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Im Barzelt des Bräustüberls wurden Frauen von Asylbewerbern belästigt. 

Das sagen die Betroffenen, Sicherheitskräfte und Verantwortliche

Platzverweis für Flüchtling bei Bräustüberl-Fasching

Tegernsee - Im Barzelt vor dem Tegernseer Bräustüberl  ging's am Unsinnigen Donnerstag heiß her. Auch etliche Flüchtlinge mischten mit. Es gibt Klagen über Grabscher, die Polizei schritt ein. Und: Die Angst wächst.

Aktualisierung, 17.41 Uhr

Das sagen die Betroffenen

„Ich habe große Angst“, sagt Andreas Niedermaier, Elektromeister aus Rottach-Egern. Ihm bekannte Frauen wurden im kunterbunten Treiben vor dem Bräustüberl von Asylbewerbern begrabscht. Von derben Belästigungen, verbal und handgreiflich, berichtet auch die Waakirchnerin Ela Päschel auf Facebook. Sie und ihre Freundinnen seien gegen ihren Willen von Flüchtlingen angefasst worden. 

Auch die Nichte und Schwägerin eines Gmunder Unternehmers, der nicht genannt werden will, fühlten sich attackiert. „Es kann nicht sein, dass unsere Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft sowie unsere Gesetze in solch einer Weise missbraucht und missachtet werden, dass man unsere Kinder und Frauen nicht ohne Begleitschutz auf öffentliche Veranstaltungen lassen kann“, schreibt der Gmunder an die Redaktion. 

Das sagt die Polizei

Bei der Wiesseer Polizei wurde kein Fall von sexueller Belästigung angezeigt. Aber die Beamten waren vor Ort, haben auch einen Platzverweis ausgesprochen. Gerufen hat die Polizei übrigens niemand. „Wir waren von uns aus im Umfeld des Bräustüberls sehr präsent“, berichtet Wilhelm Sigel, Leiter der Wiesseer Polizeiinspektion. Schließlich lag ziemlich nahe, dass es zu Konflikten kommen kann. In der Turnhalle gleich gegenüber dem Bräustüberl leben 200 junge Männer auf engem Raum. Die grelle Faschingsfröhlichkeit mag für manchen ein Signal gewesen sein, dass alles erlaubt ist. Die Polizei, kündigt Sigel an, werde auch bei den noch ausstehenden Veranstaltungen stark präsent sein.

Oft hatten Einheimische und Asylbewerber auch einfach nur Spaß

Einige der Asylbewerber hätten Frauen vor dem Barzelt bedrängend „angetanzt“, schildert Sigel. Einem aus der Gruppe habe die Polizei schließlich einen Platzverweis erteilt. Dies zur Unterstützung des von Wirt Peter Hubert engagierten Security-Dienstes, schildert Sigel. „Wir sind im Übrigen sehr froh, dass der Wirt dort eine Security hat“, merkt Sigel an. Die Situation einzuschätzen, war für die Beamten nicht immer leicht. Oft hatten die närrischen Gäste – Einheimische und Asylbewerber – auch einfach Spaß miteinander. In manchen Fällen hätten Frauen sogar protestiert, als Turnhallenbewohner aufgefordert wurden, sich zu entfernen, berichtet Sigel. Die seien schließlich keine Gäste zweiter Klasse, hieß es. 

Bräustüberl-Wirt Hubert: "Keine größeren Probleme"

Große Probleme habe es sicher nicht gegeben, meint Wirt Peter Hubert: „Sonst wüsste ich davon.“ Im Innern des Bräustüberls sei alles friedlich und gesittet gewesen, er habe auch von keinen bemerkenswerten Zwischenfällen im Außenbereich gehört. Annäherungsversuche unternähmen im Übrigen auch Einheimische, merkt Hubert an. Er beschäftige stets einen achtköpfigen Securitydienst, und das nicht erst, seit die Turnhalle von Flüchtlingen belegt ist. Dass es Ärger mit Asylbewerbern gab, war im Landratsamt gestern nicht bekannt. 

Das sagt der Flüchtlings-Beauftragte

Baraka Sinda, der zuständige Sozialarbeiter für die Hallenbewohner, will der Sache aber nachgehen. „Wenn Frauen belästigt werden, ist das ein großes Problem“, erklärt Sinda. Er werde gleich am Montag eine Versammlung für die Hallenbewohner einberufen, um über Verhaltensregeln zu reden. Schließlich ist noch bis Dienstag Fasching.

Ursprünglicher Artikel, 12.50 Uhr

Die Polizei Bad Wiessee war sehr präsent beim bunten Faschingstreiben am Tegernseer Bräustüberl. Zudem hatte Wirt Peter Hubert mit  einem Security-Dienst für Sicherheit gesorgt. Es war klar, dass das bunte Treiben bei Musik und viel Alkohol Potenzial für Konflikte bietet. Zusätzlich wohnen gleich gegenüber des Bräustüberls 200 Asylbewerber - davon hauptsächlich junge Männer - in einer engen Turnhalle.

Tatsächlich benahmen sich manche Flüchtlinge schwer daneben. Frauen klagen über Grabscher, am Abend schritt die Polizei ein und erteilte einen Platzverweis. Die Asylbewerber hätten die Frauen werbend "angetanzt", erklärt Wiessees Polizeichef Wilhelm Sigel. Der Sicherheitsdienst des Bräustüberls, über den die Polizei sehr froh sei,  habe Unterstützung gebraucht. Darum habe man einem Asylbewerber den Platzverweis erteilt.

Es seien aber bis jetzt noch keine Anzeigen eingegangen, erklärt Sigel. Die Polizei werde auch bei den kommenden Faschingsfeierlichkeiten verstärkt vor Ort sein.

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