.

Preysing: Ja, so war’s. Die Bar gab’s vorher schon, aber in etwas harmloserer Form. Wir machen jetzt halt eine riesige Show daraus.

Also das volle Programm mit Riesen-Flaschen und Badewannen voller Schampus?

Preysing: Na klar, aber ich verrate natürlich noch nichts. Wir haben uns viele neue Animationen einfallen lassen, das wollen die Leute. Das wird eine riesige Gaudi. Schließlich haben wir nicht nur Gäste an der Bar, sondern Hunderte von Schaulustigen, die von außen zuschauen. Die Regeln vom KVR (Kreisverwaltungsreferat, Anm.d.Red.) sind allerdings sehr streng, und daran muss man sich halten.

Die Deko und Eure Kleidung, wer hat sich das denn einfallen lassen?

Preysing: Wir haben uns alle zusammengesetzt und wollten die schönsten Westen und die schönsten Dirndl haben. Alexandra Keil junior von Trachten Greif in Rottach-Egern hat sich das einfallen lassen. Die Kleidung ist sehr hochwertig, und wir haben schon viel Lob dafür bekommen.

Wie viele seid Ihr im Team? Seid Ihr alle vom Tegernsee?

Preysing: Heuer sind wir zu sechst: Fünf Leute an der Bar und ein Träger. Der muss ständig Gläser und Eis herschaffen und abräumen. Wir sind vier Männer und zwei Mädels: Timmi Eberhard, Tobi Mair, Anne-Kathrin Wetz, Christina Eisel und Markus Maier aus München – und ich.

Was ist während der Wiesn mit der Fischerei?

Preysing: Ich nehme Urlaub dafür. Das ist mein einziger Urlaub, und nach den zwei Wochen muss ich mich noch eine Woche erholen von dem ganzen Chaos. In der Fischerei sind meine Kollegen Simpert Ernst und Thomas Bayer weiter im Einsatz.

Klingt echt anstrengend.

Preysing: Ist es auch. Die Bar öffnet unter der Woche um 10 Uhr, am Wochenende um 11 Uhr. Ab 9 Uhr sind wir da. Wir arbeiten in Schichten. Geöffnet ist bis 0.30 Uhr. Dann ist wirklich Schluss. Ab 0.15 Uhr gibt’s kein Getränk mehr, egal mit wie viel Geld da einer wedelt. Man muss sich schon sehr viel gefallen lassen, vor allem von den Besoffenen. Ich bin letztes Jahr zweimal genäht worden an den Armen. Die Bar ist ein echter Brennpunkt, weil alle vorbeikommen, wenn die anderen Zelte schon zu haben. Aber fast alle von uns waren 2015 schon dabei, haben Erfahrung und gehen nicht mehr ganz so blauäugig ran. Wir arbeiten echt hart, auch wenn viele meinen, wir feiern da nur.

Die Frage erübrigt sich natürlich, ob sich der Aufwand lohnt.

Preysing: (Lacht) Mir geht’s primär nicht ums Geld, sondern ums Marketing. Wir wollen noch bekannter werden mit unserer Marke. Fischerei Tegernsee steht überall drauf. Und mit dem Barbetrieb können wir uns eine noch größere Markenpräsenz verschaffen. Wir haben vier Boxen. Gut 50 Sitzplätze – wenn die Leute mal sitzen – und hinter der Bar..., das kann man nicht sagen, wie viele Leute da hinein passen, da gibt’s kein Halten mehr.

Nach der Wiesn ist vor der Wiesn. Ist das eine längerfristige Geschichte?

Preysing: Jedes Jahr wird neu verhandelt. 2015 haben wir uns gut präsentiert, weil wir Sachen gezeigt haben, die noch keiner sonst gemacht hat. Allerdings ist das noch lange kein Dauerauftrag.

Habt Ihr in irgendeiner Form heuer Sicherheitsbedenken?

Preysing: Nicht schlimmer wie im vergangenen Jahr. Da wird man in Tegernsee eher vom Auto überfahren, als dass auf der Wiesn was passiert. Es wird ja auch ein Riesenaufwand in Sachen Sicherheit betrieben. Zusätzlich haben wir eine eigene Security, die für mehr Sicherheit für unsere Gäste und für Ordnung sorgt.

gr

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