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Pfarrer Martin Weber (Mitte, mit Kappe) läuft traditionell beim Tegernseelauf mit und geht heuer auf der zehn-Kilometer-Strecke an den Start. Für ihn hat die Veranstaltung auch einen kirchlichen Charakter.

Geistlicher Teilnehmer beim Tegernseelauf

Pfarrer Weber über Sport: „Eine Tankstelle für Körper und Seele“

Tegernsee - Pfarrer Martin Weber ist seit Jahren beim Tegernseelauf am Start. Im Gespräch erzählt er, was seine Motivation ist und was er sich heuer vorgenommen hat.

Seit Jahren läuft Tegernsees evangelischer Pfarrer Martin Weber (46) beim Tegernseelauf mit. Am Sonntag ist es wieder soweit. Wir haben mit dem Hobbyläufer gesprochen, was ihn antreibt und nachgefragt, ob Sport und Kirche wirklich so weit auseinander liegen, wie viele denken.

Herr Weber, holen Sie nur zum Tegernseelauf die Sportschuhe raus?

Sport mache ich seit Jahren, vor allem Gleitschirmfliegen, Bergsteigen und Laufen, im Winter Skifahren und Tourengehen. Früher habe ich auch gerne Fußball gespielt, aber das ist leider terminlich nicht mehr möglich. Die Natur im Tegernseer Tal lädt ja geradezu ein, sich draußen zu bewegen. Körperliche Fitness tut mir auch geistig gut und setzt Energie und Kreativität frei. Sport in der Natur ist für mich eine Tankstelle für Körper und Seele.

Und was zieht Sie speziell zum Tegernseelauf?

Zum einen halte ich ihn für eine gute Werbung fürs Tal. Er zeigt, dass sich hier alle Altersgruppen wohlfühlen und die unterschiedlichsten Bedürfnisse verwirklichen können. Zum anderen kommt der Lauf einer Vorstellung der Kirche von Sport sehr nahe.

Weber: Nach der Bibel ist der Körper der Tempel des Heiligen Geistes

Wie meinen Sie das?

Es ist eine Veranstaltung für alle: vom Freizeittraber bis zum ambitionierten Zeitläufer. In der Bibel wird das Leben eines Christen ja sogar mit einem Läufer verglichen. Ein Läufer trainiert nicht ins Blaue hinein, sondern er übt Verzicht, um fit sein, damit er erfolgreich laufen kann. Schädliches vermeiden, das Gute genießen – eigentlich ein genialer Auftrag unseres Glaubens. Und nach unserer Bibel ist der Körper ja immerhin der Tempel, der Wohnort des Heiligen Geistes – da kann man also durchaus ein wenig auf ihn achten.

Wenn Sie das sagen, klingt das logisch. Trotzdem wundern sich viele, wenn Sie vorbeijoggen.

Stimmt, viele Menschen sind erst einmal überrascht, dass mir Sport und Bewegung gerade auch als Pfarrer so wichtig sind. Aber wenn man es dann nicht nur gesundheitlich, sondern auch theologisch erklärt, motiviert es sogar andere, auch wieder mehr auf sich selbst zu achten. Ich selbst laufe am liebsten in den Morgen- oder Abendstunden, da sind die Stimmung und die Ruhe am See schon einmalig.

Ruhig ist es beim Tegernseelauf aber nicht gerade...

Beim Tegernseelauf kommt dazu, dass so ein Gemeinschaftserlebnis natürlich auch eine Motivation ist, um unter dem Jahr ein wenig zu trainieren. Es ist schön, wenn man mit vielen anderen zusammen läuft, von den Zuschauern motiviert wird und viele davon auch kennt. Die selbst gesteckten Ziele will man dann ja doch irgendwie erreichen, Körper und Geist bleiben beweglich und den langsam wachsenden Bauch kann man damit auch besser klein halten.

Verraten Sie uns noch, auf welcher Strecke Sie starten und was Sie sich vorgenommen haben?

Ich nehme die 21-Kilometer-Runde um den See in Angriff. Und auch wenn die Zeit nicht entscheidend ist, um die 1:40 Stunden wäre schon gut.

Aufgrund des Laufs kommt es am Sonntag zu Straßensperrungen und auch BOB verkehrt nicht wie üblich.

Die Bilder vom vergangenen Jahr:

"Ideales Wetter" zum Tegernsee-Lauf - Bilder

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